Handball

Wichtige Moralspritze dank Überraschungspunkte für den HSC

Mit dem Remis gegen den Topklub Wacker Thun tankte der HSC Suhr Aarau viel Moral für die kommenden wichtigen Aufgaben gegen die direkten Widersacher aus Gossau und Stäfa. Zum Mann des Spiels avancierte einmal mehr der junge HSC-Torhüter Flavio Wick.

Die Emotionen gingen hoch in der Schlussphase zwischen NLA-Schlusslicht Suhr Aarau und dem Klub der letzten Meisterschaftspartien, Wacker Thun. Denn entgegen dem vermeintlichen Kräfteverhältnis bewegte ein packender, ausgeglichener Abnützungskampf bis zur Schlusssirene – ein Kampf, der je länger, je mehr für eine schon lange nicht mehr erlebte Begeisterung sorgte in der HSC-Heimhalle in Aarau.

Es wäre gar mehr möglich gewesen

«Endlich konnten wir zeigen, was wir können, und unsere Aufwärtstendenz in etwas Zählbares umsetzen», sagte Patrick Romann nach dem 28:28-Unentschieden. Vor allem in der ersten Hälfte setzte der sprungkräftige Rückraumspieler nachhaltige Offensivakzente. Nur Freude aber zeigte sich nicht: Nachwuchstorhüter Flavio Wick trauerte dem naheliegenden doppelten Punktegewinn nach: «Wir waren dem Sieg näher, aber das nötige Quäntchen Glück fehlte.» Auch er hatte recht, denn bei näherer Betrachtung der letzten Minuten hätte gar mehr möglich sein müssen, als das Unentschieden.

Zur Chronologie der erstaunlichen Partie: Sie begann doppelt unglücklich. Die Berner Oberländer übernahmen das Diktat früh. Dazu gesellte sich ein arger Dämpfer für den Aussenseiter. Bereits nach gut fünf Spielminuten sah der HSC-Torhüter Tomislav Stojkovic die rote Karte, nachdem er einen Gegenstosspass von seinem Gegenüber Andreas Merz abzufangen gehofft hatte, aus dem Tor geeilt und mit dem Feldspieler zusammengeprallt war. Nachwuchshüter Flavio Wick kam aufs Feld und hielt den Siebenmeter von Nationalspieler Lukas von Deschwanden. Dennoch hiess es wenig später 1:4, und Wick fand schwerlich in die Partie.

Punkt öffnet die Augen

Doch langsam verlagerte sich das Geschehen und der Vorsprung der Berner schmolz. In der 20. Minute glich das frech, frisch und schnell aufspielende Suhr Aarau aus, und drei Minuten später glückte die erstmalige Führung. Diese hielt vier Minuten über die Pause (17:15) hinaus. Wer nun aber überzeugt war, die grössere Klasse und Breite des Kaders beim Widersacher vom Thunersee zahle sich aus, sah sich getäuscht. Und zwar gleich doppelt. Den Zwei-Tore-Vorsprung (47. Minute) wusste das Team von Ex-Nationalspieler Martin Rubin nicht zu verwalten. Und auch in der hektischen Schlussphase strahlte es keineswegs mehr Ruhe aus. Vielmehr lagen die Vorteile in der letzten Spielminute in Überzahl beim Heimklub. Für einen gewinnbringenden Schlussangriff fehlte aber die nötige Abgeklärtheit.

Schwieriger kommende Aufgaben

Wertvoll aber ist dieses Resultat auf jeden Fall, und das sahen die Spieler auch. «Wir wurden endlich belohnt», sagte Romann. «Wir entfachten ein Feuer, und dieses Erlebnis gibt uns Rückhalt und öffnet die Augen», betonte Wick. Dem pflichtete Coach Guido Frei bei und blickte voraus: «Dieser eine Punkt zählt fast wie zwei, wenn ich an die gewonnene Moral auf die kommenden schweren Aufgaben gegen die direkten Widersacher Gossau und Stäfa denke.»

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