Eigentlich ist alles klar: Varol Tasar hat im Februar bei Super-League-Aufsteiger Servette einen Vertrag bis 2021 unterschrieben und absolvierte die Rückrunde als Leihspieler beim FC Aarau. Doch dann kamen in der Barrage-Woche plötzlich Gerüchte auf, Tasar könnte nun doch länger im Brügglifeld bleiben. Grund: Tasar selber liess durchblicken, dass er gerne auf den Wechsel zu Servette verzichten würde und lieber in Aarau bleiben möchte. Er sagte: «Momentan gehe ich immer noch davon aus, dass ich in der nächsten Saison für Servette spielen werde. Aber die vielen Erfolge mit dem FC Aarau in den vergangenen Wochen und Monaten haben Spuren hinterlassen. Im Fussball geht es, wie sich oft bewiesen hat in der Vergangenheit, manchmal schnell. Mal schauen, was in den nächsten Tagen passieren wird.»

Weitere Indizien für eine Kehrtwende in der Akte Tasar: FCA-Sportchef Sandro Burki kündigte vergangene Woche an, mit Servette Kontakt aufzunehmen und herauszufinden, ob sich der Transfer allenfalls rückgängig machen würde. Es folgte am Sonntag das Barrage-Rückspiel gegen Xamax - und siehe da: Varol Tasar wurde vor dem Anpfiff nicht verabschiedet wie die anderen scheidenden Profis Gianluca Frontino (Karriereende) und Nicolas Bürgy (zu den Berner Young Boys).

Doch dann trat das Unmögliche ein, Aarau vergeigte den 4:0-Vorsprung aus dem Hinspiel und musste sich Xamax im Elfmeterschiessen geschlagen geben - mit der Konsequenz, dass im Brügglifeld auch in der nächsten Saison Challenge-League-Fussball gespielt wird. Mit dem unglaublichen Aarauer Nicht-Aufstieg dürfte sich auch ein Verbleib des 13-fachen Saisontorschützen Varol Tasar erledigt haben.

Ob Servette bei einem FCA-Aufstieg gesprächsbereit gewesen wäre, wird man wohl nie erfahren. Als Westschweizer freuten sich die Genfer jedenfalls über die wundersame Auferstehung von Xamax - und als das Penaltyschiessen entschieden war, liess es sich Servette nicht nehmen, via Twitter die Aargauer Zeitung für die Berichterstattung um Tasar zu veralbern:

Tweet: Servette grüsst die Aargauer Zeitung wegen Tasar