Challenge League

Zu Beginn total von der Rolle: Der FC Aarau unterliegt Tabellenführer Lausanne-Sport mit 1:3

Der FC Aarau muss sich im Heimspiel gegen den Tabellenführer FC Lausanne-Sport nach drei Gegentoren in der Startphase mit 1:3 geschlagen geben. In der Nachspielzeit wurde Geoffroy Serey Dié mit der Ampelkarte des Feldes verwiesen.

Kurz vor dem Ende verlor Geoffroy Serey Dié die Nerven und grätsche dem bedauernswerten Cameron Puertas gnadenlos in die Beine. Weil der Ivorer zuvor bereits die gelbe Karte gesehen hatte, schickte ihn Schiedsrichter Sandro Schärer zu Recht vom Platz.

Und setzte aus Sicht des FC Aarau den unrühmlichen Schlusspunkt hinter einen völlig missglückten Abend mit einer 1:3-Niederlage gegen den FC Lausanne-Sport, der damit den Vorsprung auf die Gastgeber auf zehn Punkte ausbaute.

Wobei: Mit der in der ersten Halbzeit gezeigten Verfassung müssen sich die Aarauer nicht am Leader der Challenge League orientieren, sondern primär einmal schauen, dass sie ihre eklatanten defensiven Mängel mit schon 25 Gegentoren abstellen.

Rahmens Prophezeiung wird zur brutalen Realität 

Die Ratlosigkeit stand Patrick Rahmen hinterher ins Gesicht geschrieben, als er hätte erklären sollen, was in den ersten elf Spielminuten schiefgelaufen war. Eindringlich hatte der Trainer in der Spielvorbereitung doch darauf hingewiesen, wie matchentscheidend Standardsituationen sein würden.

Doch seine Spieler verhielten sich, als hätten sie bei seinen Instruktionen Ohropax in den Ohren gehabt. Jedenfalls fehlte es in den ersten neun Minuten bei einem durch den Lausanner Captain Stjepan Kukuruzovic ausgeführten Corner und einem Freistoss desselben Spielers an beidem: an Konzentration und dem Willen, nichts zuzulassen. So stand es nach zwei Kopftoren von Aldin Turkes (3.) und Andi Zeqiri (8.) 2:0 für die Gäste, noch bevor der FC Aarau begonnen hatte, Fussball zu spielen.

Als dann Turkes nach elf Minuten und einer Hereingabe seines kongenialen Partners Zeqiri auch aus dem Spiel heraus ins Tor traf, zum zehnten Mal im elften Spiel, stand es 3:0 und das Spiel war im Prinzip entschieden.

Die Raumdeckung hat Schiffbruch erlitten

«Nach den vielen Gegentoren nach ruhenden Bällen hatten wir in Kriens auf eine Raumdeckung umgestellt und waren damit erfolgreich gewesen. Heute hat das überhaupt nicht mehr geklappt», sagte der konsternierte Rahmen. Kukuruzovic dagegen freute sich: «Nach zwei stehenden Bälle von mir nach acht Minuten 2:0 zu führen, das habe ich auch noch nie erlebt.»

Nach dem frühen 0:3 waren auf der Pressetribüne gewiefte Statistiker ans Werk gegangen um herauszufinden, dass es für den FC Aarau vor ziemlich genau zwanzig Jahren letztmals eine derart alptraumhafte Startphase gegeben hatte.

Am 16. Oktober 1999 hatte der FCA im Olma-Spiel beim FC St. Gallen schon nach neun Minuten mit 0:3 im Rückstand gelegen. Die kleine Pointe: Der heutige Lausanner Trainer Giorgio Contini hatte im Espenmoos das 3:0 erzielt.

Noch einmal Hoffnung im Brügglifeld 

Nachdem Rahmen in der Halbzeit Kevin Spadanuda, Petar Misic und Stefan Maierhofer ausgewechselt und Patrick Rossini, Yvan Alounga und Gezim Pepsi gebracht hatte, wurden die Aarauer besser. Es ging ein Ruck durch die Mannschaft.

Als Lausannes Per-Egil Flo vier Minuten nach Wiederanpfiff eine Hereingabe von Rossini ins eigene Tore lenkte, keimte bei den 2900 Zuschauern im Brügglifeld noch einmal Hoffnung auf. Und hätte Elsad Zverotic in der Folge wenigstens eine seiner zwei Möglichkeiten genützt, oder hätten später Rossini oder Leo das 2:3 erzielt, es wäre wieder vieles möglich geworden.

Lausanne wirkte längst nicht mehr so stilsicher wie vor der Pause, brachte den Sieg aber über die Zeit. Turkes sagte: «Bei uns läuft es derzeit einfach wunderbar.» Was sich im Falle des FC Aarau nicht sagen lässt. Zumal nun mit Wil und Stade Lausanne-Ouchy zwei Auswärtsspiele anstehen.

Sie haben die Partie verpasst? Lesen Sie hier im Liveticker alles über die 1:3-Niederlage des FCA nach.

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