NLA-Handball

Zoltan Cordas kehrt in die Schweiz zurück: Der ehemalige HSC- und TVE-Trainer übernimmt im Sommer St. Otmar St. Gallen

Zoltan Cordas (l.) übernimmt im Sommer das Traineramt bei St. Otmar St. Gallen.

Zoltan Cordas (l.) übernimmt im Sommer das Traineramt bei St. Otmar St. Gallen.

Zoltan Cordas wird ab Juni 2020 Trainer des NLA-Klubs St. Otmar St. Gallen. Als Trainer des damaligen TV Suhr, des TV Endingen und des TV Möhlin hatte der mittlerweile 57-jährige tiefe Spuren in der Aargauer Handball-Landschaft hinterlassen.

«Ich bin zurück!» Der Text der E-Mail, welche die AZ am frühen Donnerstagmorgen erreicht, ist kurz und bündig. Angehängt ist die kurz vor sechs Uhr morgens verschickte Medienmitteilung von St. Otmar St. Gallen. Der Verfasser der E-Mail ist in der Aargauer Handballszene ein alter Bekannter: Zoltan Cordas.

Der 57-jährige Österreicher mit serbisch-ungarischen Wurzeln übernimmt im Juni 2020 das Traineramt bei St. Otmar St. Gallen. Cordas übernimmt in der Ostschweiz die Nachfolge des aktuellen Spielertrainers Bo Spellerberg. Der Entscheid, den Ende Saison auslaufenden Vertrag des mittlerweile 40-jährigen Dänen nicht zu verlängern, sei dem Vorstand «mehr als schwergefallen», heisst es in der Medienmitteilung.

«Ich bin unendlich glücklich», sagt Cordas gegenüber der AZ und ergänzt zur besseren Einordnung seiner Gefühlswelt: «Das ist ein wunderbares Weihnachtsgeschenk für mich. Ich bin glücklicher als die Kinder angesichts ihrer Geschenke unter dem Baum.»

Mit Cordas haben die St. Galler indes einen Nachfolger gefunden, der sich im Schweizer Handball bestens auskennt, einen ausgezeichneten Ruf geniesst und über die höchsten Trainerdiplome verfügt. Als Spieler war der Linkshänder sowohl für die jugoslawische als auch die österreichische Nationalmannschaft aufgelaufen und hatte 1989 bei St. Otmar seinen ersten Vertrag im Ausland unterschrieben.

Im Lauf seiner Karriere als Aktiver feierte Cordas mit Linz je drei Mal den Meister-, den Cup- und den Supercup-Titel. Ausserdem stand er mit den Österreichern im Jahr 1994 im Final des EHF-Cups. Seine Spielerkarriere beendete Cordas bei der HSG Wetzlar in Deutschland.

Tiefe Spuren im Aargau hinterlassen

Als Trainer hat Cordas beim damaligen TV Suhr, dem TV Endingen und dem TV Möhlin tiefe Spuren in der Aargauer Handball-Landschaft hinterlassen. Zuletzt hatte er den österreichischen HC Linz trainiert, wo er allerdings im Februar dieses Jahres das Handtuch geworfen hatte. Spekulationen, dass er mit St. Otmar in Verbindung gestanden sei, hatte Cordas damals dementiert.

Die lange Zeit ohne Tätigkeit im Handballsport hat an Cordas genagt: «Ich sage immer, dass ein Tag ohne Handball ein verlorener Tag ist. Dass ich seit Februar nicht mehr als Trainer im Amt war, hat mich belastet. So lange ‹ausser Betrieb› zu sein macht mich krank», sagt er. Das zeigt sich auch darin, dass Cordas, der in Österreich wohnt, in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder in Schweizer Handballhallen als Zuschauer aufgetaucht ist. Er kann einfach nicht ohne.

Zoltan Cordas (M.) bei der Vertragsunterschrift bei St. Otmar St. Gallen mit Sportchef Andy Dittert (l.) und Präsident Hans Wey.

Zoltan Cordas (M.) bei der Vertragsunterschrift bei St. Otmar St. Gallen mit Sportchef Andy Dittert (l.) und Präsident Hans Wey.

Bei den Ostschweizern freut man sich auf den neuen Trainer: «Der TSV St. Otmar ist überzeugt davon, dass Cordas aufgrund seiner fachlichen Kompetenzen und seiner Persönlichkeit die erfolgreiche Arbeit von Bo Spellerberg nicht nur weiterführen, sondern mit seiner Leidenschaft und Begeisterung für den Handballsport auch in St. Gallen nachhaltige Akzente setzen wird», heisst es in der Medienmitteilung.

Und wer Cordas kennt, der weiss, dass St. Otmar genau das kriegen wird. Wenn der charismatische Cordas ein Traineramt annimmt, dann macht er das richtig und voller Überzeugung. Davon können sie in Suhr, Endingen und Möhlin mehr als nur ein Liedchen singen.

Meistgesehen

Artboard 1