Die Langdistanz liegt Matthias Merz: 2007 wurde er in Kiew Weltmeister, in Lausanne holte er letztes Jahr die Silbermedaille. So ausgepumpt wie an der Heim-WM war er in Vuokatti jedoch nicht: «Das Gelände kann man nicht vergleichen. Das heimische Terrain hatte ich so gut im Griff, dass ich läuferisch noch mehr ans Limit gehen konnte», vergleicht Matthias Merz: «Klar hätte ich mich gefreut, auch hier in Finnland eine Medaille zu holen. Aber man muss immer schauen, nicht schneller zu laufen, als dass man es auf der Karte noch gut im Griff hat!»

Einen Gegner, an dem er sich hätte orientieren können, suchte Matthias Merz lange Zeit vergebens. Erst in einer Gruppe von Posten, die in kurzem Abstand und in Schmetterlingsform zueinander standen, fand der Seetaler einen solchen Anhaltspunkt: «Da sah ich Daniel Hubmann, der vier Minuten hinter mir startete, und erkannte, dass wir zeitlich nahe beieinander sind.»

Sicherer Lauf mit Suchaktionen

Zur Bronzemedaille fehlten dem Bauingenieur ETH im Ziel 51 Sekunden – für Matthias Merz war klar, wo er diese Zeit im Wald verloren hat: «Es hatte ein paar Posten, die schlecht sichtbar waren, und die man sehr genau anlaufen musste. Das gelang mir nicht bei allen, und ich suchte vor der Stadionpassage zwei Posten recht lange.»

Bei einer dieser im dichteren Wald stehenden Kontrollen passierte übrigens Simone Niggli genau dasselbe. Im Schlussteil arbeitete sich Matthias Merz sukzessive nach vorne und klassierte sich auf dem sechsten Rang. Nicht, dass er läuferisch zugelegt hätte, aber ihm gelang es, das angeschlagene Anfangstempo bis zum Schluss durchzuziehen.

Titel an Frankreich

Andere, die den Wettkampf schneller angegangen waren, büssten in dieser Phase dafür. Der Weltmeistertitel ging an Thierry Gueorgiou, nach seinem Sprint-Goldlauf ist der auch als «König der Mitteldistanz» bekannte Franzose definitiv der grosse Favorit für die letzte Einzelprüfung dieser WM. Dort muss Matthias Merz zuschauen, aber er kommt am Samstag in der abschliessenden Staffel nochmals zum Einsatz.

Mehr als die Namen der vorgesehenen Athleten gibt das Schweizer Männerteam jedoch nicht preis. Merz erwähnt, dass er eine grosse Routine habe und die läuferische Form stimme, ansonsten ist er rund um das Thema Staffel ebenfalls recht schweigsam – doch das scheint ganz einfach Teil des Spiels zu sein!