NLA-Handball

Wer sichert sich das Heimrecht für die Playouts? «Das ist im Moment absolut noch zweitrangig»

TVE-Kreisläufer Simon Wittlin: «Es geht jetzt einzig und alleine darum, die zwei Punkte zu holen und etwas Abstand auf den RTV zu gewinnen.»

TVE-Kreisläufer Simon Wittlin: «Es geht jetzt einzig und alleine darum, die zwei Punkte zu holen und etwas Abstand auf den RTV zu gewinnen.»

Simon Wittlin und sein TV Endingen empfangen am Samstag (18 Uhr) den RTV Basel – und dessen neuen Trainer Darijo Bagaric, der im Aargau kein Unbekannter ist – zum letzten Hauptrunden-Vergleich der beiden Letztklassierten.

Am vergangenen Wochenende war es rund um die Handballer des RTV Basel plötzlich hektisch geworden: Gerüchte machten die Runde, Trainer Christian Meier habe nach dem Abschlusstraining vor der Partie auswärts gegen den HC Kriens-Luzern hingeschmissen.

Obwohl Meier bei der 21:31-Niederlage beim Tabellenzweiten der NLA an der Seitenlinie fehlte, dementierte der Verein vorerst – um dann am Montag doch einzugestehen: Meier ist von seinem Traineramt zurückgetreten.

Auf der Suche nach einem Nachfolger ist der RTV in der Person von Darijo Bagaric fündig geworden. Der 46-jährige schweizerisch-kroatische Doppelbürger ist im Aargau ein alter Bekannter: Im Jahr 2000 gehörte der frühere Defensivspezialist dem Meisterkader des damaligen TV Suhr an. Zudem war er während seiner Aktivzeit auch für den TV Endingen und den TV Muri aufgelaufen.

Keine einfache Aufgabe für Bagaric

Einfach wird die Aufgabe für Bagaric beim aktuellen Tabellenschlusslicht der NLA nicht: Die kurz vor und in der Winterpause verpflichteten Verstärkungen aus dem Ausland – Srdjan Predragovic, Jonas Dell und Alexander Spende – haben noch nicht wie erhofft eingeschlagen und brauchen wohl noch etwas Zeit.

Zuletzt machten ausserdem Gerüchte über ausstehende Löhne – die der Klub in Person von Präsident Alex Ebi zwar verneint, aber nicht weiter kommentieren will – die Runde. Kommt hinzu, dass die Auflösung des Vertrags mit Topskorer Tibor Jurjevic beziehungsweise deren Begründung – es wäre ein finanzielles Risiko gewesen, weil Jurjevics Vertrag auch nach einem allfälligen Abstieg in die NLB gültig geblieben wäre – zwiespältige Signale aussandte, was den Glauben an den Liga­erhalt betrifft.

Simon Wittlin: «Das geht uns nichts an»

All das lässt Simon Wittlin kalt: «Das geht uns nichts an. Am Ende des Tages entscheidet sich das Spiel auf dem Feld», sagt der Basler Kreisläufer in Diensten des TV Endingen. Der 33-Jährige war auf die Saison 2017/18 vom RTV Basel zu den Surbtalern gewechselt.

Nun empfangen Wittlins Aargauer den RTV heute Samstag (Anpfiff: 18 Uhr) in der GoEasy-Arena in Siggenthal Station zum dritten und letzten Hauptrunden-Vergleich in der laufenden Saison. Sieben (TVE) beziehungsweise acht Punkte (RTV) beträgt der Rückstand der Kontrahenten auf das achtplatzierte GC Amicitia. Es ist nicht davon auszugehen, dass einem der beiden Teams in den verbleibenden sieben Runden der Sprung in die Playoffs gelingt.

Simon Wittlin hat sich nicht als Spion betätigt

Deshalb geht es am Samstag gewissermassen auch bereits um das Heimrecht in der Playoutserie gegen den Abstieg zwischen dem TVE und dem RTV. Die Endinger haben drei ihrer vier Punkte aus den Direktduellen gegen die Basler geholt und gehen dementsprechend mit einer positiven Bilanz in die Partie. Mit einem weiteren Sieg könnte der TVE seinen Vorsprung aufs Tabellenschlusslicht auf drei Punkte erhöhen – das Heimrecht wäre zum Greifen nah.

«Das Heimrecht ist im Moment noch absolut zweitrangig. Es geht jetzt einzig und alleine darum, die zwei Punkte zu holen und etwas Abstand auf den RTV zu gewinnen», sagt Wittlin, der in Binningen wohnt.

Trifft es den 1,98 Meter grossen Rechtshänder, dass sich in den Playouts voraussichtlich ausgerechnet «seine» beiden Klubs gegenüberstehen werden? «Mit dem RTV bin ich zwei Mal abgestiegen, mit dem TVE ein Mal. Will ich das noch einmal erleben? Nein! Bei welchem Verein spiele ich aktuell? Beim TVE!»

Als Spion hat sich Wittlin, der mit mehreren Exponenten des RTV freundschaftlich verbunden ist, im Vorfeld der Partie nicht betätigt. «Das habe ich noch nie getan und werde ich auch nie tun», sagt er.

So oder so dürften durch den erst gerade verpflichteten neuen RTV-Trainer einige Unbekannte beziehungsweise Überraschungsmomente entstehen. Wittlin und seine Teamkollegen werden indes alles daransetzen, Bagaric den Einstand bei seinem neuen Klub möglichst zu vermiesen.

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