Unihockey
Brigitte Mischler: «Eine schönere Farbe als Bronze wäre natürlich auch mal toll»

An der WM in Bratislava wurde die Schweizer Frauen-Nati Dritte. Mit dabei war auch die 25-jährige Oberwilerin Brigitte Mischler. Die ehemalige Unihockey-Basel-Regio-Spielerin schaut zurück.

Céline Feller
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Brigitte Mischler während dem Bronzefinal-Spiel Tschechien gegen die Schweiz an der Unihockey Weltmeisterschaft der Damen in Bratislava, Slowakei.

Brigitte Mischler während dem Bronzefinal-Spiel Tschechien gegen die Schweiz an der Unihockey Weltmeisterschaft der Damen in Bratislava, Slowakei.

Keystone/Fabian Trees

Brigitte Mischler, die WM ist seit ein paar Tagen Geschichte. Was für eine Bilanz ziehen Sie?
Brigitte Mischler: Wir haben mit dem dritten Platz das Minimalziel erreicht. Unser grosses Ziel, das Erreichen des Finals, haben wir aber leider verpasst. Aber natürlich freut man sich auch über eine Bronze-Medaille.

Wirklich?
Nun, natürlich trauert man noch dem Halbfinalspiel gegen Finnland nach (die Schweiz verlor 3:1, Anm. d. Red.). Es braucht ein paar Wochen Zeit, und dann kann man sich wirklich auch über Bronze freuen.

Wieso hat die Schweiz es nicht geschafft, ihr grosses Ziel vom Final-Einzug zu realisieren?
Ein wichtiger Aspekt ist sicher die Effizienz. Die hat uns im Halbfinal gefehlt. Wir hatten viele Chancen, haben auch des Öfteren den Pfosten getroffen. Aber der Ball wollte einfach nicht rein gehen. Vielleicht war auch einfach das Matchglück nicht auf unserer Seite. Dennoch gab es Momente, in denen das Spiel auf unsere Seite hätte kippen können.

Was für Lehren kann das Team aus dieser WM-Teilnahme ziehen?
Wir hatten neun Neulinge dabei. Für die ist es sicher eine wichtige Erfahrung, die sie dazu gewonnen haben. Insbesondere auch mental. Das gilt für uns Routiniers und Leader sicher auch. Wir können auch mitnehmen, dass wir noch einen Schritt näher an Finnland herangekommen sind, so nahe wie wir noch nie zuvor waren. Wir haben unser Ziel vom Final daher auch so knapp verpasst wie noch nie. In solchen Momenten dann die Nervosität im Griff zu haben, ist sicher auch etwas, was wir daraus lernen können.

Meinen Sie da primär die Neulinge?
Nicht nur. Natürlich sind Neulinge in entscheidenden Momenten vielleicht nervöser als wir Routiniers und dies kann sich daher zu einem Nachteil entwickeln. Viel mehr aber haben sie auch frischen Wind in die Nati gebracht, das ist ein grosser Vorteil. Ebenso wie die Tatsache, dass sie gegen die grossen Teams wie Schweden oder Finnland weniger voreingenommen sind.

Für Sie persönlich war es bereits die dritte Teilnahme an einer Weltmeisterschaft. Wo stufen Sie die diesjährige Kampagne im Vergleich mit den anderen beiden ein?
Die eben zu Ende gegangene Weltmeisterschaft war sicher die beste für mich persönlich - aber auch für das ganze Team. Eben weil wir leistungsmässig noch mehr zu den ganz grossen Nationen dieses Sports haben aufschliessen können. Aber auch was den Teamgeist betrifft war der diesjährige Kader einer der besten, den ich bislang erlebt habe.

In den letzten Jahren wurde immer ein Fortschritt und der Finaleinzug als Ziel gesetzt. Ändern sich diese Vorgaben, oder bleiben diese bestehen?
Die Teilnahme an einem WM-Final bleibt auf jeden Fall weiterhin unser grosses Ziel. Ich habe jetzt schon meine dritte Bronze-Medaille, und irgendwann möchte ich schon noch eine Medaille mit einer schöneren Farbe zu Hause haben (lacht)! Kommt hinzu, dass die nächste Weltmeisterschaft in zwei Jahren in der Schweiz (vom 7. bis 15. Dezember in Neuchâtel, Anm. d. Red.) stattfindet. Und mit dem Publikum im Rücken hoffe ich natürlich, dass uns das zusätzlich helfen wird. Können wir also das Team in der aktuellen Konstellation zusammenbehalten - was ich mir wünsche - dann werden wir weiter an uns arbeiten. Und dann wäre unser Ziel auch realistisch umsetzbar.

Welche Ziele haben Sie auf Vereinsebene?
Ich möchte auf jeden Fall einen Schweizermeister-Titel gewinnen. Mit meiner Mannschaft Bern Burgdorf stehen wir aktuell auf Rang drei in der Tabelle. Wir brauchen für das Erreichen der Playoffs gute Tage und dort dann starke Leistungen, um dies zu schaffen. Und natürlich wäre auch eine weitere Teilnahme an einem Cupfinal etwas Schönes (Mischler gewann den Cup 2014, Anm. d Red.).

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