Schwimmen
Zum ersten Mal am Start bei der Elite

Heute beginnen die Kurzbahn-Europameisterschaften in Eindhoven. Der Mumpfer Yannick Käser tritt erstmals in seiner Karriere nicht mehr als Junior auf dem internationalen Parkett auf. Schwimmen

Patrick Pensa
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bz Basellandschaftliche Zeitung

Pieter van den Hoogenband Zwem-stadion. Ein eigenes Hallenbad, pardon, Schwimmstadion. Nein, so weit ist Yannick Käser noch nicht. Aber er darf immerhin an den Europameisterschaften im Bassin des dreifachen holländischen Olympiasiegers teilnehmen.

Im Sommer startete der 18-Jährige noch an den Junioren-EM in Helsinki und anschliessend bei den ersten Olympischen Spielen der Junioren in Singapur. «Wir müssen nun den Schritt zu der Elite vollziehen. Die Limiten sind strenger, aber auf der Langbahn sollte Yannick eine Chance haben», meinte SV-Basel-Cheftrainer Dieter Sofka im Spätsommer.

EM-Ticket verpasst

Nun reichte es dem Brustschwimmer schon an den Kurzbahn-SM vor zwei Wochen haarscharf für das EM-Ticket. Nur gerade um vier Hundertstel unterbot er über die 200 Meter die geforderte Limite.

Damit hat der Sportgymnasiast erstmals die Möglichkeit, an einem europäischen Titelwettbewerb Erfahrungen zu sammeln, eine wichtige Station auf dem Weg zu seinem grossen Ziel Olympia 2012 in London.

Dabei sah es an den Schweizer Titelkämpfen in Lausanne erst gar nicht gut aus. Colin Brider, ein 20-jähriger Schwimmer aus Paris, der den Schweizer Pass besitzt und in den USA studiert, schwamm bereits im Vorlauf Meisterschaftsbestzeit, blieb auch im Final vor dem Aargauer und schnappte ihm so den Titel weg.

Von einer Revanche im Becken in Eindhoven will Käser aber nichts wissen: «Es herrscht ein gesunder Konkurrenzkampf. Er hat eine gute Grundschnelligkeit, aber ich hoffe, dass ich dieses Wochenende etwas näher an ihn herankomme.»

Extra Wendentraining in Basel

Dafür hat Käser zusammen mit seinem Trainer in Basel besonders Wettkampfelemente geübt. «Wir haben Starts und Wenden trainiert. An den SM hatte ich dabei wichtige Meter verloren», meint der EM-Debütant.

Er wird neben den 200 m Brust am Sonntag auch die 100 m heute und die 50 m am Samstag schwimmen. «So komme ich langsam in den Wettkampf rein. An den SM sind die 200 m immer gleich am ersten Tag.»

Der Mumpfer will in Holland in jedem Rennen mit Bestzeit aus dem Wasser steigen und in seiner Paradestrecke möglichst nahe an die WM-Limite kommen.

Nach der EM geht es gleich weiter. Eine kurze Pause gibt es erst über Weihnachten. «Wir beginnen direkt mit der Vorbereitung der Langbahn-Saison. Im März finden bereits die nächsten SM statt und auf der Langbahn will ich meinen Titel verteidigen und die WM-Limite knacken.»