«Aargauer Cup»

Warum man beim TV Endingen trotz Finalniederlage mit dem Saisonvorbereitungsturnier zufrieden ist

Der HSC Suhr Aarau holt sich den Titel bei der Premiere des «Aargauer Cup» mit einem 33:25-Sieg im Final gegen den TV Endingen. Die Premiere des Saisonvorbereitungsturniers diente auch abseits der Platte als Testlauf – für TVE-Heimspiele mit Corona-Schutzkonzept.

«Endlich!» Es ist wohl das meist ausgesprochene Wort an diesem Wochenende in der GoEasy-Arena in Siggenthal Station. Mit wem auch immer man während des zweitägigen Saisonvorbereitungsturniers «Aargauer Cup» sprach, irgendwann – und meist ziemlich früh im Gesprächsverlauf – wurde es mit viel Nachdruck formuliert: «Endlich!»

Endlich wieder Handball. Klar, die Mannschaften haben im Zuge ihrer Saisonvorbereitung schon das eine oder andere Testspiel bestritten, aber am «Aargauer Cup» geht es endlich wieder einmal um einen Titel. Einen inoffiziellen zwar, aber immerhin: Es ist Monate her, seit es nach dem Abbruch aller Wettbewerbe der vergangenen Saison etwas zu gewinnen gegeben hat.

Wenngleich das Publikum viel weniger zahlreich in die Halle strömt, als von den Veranstaltern des TV Endingen ursprünglich erwartet, die Stimmung rund um die Premiere des «Aargauer Cup» ist gut. Ihren Anteil daran haben auch die vier teilnehmenden Teams: der TV Endingen (NLA), der HSC Suhr Aarau (NLA), der STV Baden (NLB) und der TV Möhlin (NLB) – das beste, was der Aargauer Handball derzeit zu bieten hat.

Intensives Aargauer Derby im Final

Saisonvorbereitungsturnier hin oder her, im Final schenkten sich die beiden NLA-Vertreter nichts. Kaum zehn Minuten sind gespielt, da kassieren TVE-Rückkehrer Simon Huwyler und HSC-Portugiese João Ferraz nach einem intensiven Rencontre je zwei Strafminuten. Deren Folge: heftige Wortgefechte zwischen den beiden Spielerbänken.

«Jede Partie zwischen dem TV Endingen und dem HSC Suhr Aarau ist ein Derby. Egal, ob in der Saisonvorbereitung oder als Pflichtspiel», sagt Huwyler, der auf diese Saison hin nach zwei Jahren von Wacker Thun ins Surbtal zurückgekehrt ist. Den Worten des 29-Jährigen pflichtet Ferraz-Landsmann Diogo Oliveira kurz und knapp bei: «Das Derby ist immer ein Derby!»

TVE geht die Puste aus

Ebenso zuverlässig wie Derbys zwischen dem HSC und dem TV intensiv geführt werden, geht der Sieg seit ein paar Jahren jeweils an den HSC. So auch im Final des «Aargauer Cup» vom frühen Samstagabend. Der TVE kann als Aussenseiter zwar lange mithalten, zollt aber spätestens nach der Pause dem Programm mit zwei intensiven Partien innert gerade einmal 24 Stunden Tribut.

Während die mit einem wesentlich kleineren Budget operierenden Surbtaler auf dieselbe Stammformation wie bereits im Halbfinal am Vortag (27:22-Sieg gegen den TV Möhlin) setzen, kommen beim HSC nun auch die gegen Baden (27:21-Sieg) noch geschonten und deshalb frischen Stammkräfte Tim Aufdenblatten, Diogo Oliveira, João Ferraz, Martin Slaninka und Dragan Marjanac zum Einsatz. Das erklärt auch den deutlichen 33:24-Sieg des Favoriten. «Das passt für uns. Wir wollen jeden möglichen Titel gewinnen in dieser Saison», kommentiert Oliveira den Triumph seiner Mannschaft.

Im kleinen Final zwischen den beiden Halbfinalverlierern behält der STV Baden gegen den TV Möhlin schlussendlich deutlich die Oberhand. Städtli besiegt die Fricktaler mit 33:25 und sichert sich mit diesem Erfolg den dritten Rang in der kantonalen Vorsaison-Hierarchie.

Testlauf für Heimspiele mit Corona-Schutzkonzept

Der «Aargauer Cup» fungierte nicht nur auf, sondern auch neben der Platte als Testlauf – für TVE-Heimspiele in der in anderthalb Wochen beginnenden Saison. Für Handballpartien mit Corona-Schutzkonzept in der GoEasy-Arena also. In allen öffentlich zugänglichen Räumlichkeiten galt während des Turniers Maskenpflicht. Die Zuschauertribüne war in verschiedene Sektoren eingeteilt, die Maske durfte nur dort abgelegt werden. Ausserdem wurden die Zuschauerinnen und Zuschauer zwecks Contact Tracing am Halleneingang namentlich erfasst.

«Wir sind zufrieden. Unser Konzept funktioniert», zieht TVE-Geschäftsführer Christian Villiger kurz nach dem Final eine erste Bilanz. Klar, dass noch nicht alles reibungslos ablief. Längst nicht jeder trug in den Gängen oder den Toilettenräumen seine Schutzmaske so pflichtbewusst, wie es die Mannschaft des HSC Suhr Aarau, die sich abseits der Platte selbst eine Maskenpflicht auferlegt hat, grösstenteils geschlossen tut.

«Unsere Spiele kann man mit gutem Gewissen besuchen»

«Wir sind natürlich auch auf die Unterstützung des Publikums angewiesen», sagt Villiger und betont: «Unsere Zuschauer sind sehr diszipliniert. Unsere Spiele kann man mit gutem Gewissen besuchen.» Es ist zu bezweifeln, dass das schon überall angekommen ist. Denn der Final des «Aargauer Cup» fand vor gerade einmal 325 statt der erwarteten 1000 Zuschauer statt.

Und das, obwohl endlich wieder einmal Handball gespielt wurde.

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