1. Liga Eishockey

«Werden uns gegenseitig besser machen» – zwei Rivalen äussern sich zum Aargauer Hockey-Derby

Das Derby zwischen den Red Lions Reinach und den Argovia Stars dürfte in dieser Saison noch umkämpfter werden.

Das Derby zwischen den Red Lions Reinach und den Argovia Stars dürfte in dieser Saison noch umkämpfter werden.

Pascal Wittwer ( Argovia Stars ) und Simon Schnyder (Red Lions Reinach) starten mit ihren Teams am kommenden Wochenende in die neue 1.Liga-Saison. Im Doppelinterview äussern sie sich über die Entwicklung der Rivalität sowie deren Auswirkung auf das Eishockey im Kanton Aargau.

Am Samstag geht die neue Saison los: Für beide Teams gibt es zum Auftakt schwere Lose. Sind Sie bereit?

Pascal Wittwer: Burgdorf ist bestimmt kein leichter Gegner, aber wir freuen uns auf die Herausforderung. Aus meiner Sicht ist unser Los jedoch dankbarer, Wetzikon ist stärker einzustufen.

Simon Schnyder: Das sehe ich auch so. Individuell ist Wetzikon an der Spitze der Liga, und wir gehen klar als Underdog in die Partie. Vielleicht können wir das aber in unseren Vorteil ummünzen.

Hinter uns liegen schwierige Monate, wie war die Vorbereitung mit Ihren Teams?

Wittwer: Der Start in die Vorbereitung war nicht optimal. Zu Beginn verloren wir drei Testspiele. Danach haben wir uns aber gegen zwei MySports-League-Teams ziemlich gut geschlagen.

Schnyder: Ich glaube, wir sind körperlich noch fitter als vor einem Jahr. Damals war unser Team im Umbruch, und wir konnten die Zeit nicht optimal nutzen.

Wittwer und Schnyder über die Vorbereitung mit ihren Teams.

Wittwer und Schnyder über die Vorbereitung mit ihren Teams.

Welche Ziele haben Sie sich mit Ihren Teams für die neue Spielzeit gesetzt?

Wittwer: Wir wollen wieder in die Playoffs. Aber das Ziel ist ambitionierter als zuletzt. Wir hatten Abgänge, die wir spüren werden.

Schnyder: Nominell sind wir klar besser als in der vergangenen Saison. Wir konnten ein paar gute Spieler verpflichten. Mit diesem Kader muss das Ziel sein, die Playoffs zu erreichen.

Einer dieser Verstärkungen ist Ex-NLA-Spieler Remo Heitzmann. Was erhoffen Sie sich von ihm?

Schnyder: Er ist ein trickreicher Spieler und weiss, in welchen Momenten er dies ausspielen kann. Mit seiner Erfahrung und seiner individuellen Klasse ist er eine klare Verstärkung für uns. Allgemein ist unser Kader so stark wie noch nie zuvor.

Macht es die Stars nervös, so etwas zu hören?

Wittwer: Jein, wir hatten schon immer harte Duelle gegen Reinach, zeigten aber auch nicht immer unser bestes Eishockey. Wir werden auf jeden Fall gewarnt sein.

Wie sehen Sie die Entwicklung der Derby-Affiche zwischen den Red Lions und den Stars ?

Schnyder: Ich denke, die Rivalität muss noch reifen. Beim letzten Heimspiel war die Stimmung zwar aufgeheizter als bei einer normalen Partie, aber sicherlich war es noch nicht der Derby-Charakter, den man sich wünscht.

Wittwer: Ich stimme dem zu, es muss sich noch entwickeln, damit von einer Derby-Rivalität gesprochen werden kann. Aber man spürt schon auf dem Eis, dass die Spannung von Jahr zu Jahr grösser wird.

Wittwer und Schnyder über die Entwicklung der Rivalität zwischen den Stars und den Red Lions.

Wittwer und Schnyder über die Entwicklung der Rivalität zwischen den Stars und den Red Lions.

Profitiert das Eishockey im Aargau von dieser zu­nehmenden Rivalität im Kanton?

Schnyder: Viele Spieler aus der Region gehen nach Zürich, weil es dort viele Klubs gibt. Das wird sich künftig hoffentlich ändern. Ich gehe davon aus, dass wir uns auf Dauer gegenseitig besser machen. Die Konkurrenz wird dazu anregen, dass beide Teams noch härter arbeiten.

Wittwer: Eine belebte Rivalität kann sich auch auf den Nachwuchs auswirken. Wenn die Derbys viele Leute anziehen und eine tolle Atmosphäre bieten, ist auch das fördernd für unseren Sport im ganzen Kanton.

Wittwer und Schnyder über das Eishockey im Aargau.

Wittwer und Schnyder über das Eishockey im Aargau.

Sie beide haben bereits 2007 in der NLB gegeneinander gespielt – wie würden Sie ihre Beziehung zueinander beschreiben?

Wittwer (lacht): Das hört sich vielleicht komisch an, aber wir kennen uns gar nicht. Wir haben noch nie im selben Team gespielt, dann lernt man sich nicht wirklich kennen. Uns verbindet sicherlich, dass wir mit über 30 Jahren noch immer in der 1. Liga spielen.

Schnyder: Schön zu sehen, dass ich nicht der einzige Ü30-Spieler in der Gegend bin.

Apropos aufhören: Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus?

Wittwer: Ich möchte mich noch nicht definitiv festlegen, aber bei mir wird es vermutlich die letzte Saison sein.

Schnyder: Wenn es bei mir mit der Familie und dem Job aufgeht, dann könnte ich mir vorstellen, noch eine Spielzeit anzuhängen.

Gibt es noch persönliche Ziele, die Sie erreichen möchten?

Wittwer: Nicht wirklich. In der vergangenen Saison hat sich eine gute Chemie entwickelt, das hat mich motiviert, um zu bleiben. Klar wäre es schön, die Playoffs nochmals zu erreichen.

Ein weiterer Halbfinal, ist kein Thema?

Wittwer: Natürlich wäre ich überglücklich, aber ich will realistisch bleiben. Wenn du mit den Stars oder den Red Lions in die Playoffs kommst, spielst du in der ersten Runde in der Regel gegen eine Top-3-Mannschaft. Gegen die brauchst du aus unserer Sicht schon fast eine Sensation, um durchzukommen.

Wie sieht es in Reinach aus?

Schnyder: Mein Ziel deckt sich mit dem der Mannschaft: Zum ersten Mal die Playoffs erreichen. Ich möchte dem Verein helfen, diesen Meilenstein zu schaffen.

Abschliessende Frage, wie werden die drei Direktduelle (inkl. Platzierungsspiel) zwischen den Red Lions und den Argovia Stars ausgehen? 

Wittwer: Wenn ich jetzt 3:0 für die Stars sage, klingt das wohl ein bisschen arrogant. Aber ich hoffe natürlich, dass wir alle Duelle gewinnen werden und die Nummer 1 im Kanton weiterhin für uns behaupten können. 

Schnyder: Das würde ich so natürlich nicht unterschreiben. Meine Prognose lautet: Wir gewinnen zwei davon und das Dritte verlieren wir ärgerlich im Penaltyschiessen, obwohl wir besser gespielt haben. 

Meistgesehen

Artboard 1