Just wenn sich der Sommer allmählich dem Ende zuneigt, wird in Baden bereits wieder Wintersport ausgeübt. Die Top-Shots der europäischen Curlingszene waren zu Besuch im Curling Center Dättwil. Sie alle duellierten sich am Baden Masters um den ersten Saisonsieg in der World Curling Tour.

Es war bereits die 18. Ausführung des Baden Masters. Seitdem es ins Leben gerufen wurde, hat das Turnier eine riesige Entwicklung durchgemacht. «Am Anfang war es ein regionales Amateurturnier», sagt Stefan Nievergelt, der OK-Präsident. «Es hat sich dann laufend entwickelt, jedes Jahr kamen bessere Spieler.»

Heute ist das Baden Masters Teil der World Curling Tour und wird schon seit Jahren von einigen der weltbesten Curler besucht. Neben dem besten Schweizer Team, den olympischen Bronzemedaillengewinnern um Skip Peter De Cruz, gehören mit dem schwedischen Team Edin und dem norwegischen Team Ulsrud auch Weltmeister zum Teilnehmerfeld.

Das erste Turnier der Saison

Doch wieso kommen all diese Weltklasse-Spieler ausgerechnet nach Baden? «Es ist das erste Turnier der Saison. Es ist immer aufregend hierher zu kommen und zu sehen, wer über den Sommer gut trainiert hat», sagt der Norweger Thomas Ulsrud.

Ähnlich sieht es auch der Genfer Peter De Cruz: «Wir hatten alle drei bis vier Monate Pause. Jeder freut sich darauf, hier wieder aufs Eis zu gehen.» Für den Gewinner des Turniers winken 11 000 Franken Preisgeld. Insgesamt werden 33 000 Franken ausgeschüttet.

Auch das sei ein entscheidender Faktor, sagt Peter De Cruz: «Das Preisgeld ist hier relativ hoch. Im Curling gibt es nicht das grosse Geld zu verdienen. Deshalb spielt das durchaus eine Rolle, wenn wir unsere Turniere auswählen.» Ulsrud stimmt dem zu: «Es ist gutes Preisgeld. Ich weiss, es ist heutzutage nicht einfach, Sponsoren zu finden.»

Davon kann Nievergelt ein Liedchen singen: «Es ist ein grosser Aufwand, die Sponsoren zusammenzubringen. Wir kämpfen um jedes kleine Inserat.» Einer der wichtigsten Punkte, die dazu beitragen, dass so viele Top-Teams vertreten sind, ist schlicht, dass all die guten Teams immer wieder kommen. «Es ist eine Wechselwirkung. Die besten Teams melden sich an, weil andere gute Teams hier sind. Es geht um eine Standortbestimmung», sagt Nievergelt.

«Es ist zur Tradition geworden, dass sich hier die Besten zu Beginn der Saison messen», erklärt De Cruz. Der Norweger Ulsrud sieht die Gründe dafür auch in der guten Organisation: «Die Teams haben hier alles, was sie brauchen. Das Eis ist gut und das Hotel ist direkt nebenan. Dass alle guten Teams immer wieder kommen, ist ein Statement für das Turnier.»

Revanche im Final

Sportlich gesehen bot das Turnier keine allzu grossen Überraschungen. Wie bereits letztes Jahr standen sich im Final die beiden Weltmeister gegenüber: Team Edin aus Schweden und Team Ulsrud aus Norwegen. Nur der Ausgang des skandinavischen Duells war dieses Jahr anders. Der Vorjahressieger aus Schweden musste sich nach sieben Ends mit 2:5 geschlagen geben.

Damit sahnten Thomas Ulsrud und sein Team die 11 000 Franken Preisgeld ab. Doch nicht nur wegen des finanziellen Zustupfs war es ein wichtiger Sieg für die Norweger. Denn auch der norwegische Verband schenkt dem Baden Masters grosse Beachtung.

«Wer hier am Baden Masters und am Swiss Cup in Basel in rund einem Monat am besten performt, der darf Norwegen an der Europameisterschaft vertreten. Daher war es speziell wichtig für uns, hier zu gewinnen», sagt Ulsrud.

Wichtig war dementsprechend vor allem der Halbfinal, in dem Ulsrud und sein Team auf ihre Landsmänner vom Team Walstad trafen und sich mit 5:3 über acht Ends durchsetzen konnten. Die Schweizer um Skip Peter De Cruz drangen bis in den Halbfinal vor, unterlagen dort aber den Schweden mit 5:7.