Handball-NLA

Warum sich HSC-Trainer Misha Kaufmann trotz klarem Sieg gegen GC Amicitia nervt

HSC-Trainer Misha Kaufmann (r.) ärgerte sich gegen GC Amicitia über die Körpersprache seiner Spieler.

HSC-Trainer Misha Kaufmann (r.) ärgerte sich gegen GC Amicitia über die Körpersprache seiner Spieler.

Der HSC Suhr Aarau gewinnt die Partie der 5. Runde in der NLA gegen GC Amicitia mit 28:20. Zur Pause hatte das Heimteam in der Aarauer Schachenhalle vor 517 Zuschauern mit 15:9 geführt. Trotz des deutlichen Sieges ist Trainer Misha Kaufmann alles andere als zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft.

«Ich bin nicht zufrieden mit der Leistung meiner Mannschaft.» Das Fazit von Trainer Misha Kaufmann wenige Augenblicke nach dem deutlichen 28:20-Sieg seines HSC Suhr Aarau gegen GC Amicitia überrascht – zumindest im ersten Moment.

Bei genauerer Betrachtung wird allerdings klar: Beim HSC hat man die Ansprüche an sich selbst seit der Rückkehr in die NLA 2016 Jahr für Jahr erhöht. Playoff-Halbfinals statt Ligaerhalt lautet das offizielle Saisonziel mittlerweile – da reicht es nicht mehr, einfach «nur» zu gewinnen. Zumal, wenn man wie gegen GC Amicitia als Favorit in die Partie geht.

«Mich hat in erster Linie das Auftreten meiner Mannschaft in der zweiten Halbzeit gestört. Da haben mir phasenweise sowohl die Mentalität als auch die Körpersprache nicht mehr gepasst», erklärt Kaufmann seine Unzufriedenheit. Den 36-Jährigen nervt, dass sich seine Spieler zu sicher fühlten und in der Offensive zu viele einfache Bälle unnötig liegen liessen. «Natürlich haben wir die Partie kontrolliert, aber das Resultat hat das nicht deutlich genug widerspiegelt. Das hätte sich am Ende rächen können.»

Dass es das nicht tat, hatte neben der guten Leistung in der Abwehr – mit 105 Gegentreffern nach fünf Runden stellt der HSC einmal mehr die beste Defen­sive der NLA – insbesondere mit den Torhütern zu tun. Sowohl Dragan Marjanac, der über weite Strecken der Partie zwischen den Pfosten stand, als auch Leo Grazioli wussten sich immer wieder auszuzeichnen. Ersterer parierte 40, Zweiterer gar 67 Prozent aller Würfe auf seinen Kasten. Und so durften die 517 Zuschauerinnen und Zuschauer in der Aarauer Schachenhalle trotz nachlassendem Heimteam einen deutlichen 28:20-Sieg bejubeln.

João Ferraz fehlt dem HSC weiterhin verletzt

Im Gegensatz zu Diogo Oliveira, der mit fünf Treffern gemeinsam mit David Poloz erfolgreichster HSC-Werfer war, fehlte der portugiesische Routinier João Ferraz auch gestern. Der 30-jährige Rückraumspieler plagt sich weiterhin mit einer Verletzung im Knie herum.

Und so mussten auf der Platte andere die Verantwortung übernehmen: «Die Jungen ziehen gut mit und sind bereit, wenn es sie braucht», sagt Co-Captain Tim Aufdenblatten. Ein Lob, das beispielsweise auf das 19-jährige Eigengewächs Daniel Parkhomenko zutrifft, der mit drei Treffern glänzte.

Nach dem dritten Sieg im dritten Heimspiel steht für den HSC Suhr Aarau am kommenden Samstag, 3. Oktober, die Auswärtspartie beim RTV Basel auf dem Programm. Auch da wird die Mannschaft von Trainer Kaufmann wieder als Favorit antreten – und dementsprechend hohe Erwartungen an sich selbst erfüllen müssen.

Sie haben die Partie verpasst? Schauen Sie sie sich hier in der Aufzeichnung des Livestreams an:

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