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Knappe Niederlage in Basel - Die Red Boots Aarau scheitern an sich selbst

Die Red Boots Aarau warten weiter auf den ersten Sieg in der Meisterschaft. Bei der 0:1-Auswärtsniederlage gegen den FCB scheitert das Team von Selver Hodzic an der mangelnden Chancenauswertung.

Nicolas Blust
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Bittere Niederlage in Basel. Julia Höltschi und die Red Boots Aarau scheitern an der mangelnden Chancenverwertung.

Bittere Niederlage in Basel. Julia Höltschi und die Red Boots Aarau scheitern an der mangelnden Chancenverwertung.

Marc Schumacher / freshfocus

Bei winterlichen Temperaturen von fünf Grad freuen sich rund 400 Zuschauer auf dem Nachwuchscampus des FC Basel auf die Partie FCB-Aarau. Eine tolle Kulisse und eine noch bessere Stimmung heizen den beiden Teams von Beginn an so richtig ein.

Aarau vergibt mehrere Chancen zur Führung

Und die heisse Stimmung auf den Rängen überträgt sich nach rund zehn Minuten auch auf die Spielerinnen. Angetrieben von den wenigen Aarauer Fans setzt Aussenverteidigerin Rebecca Storr zum Sololauf über die rechte Seite an. Mehrer Gegenspielerin lässt die Aarauerin stehen, ehe ihre Flanke im letzten Moment noch abgeblockt wird. Die Red Boots sind nach dieser Aktion aber hellwach und gut im Spiel.

Sonja Giraud müsste die FCA Frauen nach einer Viertelstunde bereits in Führung bringen. Völlig freistehend scheitert sie aber am Basler Goalie Tschudin. 15 Zeigerumdrehungen später ist es erneut Giraud, die nach einem Fehlpass im Aufbau des FCB vor Tschudin auftaucht. Und die FCA-Stürmerin scheitert erneut an der glänzend parierenden Schlussfrau. Die Führung für die Gäste wäre zu diesem Zeitpunkt mehr als verdient gewesen.

Doch es kommt wie so oft im Fussball, wenn man die Chancen vorne nicht nutzt. Nach 36 Minuten kommt Eleni Markou nach einem Freistoss von rechts frei aus fünf Metern zum Kopfball. FCA-Torhüterin Seraina Friedli, die zuvor einige Male mirakulös rettete, ist chancenlos. In der Nachspielzeit kommt erneut Sonja Giraud zu einer Topchance, doch die robuste Stürmerin vergibt auch die dritte Riesenchance. So steht es nach 45 äusserst unterhaltsamen Minuten 1:0 für die Gastgeberinnen vom Rheinknie. Ein schmeichelhaftes Ergebnis gemessen an den Chancen.

Trainer Selver Hodzic war entsprechend zufrieden mit der Leistung im ersten Durchgang: «Ich habe meinen Spielerinnen zu dieser ersten Halbzeit gratuliert.» Lediglich das Ergebnis konnte dem Trainer nicht gefallen.

Aarau fehlt im zweiten Durchgang die Durchschlagskraft

Im zweiten Durchgang mussten die Zuschauer nicht lange auf die erste gute Chance des Spiels warten. Und es waren wieder die Gäste aus Aarau, die gefährlich im gegnerischen Strafraum auftauchten. Doch auch Julia Höltschi konnte Michèle Tschudin mit ihrem Abschluss nicht überwinden. In der Folge waren es vor allem die Baslerinnen, die dem Spiel ihren Stempel aufdrückten. Zu selten konnten sich die Red Boots aus der eigenen Hälfte lösen und für offensive Entlastung sorgen.

Es war dann auch Torhüterin Seraina Friedli zu verdanken, dass das Spiel nicht bereits nach einer Stunde entschieden wurde. Mehrere Male hielt die Aarauer Torhüterin ihre Farben mit mirakulösen Paraden im Spiel.

Aarauer Schlussoffensive wird nicht belohnt

In der hitzigen Schlussphase warfen die Red Boots dann noch einmal alles nach vorne. Zu einer wirklich guten Torchance kamen sie aber nicht mehr. Trotz vieler Freistösse konnten sie kaum noch Torgefahr entwickeln. «Daran müssen wir arbeiten», konstatiert auch Hodzic nach Spielschluss über die harmlosen Freistösse seines Teams.

Am Ende stehen die FCA Frauen trotz einer mehr als ansprechenden Leistung erneut mit leeren Händen da. Trotzdem dürfen sie mit ihrem Auftritt zufrieden sein. «Ein Riesenkompliment an meine Mannschaft. Sie sind viel gelaufen und haben super gekämpft», bilanziert Hodzic und fügt an: «Wir haben das Beste aus unseren Möglichkeiten rausgeholt.»

Wäre da nur nicht die fehlende Effizienz vor dem gegnerischen Kasten. «Momentan fehlt uns einfach etwas das Glück und uns fehlt das Erfolgserlebnis», meint Trainer Hodzic. Im Training zeige sich sein Team nämlich abschlussstark. Nun gilt es, dies auch im Spiel umzusetzen. Denn viel fehlt nicht für den ersten Sieg in der Meisterschaft. Gegen Basel hätte dieser mit der nötigen Effizienz bereits Tatsache sein können.

Die nächste Aufgabe wird aber kaum einfacher als das Spiel gegen den FCB. In zwei Wochen empfangen die Red Boots den Tabellenführer aus Zürich. Die FCA Frauen haben aber gezeigt, dass mit einer guten Chancenauswertung auch dort etwas drinliegt.

Partie verpasst? Lesen Sie den Spielverlauf hier im Liveticker nach:

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