NLB-Handball

Warum sich Raphael Rohr für NLB-Klub STV Baden und gegen NLA-Vertreter TV Endingen entschieden hat

Der Suhrer Raphael Rohr, hier noch im Trikot des HSC Suhr Aarau, spielt seit der Winterpause für den STV Baden.

Der Suhrer Raphael Rohr, hier noch im Trikot des HSC Suhr Aarau, spielt seit der Winterpause für den STV Baden.

Raphael Rohr lebt sich nach seinem Wechsel zum STV Baden langsam beim NLB-Leader ein – er hätte auch Angebote aus der NLA gehabt. Zum TV Endingen konnte er nicht wechseln, weil sein Herz zu fest für den HSC Suhr Aarau schlägt.

So hatte sich Raphael Rohr den Ausklang des Jahres 2019 nicht vorgestellt. Es war kurz vor Weihnachten, als klar wurde, was sich in den Wochen und Monaten davor langsam aber sicher abgezeichnet hatte: Beim HSC Suhr Aarau gab es für den 22-jährigen Rückraumspieler keine Perspektiven – zumindest nicht in der Rolle, in der sich der Linkshänder selber sieht.

Nicht nur der Ende Oktober verpflichtete portugiesische Routinier João Ferraz, 30, stand Rohr beim HSC im rechten Rückraum vor der Sonne, sondern auch das erst 19-jährige Talent Daniel Parkhomenko.

Ein Wechsel wurde unumgänglich – an Heiligabend wurde Rohrs Transfer zum STV Baden offiziell verkündet. «Es hat mich schon sehr getroffen, dass es beim HSC keinen Platz mehr für mich gab – aber das gehört im Sport dazu», sagt Rohr im Rückblick.

Rohr: «Meine Situation hat sich verbessert»

Zwei Monate sind seither vergangen. Rohr lebt sich beim STV Baden immer besser ein. Beim NLB-Leader kommen ihm neben viel mehr Einsatzzeit auch Führungsaufgaben zu. Die Situation entspricht dem, was er sich vorstellt: «Es ist mir zwar sehr schwer gefallen, den HSC zu verlassen. Aber meine Situation hat sich durch den Wechsel verbessert. In Baden habe ich eine neue Herausforderung gefunden.»

Beim HSC war Rohr in der laufenden Saison in 16 Pflichtspielen zu Einsätzen gekommen und hatte dabei fünf Treffer erzielt. Seit seinem Debüt im Jahr 2015 hatte er für das Fanionteam von Suhr Aarau insgesamt 105 Einsätze bestritten und 122 Tore verbucht. Für den STV Baden war Rohr in den bisher vier NLB-Partien seit der Winterpause sechs Mal erfolgreich, obwohl er zuletzt angeschlagen aufgelaufen war.

«Die Mannschaft hat mich gut aufgenommen. Ich komme wieder zu mehr Einsatzzeit und fühle mich immer wohler», sagt Rohr. Diesen Eindruck bestätigt sein neuer Trainer Björn Navarin: «Raphi ist noch daran, sich bei uns einzuleben. Es ist klar, dass wir ihm noch Zeit lassen müssen. Aber wir sind überzeugt davon, dass er uns mit seinem Potenzial weiterhelfen kann.»

Loyalität zum HSC ist ­grösser als NLA-Verlockung

Es ist nicht etwa so, dass Rohr neben Städtli nicht noch weitere Optionen zur Neulancierung seiner Karriere gehabt hätte: So führte er auch Gespräche mit den NLA-Klubs TV Endingen und GC Amicitia sowie mehreren Teams aus der NLB.

Weil es zeitlich nicht mit seinem 60-Prozent-­Pensum als kaufmännischer Angestellter bei der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau zu vereinbaren gewesen wäre, verblieben aber nur der TV Endingen, der TV Möhlin und eben der STV Baden im Rennen.

Warum also hat sich Rohr nicht für einen Wechsel ins Surbtal, wo er sofort wieder in der NLA hätte spielen können, entschieden? «Der TV Endingen war für mich immer schon der Rivale schlechthin. Ich bin in Suhr aufgewachsen und habe seit jeher für den HSC gespielt. Da hätte ich es nicht übers Herz gebracht, zum TVE zu wechseln. Am Ende war es ein Bauchentscheid», erklärt sich der 1,90 Meter grosse Linkshänder.

Städtli in der NLA? Der Aufstieg liegt in Reichweite

Kommt hinzu, dass die NLA derzeit auch beim STV Baden nicht übermässig weit entfernt zu sein scheint. Seit Mittwochabend ist Städtli zumindest zwischenzeitlich wieder alleiniger Leader der NLB und verfügt über dementsprechend gute Aufstiegschancen.

Und so haben die turbulenten und emotional aufwühlenden Festtage 2019 für Rohr im Rückblick auch etwas Gutes: Sie markieren den Auftakt der Neulancierung von Rohrs Handballkarriere.

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