Challenge League
Wiedersehen nach dem Barragekrimi: So viel hat sich beim FC Aarau seit dem Scheitern an Xamax verändert

Erstmals seit dem 2. Juni 2019 kommt es im Brügglifeld zum Duell Aarau gegen Xamax (Samstag 18.30 Uhr, im AZ-Liveticker): Was sich beim Heimteam seither verändert hat.

Sebastian Wendel, Ruedi Kuhn
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Elsad Zverotic (Mitte) verschiesst als einziger Spieler seinen Elfmeter und muss danach von den Teamkollegen getröstet werden.

Elsad Zverotic (Mitte) verschiesst als einziger Spieler seinen Elfmeter und muss danach von den Teamkollegen getröstet werden.

Keystone

Wissen Sie noch, was Sie am 2. Juni 2019 getan haben? Falls Sie an diesem glutheissen Sonntag im Brügglifeld waren, dann ganz bestimmt. Knapp 8000 Fans sind freudetrunken ins Stadion gepilgert, um den FC Aarau auf dem letzten Wegstück Richtung Super League zu begleiten. Das Hinspiel in Neuenburg wurde 4:0 gewonnen – was soll da noch schiefgehen? Der Rest ist bekannt: Der FC Aarau ist tatsächlich nicht aufgestiegen.

Der FC Aarau verliert gegen Xamax nach Penaltyschiessen.
36 Bilder
Damit verpasst der FCA den angestrebten Aufstieg in die Super League.
FCA-Keeper Nikolic kann keinen Xamax-Elfer parieren.
BG: Barrage-Rückspiel: FC Aarau - Neuchâtel Xamax (2.6.19)
Er versenkt seinen Elfmeter als einziger Aarauer nicht im Tor.
Hier hält Xamax-Goalie Laurent Walthert Zverotics Schuss.
Serey Die verwandelt später den entscheidenden Elfmeter für die Neuenburger...
... und bejubelt den Ligaerhalt.
Die Aarauer Spieler sind nach dem Spiel am Boden zerstört.
Emotionen pur.
Kein Trost hilft.
Die Enttäuschung steht auch den Zuschauern ins Gesicht geschrieben.
Auf der anderen Seite kann Walthert sein Glück kaum fassen.
Grosser Jubel beim Neuenburger Pietro Di Nardo.
Der FC Aarau liegt nach 90 Minuten 0:4 zurück. Es kommt zur Verlängerung.
Soweit hätte es nicht kommen müssen: In der 90. Minute hatte Marco Schneuwly aus drei Metern das leere Tor verfehlt.
Der einstige Torschütze vom Dienst kann es kaum fassen.
In der Verlängerung fallen keine Tore. Das Penaltyschiessen muss entscheiden.
Damit hätte wohl auch Sportchef Sandro Burki nicht gerechnet.
Fassungslosigkeit bei den FCA-Spielern.
Die Bilder der ersten Halbzeit: In der 20. Minute bringt Serey Die Xamax vom Punkt mit 1:0 in Führung.
In der 29. Minute erhöht Oss auf 2:0.
Noch vor der Pause trifft Kemal Ademi per Kopf zum 3:0 für Xamax.
Die Aarauer Offensive um Stefan Maierhofer bleibt in der ersten Halbzeit blass.
Aarau liegt bereits nach 45 Minuten mit 0:3 zurück.
Norman Peyretti (r.) im Duell mit Marcis Oss.
Stefan Maierhofer (l.) versucht, sich gegen zwei Neuenburger zu behaupten.
Parade von Torhüter Nikolic.
In der 72. Minute trifft Tréand zum 4:0. Die Verlängerung ist Tatsache. Der Rest ist bekannt.
Vor dem Spiel: Die Mannschaften sind bereit.
Die Choreo der FCA-Fans vor dem Spiel.
Sportchef Sandro Burki und Trainer Patrick Rahmen vor dem Spiel.
Das Brügglifeld ist ausverkauft.
Xamax-Topscorer Raphaël Nuzzolo nimmt nur auf der Tribüne Platz. Er ist gesperrt.
Die Zuschauer strömen ins Brügglifeld.
FCA-Präsident Alfred Schmid unterstützt die Mannschaft im Stadion.

Der FC Aarau verliert gegen Xamax nach Penaltyschiessen.

freshfocus

Am Samstag, 24. Oktober 2020, 510 Tage nach dem 2. Juni 2019, tritt Xamax erstmals seit dem «Wunder vom Brügglifeld» wieder in Aarau an.

Ausser Name, Logo und Stadion hat sich beim FC Aarau so ziemlich alles verändert:

Machtwechsel an der Klubspitze

Wäre der FC Aarau am 2. Juni 2019 aufgestiegen, wäre es wohl frühzeitig zum Machtwechsel an der Klubspitze gekommen: Weil er jedoch unbedingt nach einem positiven Erlebnis abtreten wollte, wartete Alfred Schmid die Stadionabstimmung am 24. November 2019 ab und gewann sie, um danach sukzessive und endgültig am 25. Mai 2020 den Stab an seinen längst bekannten Nachfolger Philipp Bonorand zu übergeben. Gemeinsam mit Schmid ist sein Wegbegleiter und Vizepräsident Roger Geissberger abgetreten, zusammen sind sie 13 Jahre lang der FC Aarau AG vorgestanden.

Neu im Verwaltungsrat ist seit diesem Jahr Nico Barazetti. Nach einem Jahr mit sieben Mitgliedern besteht das Gremium nun wieder wie gehabt aus deren sechs: Philipp Bonorand, Ruedi Vogt, Peter Zubler, Karl Oldani, Kurt Sandmeier und Nico Barazetti.

Trainerwechsel von Patrick Rahmen zu Stephan Keller

Am 10. Juli 2020 musste Patrick Rahmen sein Trainerbüro im Brügglifeld räumen. Wenig überraschend aus sportlicher Sicht, der Zeitpunkt indes war speziell, da der FCA zu diesem Zeitpunkt weder nach vorne noch nach hinten in der Tabelle etwas bewirken konnte.

Die einen sagen, Rahmen habe seit dem 2. Juni 2019 den verpassten Aufstieg wie einen Rucksack voll schwerer Steine mit sich getragen und sei die Last bis zuletzt nicht losgeworden. Andere sagen, die Mannschaft nach dem 2. Juni 2019 sei im Vergleich mit jener davor um Längen schlechter gewesen – charakterlich als auch qualitativ. Und Rahmen sei als Trainer naturgemäss zum Bauernopfer geworden.

Die Frage, ob Rahmen immer noch FCA-Trainer wäre, hätte er den Aufstieg realisiert – sie ist müssig. Fakt ist: Seit dem 10. Juli 2020 ist Stephan Keller, der zuvor eineinhalb Jahre lang Rahmens Assistent war, Chefcoach des FC Aarau. Er hat den gleichen Auftrag wie sein Vorgänger: Den FC Aarau in die Super League führen – 2023 soll es so weit sein.

Ungenügende Bilanz

Vom praktisch Aufgestiegenen zum Challenge-League-Kellerkind: Seit der auf unglaubliche Art und Weise vergeigten Barrage gegen Xamax am 2. Juni 2019 hat der FC Aarau in der Challenge League insgesamt 41 Spiele bestreitet. Von diesen hat er zwölf gewonnen und deren 17 verloren. 12-mal endete die Partie unentschieden. Die vergangene Saison endete auf Rang 8. Dem Abstiegskampf entging man nur dank Corona. In die aktuelle Saison startete der FCA mit sieben Punkten aus den ersten fünf Spielen. Alle sieben Punkte wurden in den vergangenen drei Spielen gewonnen, die Tendenz zeigt also nach oben.

Kaderumbruch und neue Hierarchien

Seit dieser Saison gilt im Spielerkader des FC Aarau die Devise «nachhaltig und regional». Junge aus der Region stammende Spieler sollen mehr Gewicht bekommen und sich in einem kompetitiven Umfeld entwickeln. Auch der Rest des Kaders ist verjüngt worden: So dürfen Neuzugänge nur älter als 24 sein, wenn sie als einer von fünf Führungsspielern vorgesehen sind. Nur noch acht (!) Spieler des Barrage-Kaders sind auch heute noch beim FC Aarau.

Der Kaderumbruch hat drei Gründe: der Präsidiumswechsel, die finanziellen Einbussen durch Corona und der am 2. Juni 2019 verpasste Aufstieg.

Wäre Letzterer gelungen, hätte die Klubführung in den ersten Jahren wohl auf die Etablierung in der Super League gesetzt, sprich ins Kader investiert. Dass Eigengewächs Mats Hammerich für Captain Elsad Zverotic ins Team rutscht, wie in den vergangenen zwei Spielen geschehen? In der Super League undenkbar, zu Beginn eines langfristigen Konzepts hingegen schon.

Nur noch Jäckle und Giger sind übrig: Die FCA-Aufstellung vom 2. Juni 2019 und die voraussichtliche FCA-Aufstellung beim nächsten Aufeinandertreffen mit Xamax am 24. Oktober 2020

Nur noch Jäckle und Giger sind übrig: Die FCA-Aufstellung vom 2. Juni 2019 und die voraussichtliche FCA-Aufstellung beim nächsten Aufeinandertreffen mit Xamax am 24. Oktober 2020

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