Frauenfussball

Auf dem Weg zum Phänomen – Auf die Tore dieser Stürmerin vertraut der FCB vor dem Spitzenspiel gegen Servette

Bereits fünf Tore in vier Spielen: Camille Surdez spielt sich zurück in den Fokus der Nationalmannschaft.

Bereits fünf Tore in vier Spielen: Camille Surdez spielt sich zurück in den Fokus der Nationalmannschaft.

Im Sommer ist Camille Surdez, 22, aus Frankreich in die Schweiz zurückgekehrt. Im Spitzenspiel der Super League trifft sie nun mit dem FCB auf Servette und hofft auf die nächsten Tore.

Es wird ein wegweisender Abend für die Fussballerinnen des FC Basel. Das Spitzenspiel gegen Servette wird Aufschluss darüber geben, ob die Meister-Träume ihre Berechtigung haben – oder vielleicht doch noch zu früh kommen.

Zwei Siege, zwei Unentschieden, das ist die Bilanz des FCB in der bisherigen Saison. Darunter findet sich ein erstes kräftiges Ausrufezeichen, der 3:1-Sieg gegen Serienmeister FCZ. Weil die Zürcherinnen ­ihrerseits das bis anhin ungeschlagene Servette 2:1 besiegten, könnte im Kampf um den Titel ein spannender Dreikampf entstehen.

Konkurrenz für den FCZ? Der Liga kann es nur gut tun

Das Duell mit Servette ist für eine FCB-Spielerin besonders speziell: Camille Surdez. Die 22-jährige Stürmerin hat Wurzeln in der Romandie, zu Beginn der Karriere spielte sie in Yverdon. Es war zu einer Zeit, als die Frauen von Servette noch für Chênois spielten und nicht in den Männerverein integriert waren.

Man hätte sich gut vorstellen können, dass Surdez nach ihrem Engagement bei Bordeaux zu Servette wechselt. «Stimmt», sagt sie und lacht, «aber beim FC Basel hat eben einfach alles gestimmt. Ich wohne in der Nähe meiner Familie, ich kann weiterhin Profi sein, ich spüre von allen sehr viel Vertrauen – und ich habe das Gefühl, ich kann viel beitragen zu den grossen Ambitionen des Vereins.»

Surdez hat ein schwieriges Jahr hinter sich. Sie litt an einem Meniskus-Riss im Knie. Dem Knie, das ihr seit einem Kreuzbandriss vor fünf Jahren immer wieder Probleme macht. Deshalb war für sie seit längerem klar, dass sie aus Bordeaux in die Schweiz zurückkehren will und einen Neustart wagen muss. «Alles, was zählt, ist wieder regelmässig zu spielen, mich behutsam aufzubauen.»

Das scheint ziemlich gut zu gelingen. In vier Spielen hat Surdez bereits fünf Tore erzielt. «Ja, es läuft, der Start war toll», sagt sie vor dem Spitzenspiel. Was zur Frage führt: Spielt sie sich dank ihren guten Leistungen in den Kreis des Nationalteams? Sie möchte das Thema langsam angehen. «Früher habe ich jeweils gedacht: <Wenn ich nicht mehr in der Nati bin, wofür spiele ich dann überhaupt Fussball?> Jetzt sehe ich es anders. Ich bin nicht mehr so gestresst. Geduld ist kein schlechter Ratgeber. Ich bleibe einfach dran, dann kommt es gut.»

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In den zwei Jahren, in denen Surdez nicht mehr in der Schweiz spielte, ist einiges passiert. «Die Liga hat sich verändert, ganz klar. Die Konkurrenz ist grösser, niemand ist mehr unschlagbar. Das war noch anders, als ich von YB zu Bordeaux wechselte.»

Der FC Zürich hat ernsthafte Konkurrenz erhalten um die Vorherrschaft in der Schweiz. Der Liga kann das nur gut tun. Gerade der Weg von Servette ist beeindruckend. Innert zwei Jahren sind die Genferinnen von der NLB an die NLA-Spitze gestürmt, in der abgebrochenen Corona-Saison lagen sie einen Punkt vor dem FCZ. Camille Surdez sagt: «Schon krass, was sie hingekriegt haben innert kürzester Zeit. Ich hoffe, ihr Weg zieht auch andere Klubs mit hoch.»

Der FCB muss sich natürlich auch nicht verstecken. Das Spitzenspiel wird vom Fernsehen live übertragen. Zwar nicht auf SRF2, dort hat Leichtathletik Vorrang. Aber immerhin auf dem Internetportal.

© CH Media
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