Australian Open
Rafael Nadal verliert nach 2:0-Satzführung gegen Tsitsipas und wird von Krämpfen geplagt – Rekord von Federer bleibt bestehen

Stefanos Tsitsipas bezwingt in den Viertelfinals der Australian Open den Spanier Rafael Nadal mit 3:6, 2:6, 7:6, 6:4, 7:5 und steht in den Halbfinals. Damit rettet der Grieche Roger Federers Rekordmarke von 20 Grand-Slam-Titeln. In den Halbfinals trifft Tsitsipas auf Medwedew.

Simon Häring
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Stefanos Tsitsipas bezwingt bei den Australian Open Rafael Nadal.

Stefanos Tsitsipas bezwingt bei den Australian Open Rafael Nadal.

Dean Lewins / EPA

Stefanos Tsitsipas (ATP 6) gelingt eine historische Wende. Der 22-jährige Grieche bezwingt in den Viertelfinals der Australian Open den 20-fachen Grand-Slam-Sieger Rafael Nadal (34, ATP 2) nach 4:05 Stunden Spielzeit mit 3:6, 2:6, 7:6, 6:4, 7:5. Er steht damit zum zweiten Mal nach 2019 in den Halbfinals. Es ist erst das dritte Mal in seiner Karriere, dass Rafael Nadal nach einer 2:0-Satzführung noch verliert: 2005 hatte der Spanier im Final von Miami gegen Roger Federer noch verloren, 2015 scheiterte er in der dritten Runde der US Open am Italiener Fabio Fognini.

Erst zum dritten Mal in seiner Karriere verliert Rafael Nadal noch eine Partie, in der er die ersten beiden Sätze gewonnen hatte.

Erst zum dritten Mal in seiner Karriere verliert Rafael Nadal noch eine Partie, in der er die ersten beiden Sätze gewonnen hatte.

Andy Brownbill / AP

Für Stefanos Tsitsipas, dem erst im vierten Satz beim Stand von 4:4 das erste Break gelingt, ist es der zweite Erfolg nach 0:2-Satzrückstand. Bislang war ihm das nur im letzten Jahr bei den French Open gelungen, als der Grieche noch den Spanier Jaume Munar bezwungen hatte. Nach dem Erfolg sagte Tsitsipas: «Mir fehlen die Worte. Ich weiss nicht, was passiert ist nach dem dritten Satz. Plötzlich flog ich wie ein kleiner Vogel.»

Nadal, der die Australian Open 2009 gewonnen hat, bleibt damit bei 20 Grand-Slam-Siegen. Er teilt sich die Rekordmarke mit Roger Federer.

Nadal hatte zu Beginn des Turniers mit Rückenproblemen zu kämpfen und liess sich eine Spritze setzen. Körperlich habe er sich nicht gut gefühlt, aber als Entschuldigung wollte er das nicht vorschieben. «Tennis ist ein fairer Sport. Jeder bekommt, was er verdient. Ich hatte meine Chancen, die ich nicht nutzen konnte. Und Tsitsipas hat am Ende einfach sehr gut gespielt. Ich habe eine Chance verpasst, aber das Leben geht weiter.» Wenigstens gehe er gesünder nach Hause, als er sich vor zwei Wochen gefühlt habe.

Seine Medienkonferenz nach der Partie muss Rafael Nadal aber kurzzeitig unterbrechen, weil er von Krämpfen geplagt wird. Schon einmal war ihm das passiert: 2011 bei den US Open. «Ich wollte verhindern, dass ich noch einmal zur Vorlage eines Memes werde», scherzte der Spanier nun.

2011 bei den US Open wurde Rafael Nadal von Krämpfen geplagt.

Youtube AP

In den Halbfinals trifft Tsitsipas auf den Russen Daniil Medwedew (ATP 4). Der 25-Jährige gewann zum Abschluss der letzten Saison die ATP Finals und hat mittlerweile 19 Siege in Folge aneinandergereiht, davon deren 11 gegen Spieler aus den Top Ten der Weltrangliste. Zwar hat Medwedew fünf der sechs bisherigen Duelle gegen Tsitsipas gewonnen, die letzte Partie aber gewann der Grieche: 2019 ein Gruppenspiel bei den ATP Finals.

Den anderen Halbfinal bestreiten am Donnerstag Titelverteidiger Novak Djokovic (ATP 1) und Qualifikant Aslan Karatsew (ATP 114) aus Russland.

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