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Aufstockung der Super League wird versenkt

YB und St. Gallen: Spielen weiterhin in einer Zehnerliga und vier Mal gegeneinander.

YB und St. Gallen: Spielen weiterhin in einer Zehnerliga und vier Mal gegeneinander.

Wegen der bevorstehenden Ausschreibung des TV-Vertrags mussten die Klubs Klarheit über den Modus schaffen.

In den Stadien der Klubs der Swiss Football tut sich in diesen Wochen und Monaten nichts - ausser, dass der Rasen wächst und ab und zu gemäht werden muss. Das Coronavirus hat den Fussball weiterhin eisern im Griff. Gut möglich, dass in diesem Jahr in der Schweiz wie auch in anderen Ländern keine Spiele mehr vor Publikum stattfinden und Geisterspiele das höchste der Gefühle werden.

Was zur Folge hat, dass wenigstens ausserhalb des Grüns derzeit einiges in Bewegung ist. Die Liga ist jedenfalls gerade dabei herauszufinden, wie und ab wann die letzten 13 Runden der laufenden Meisterschaft 19/20 absolviert werden könnten. Das Ganze entpuppt sich als eine enorme Herausforderung mit einer finanziell nicht zu unterschätzenden Dimension.

Abstimmung um mehr als einen Monat verschoben

Etwas im Schatten davon haben die Ligamitglieder gestern einen weiteren wichtigen Entscheid getroffen. Sie stimmten darüber ab, ob sie die Super League auf 12 Klubs aufstocken wollen, verbunden mit der Einführung des «Schottischen Modus» (33+5 Runden) ab der Saison 2021/22. Das Ganze hätte eigentlich schon am 16. März an einer ausserordentlichen Generalversammlung über die Bühne gehen sollen, war dann aber wegen der Entwicklung der Coronakrise verschoben worden.

Weil aber die Ausschreibung der TV- und Marketingrechte im Rahmen der Zentralvermarktung der SFL ab der Saison 2021/22 ansteht, musste nun betreffend Aufstockung und Modus Klarheit her. So war eine schriftliche Abstimmung über das Format der Meisterschaft für die nächste Vertragsperiode erforderlich geworden.

Noch im Herbst schien eine Vergrösserung der Super League nur eine Formsache zu sein. Dieser Meinung war auch Liga-Präsident Heinrich Schifferle gewesen. Und man dachte, der Modus werde jener sein, der 2018 in Österreich eingeführt worden war mit Final- und Abstiegsrunde und Punktehalbierung.

Mit zehn gegen zehn Stimmen abgelehnt

Dann aber gab es vor allem von Seite des FC Thun Opposition, weil das TV-Geld durch mehr Vereine hätte geteilt werden müssen. Der Entscheid wurde verschoben und plötzlich war der schottische Modus, wiewohl auch mit zwölf Teams, in aller Munde. Ein Vertreter aus Schottland war sogar angereist, um die Erfahrungen damit kundzutun. Offenbar mit zu wenig Überzeugung. Denn mit zehn zu zehn Stimmen scheiterte nun am Donnerstag das Unterfangen, die Liga aufzustocken. Eine Zweidrittelmehrheit wäre nötig gewesen.

Keine Entscheidung fällte dagegen der Zentralvorstand des SFV bezüglich der Amateurligen. Grund für die Verschiebung ist die Ankündigung der Vorsteherin des Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS), Viola Amherd, am kommenden Mittwoch über die Exit-Strategie im Sport zu informieren. Die Amateur Liga und die 13 Regionalverbände haben beantragt, dass alle Fussball-Meisterschaften ab der 2. Liga interregional abwärts abgebrochen und nicht gewertet werden sollen.

Autor

Markus Brütsch

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