Argovia Stars

«Wir brauchen Typen mit Eiern» – das Fazit zur Saison der Argovia Stars

Die Argovia Stars dürfen zufrieden mit ihrer Saison sein.

Die Argovia Stars dürfen zufrieden mit ihrer Saison sein.

Roger Gerber ist seit dieser Saison Trainer der Argovia Stars und konnte dabei in den vergangenen Monaten einiges verändern. Der Coach blickt nun auf eine packende Saison zurück, die vom Höhenflug bis zu ersten Rückschlägen alles mit sich gebracht hat.

So ganz verdaut hat Roger Gerber die Niederlage in Spiel 4 gegen den EHC Wetzikon noch nicht. War es ein Problem der Mentalität? Haben einfach die Kräfte gefehlt? Hätte man die Linien anders gestalten sollen? Was waren die Gründe für den schwachen Auftritt im zweiten und letzten Playoff-Heimspiel?


Natürlich stellte der Trainer diese Fragen auch seiner Mannschaft in der Video-Analyse im Abschlusstraining drei Tage nach dem Ausscheiden gegen die Wetziker. «Ich musste feststellen, dass der Respekt vor der sehr physischen Spielweise des Gegners sehr gross war. Gewisse Spieler waren eingeschüchtert.» Natürlich hätten zudem die Ausfälle von Thomas Wälti und Pascal Wittwer grossen Einfluss auf den Energie-Haushalt seiner Leistungsträger gehabt, erklärt Gerber.

Endstation Playoff-Viertelfinal: Die Argovia Stars müssen sich gegen Wetzikon geschlagen geben.

Endstation Playoff-Viertelfinal: Die Argovia Stars müssen sich gegen Wetzikon geschlagen geben.


Dass sein Team gegen eine Mannschaft ausgeschieden ist, die in der kommenden Saison möglicherweise in der MySports League spielen wird, ist dem Trainer zwar durchaus bewusst, doch als Ausrede will er die ¬Kräfteverhältnisse für den Auftritt im letzten Spiel der Saison nicht gelten lassen. «Egal, wie der Gegner heisst, als Coach mit Ambitionen ärgert es mich, wenn wir in einem Drittel fünf Tore eingeschenkt bekommen. Wenn das nicht so wäre, dann hätte ich in der 1.Liga bei den ¬Argovia Stars nichts zu suchen.»


Trotzdem sei er stolz auf die Leistung seines Teams: «Wir haben in dieser Saison das Maximum herausgeholt. Für mich ist die Reise damit aber nicht fertig. Ich verfolge einen Dreijahresplan. Zuerst säen, dann wachsen lassen und anschliessend ernten.» Gesät hat Gerber in dieser Saison ordentlich. Sieben Junioren konnte er in seinem Kader eingliedern.

Roger Gerber sorgte bei den Argovia Stars für Veränderungen.

Roger Gerber sorgte bei den Argovia Stars für Veränderungen.


Keine Beschilderung, keine Musikanlage


Der Coach erhofft sich, dass ihm einige davon auch in der kommenden Saison erhalten bleiben. Nebenbei holte er mit Simon Theiler einen Assistenten ins Team, der als erfahrener Goalietrainer (seit fünf Jahren bei der Frauen Nationalmannschaft) viel Kompetenz mitbringt.

Zudem versuchte der Trainer, die Infrastrukturen zu verbessern. «Als ich im letzten Jahr nach Aarau kam, war noch nicht einmal die Garderobe beschildert, auch eine Musik-Anlage war nicht vorhanden. Mittlerweile konnten wir uns in diesen Bereichen dem 1.Liga-Standard anpassen. Das war dringend notwendig.»

Kein Zweifel, Gerber hat vieles bewirkt in seiner ersten Saison. Jedoch muss der Langenthaler nun erste Rückschläge hinnehmen. Mit Thomas Wälti, Daniel Eichenberger und Marc Gisin verliert der Coach drei seiner wichtigsten Routiniers, die den Rücktritt geben. Auch die Zukunft vom verletzten Topspieler Pascal Wittwer (kuriert derzeit eine Schnittwunde am Oberschenkel aus) ist ungewiss.

Gewichtiger Verlust für die Stars: Marc Gisin tritt zurück.

Gewichtiger Verlust für die Stars: Marc Gisin tritt zurück.

Gerber macht keinen Hehl daraus, dass er gleichwertigen Ersatz für die Abgänge braucht, sofern die Stars auch künftig in den Playoffs mitspielen wollen: «Ich hätte gerne einen Spieler, der auch in der Garderobe kein Blatt vor den Mund nimmt und Verantwortung übernimmt. Wir brauchen Typen mit Eiern.»

Bleibt er bei den Stars? Die Zukunft von Leistungsträger Pascal Wittwer ist derzeit ungewiss.

Bleibt er bei den Stars? Die Zukunft von Leistungsträger Pascal Wittwer ist derzeit ungewiss.


Gewichtige Abgänge 


Dementsprechend will Roger Gerber auch noch keine Zielvorgabe für die kommende Saison definieren, bevor das Kader nicht definitiv zusammengestellt ist. Das Grundgerüst stehe bereits, aber der Coach möchte noch Transfers vornehmen. Dafür muss er nicht nur sehr viel Zeit für das Scouting investieren, sondern ist auch auf Glück angewiesen.


Zum einen, weil dem Budget der Stars gewisse Grenzen gesetzt sind und zum anderen, weil Faktoren wie Trainingszeiten und Standort für potenzielle Wunschkandidaten eine Rolle spielen. «Mein Amt ist manchmal ein Full-Time-Job. Aber ich bin mit einem Plan hierhergekommen und will diesen auch durchziehen, dafür braucht es viel Commitment», betont der Cheftrainer.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1