Wasserspringen
«Ich wollte einfach Spass haben»: Aargauerin Michelle Heimberg springt sensationell zu EM-Silber

Michelle Heimberg sorgt an der Wassersprung-EM in Budapest einmal mehr für Furore. Vom 1-Meter-Brett springt die Aargauerin sensationell zur Silbermedaille. Am Samstag geht die 20-Jährige in ihrer Paradedisziplin erneut auf Medaillenjagd.

Nicolas Blust
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Michelle Heimberg springt an der Wassersprung-EM in Budapest vom 1-Meter-Brett zur Silbermedaille.

Michelle Heimberg springt an der Wassersprung-EM in Budapest vom 1-Meter-Brett zur Silbermedaille.

Tamas Kovacs/EPA

Michelle Heimberg befindet sich in bestechender Form. Anfang Monat sicherte sich die 20-Jährige aus Fislisbach mit ihrem zehnten Platz vom 3-Meter-Brett beim Weltcup in Tokio vorzeitig das Olympia-Ticket. Eine Woche später springt Heimberg nun an der Europameisterschaft in Budapest vom 1-Meter-Brett sensationell zur Silbermedaille.

«Es ist super, dass ich so eine Leistung zeigen konnte», sagt Heimberg glücklich über ihren Exploit vom Dienstag. Obwohl sie ihr Hauptaugenmerk diese Saison auf das 3-Meter-Brett legte, springt sie vom 1-Meter-Brett auf das EM-Podium. Mit diesem Erfolg hat die 20-Jährige nicht gerechnet: «Am Morgen vor dem Wettkampf sagte ich zu mir, dass es für mich ein Übungswettkampf ist.»

Nach dem ersten Platz in der Qualifikation merkte die Wasserspringerin aus Fislisbach dann aber, dass eine Top-Platzierung möglich ist: «Nach dem Qualifikationssieg merkte ich, dass eine Medaille drin liegt.» Heimberg wusste während des gesamten Wettkampfes aber nicht, auf welcher Position sie liegt. Sie wollte sich nicht von der Zwischenrangliste beeinflussen lassen. «Mein dritter Sprung war nicht optimal. Danach wusste ich, dass ich alles geben muss», sagt Heimberg.

Herzschlag-Final beim letzten Sprung

Vor dem letzten von fünf Sprüngen lag Heimberg dann knapp hinter der Italienerin Chiara Pellacani auf Rang 2. Mit ihrem letzten Sprung, einem anderthalbfachen Salto mit anderthalb Schrauben, liess sie die Italienerin jedoch hinter sich. Dass es nicht zum Europameistertitel reichte, lag an der Italienerin Bertocchi. Mit ihrem letzten Sprung zeigte diese die beste Darbietung des gesamten Events und katapultierte sich mit 58,5 Punkten im letzten Sprung noch an die Spitze.

Als Zehntplatzierte sicherte sich Heimberg in Tokio einen Quotenplatz für die Olympischen Spiele in diesem Sommer.

Als Zehntplatzierte sicherte sich Heimberg in Tokio einen Quotenplatz für die Olympischen Spiele in diesem Sommer.

Privat

Für Heimberg ist es bereits die dritte Medaille an einer Europameisterschaft. 2017 ging ihr Stern auf an der EM in Kiew auf. Als Underdog springt Heimberg sensationell auf den zweiten Platz vom 3-Meter-Brett. Ein Erfolg, mit dem die damals 17-Jährige überhaupt nicht gerechnet hätte. Zwei Jahre später holte sie an der Seite von Jonathan Suckow im Mixed-Wettbewerb die EM-Bronzemedaille.

Weiterer Medaillengewinn möglich

Am Samstag steht der Wettbewerb vom 3-Meter-Brett auf dem Programm. Eine Höhe, von der Heimberg eigentlich noch stärker ist als vom 1-Meter-Brett: «Ich habe diese Saison den Fokus auf das 3-Meter-Brett gelegt.» Die 20-Jährige macht sich vor dem Wettkampf aber keinen Druck. Mit der Olympia-Qualifikation in Tokio hat sie ihr Saisonziel ja bereits erreicht. «Ich möchte trotzdem meine beste Leistung zeigen», sagt Heimberg. Der Wettbewerb ist auch die Generalprobe für Olympia: «Es ist voraussichtlich der letzte internationale Wettkampf vom 3-Meter-Brett vor Olympia.» Heimberg will deshalb noch einmal eine Duftmarke setzen, bevor im Sommer dann um olympisches Edelmetall gesprungen wird.

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