Super League

Darum könnten Geisterspiele ein Vorteil für den FC Basel sein

Hier jubeln Matias Delgado und Co vor leeren Rängen über den 3:0-Sieg gegen Valencia.

Hier jubeln Matias Delgado und Co vor leeren Rängen über den 3:0-Sieg gegen Valencia.

Spiele ohne Zuschauer kamen dem FC Basel in der Vergangenheit stets gelegen. Und auch jetzt könnte der Tabellendritte aus unterschiedlichsten Gründen davon profitieren.

3:0 in Frankfurt (2020), 3:0 gegen Valencia (2014), 2:3 gegen GC (2006), 3:0 gegen Schaffhausen (2006) und 2:1 in Belgrad (2005). Der FC Basel hat in den letzten 20 Jahren schon fünfmal vor leeren Rängen antreten müssen. Viermal ging der FCB als Sieger vom Platz. Wegen Fanverstössen im Jahr 2002 und vor allem nach der Schande von Basel 2006 kam es ausserdem zu Teilausschlüssen. So blieb die Muttenzerkurve vier weitere Male leer. All diese vier Spiele gewann der FCB. Rotblau kann also Geisterspiel. Zumindest war das in der Vergangenheit so. Aber auch jetzt sprechen die Statistik und die Erkenntnisse aus den ersten vier Geisterspieltagen der Bundesliga dafür, dass Spiele ohne Publikum ein Vorteil für den FCB sind.

Aktuell hat der FC Basel fünf Punkte Rückstand auf das Leaderduo St. Gallen und YB. In den verbleibenden 13 Spielen sind allerdings noch 39 Punkte zu vergeben. YB und FCB haben dabei den Vorteil, dass sie genau wissen, wie sich englische Wochen anfühlen. Ab dem 20. Juni wird sieben Wochen lang alle drei Tage gespielt. Da heisst es: Haushalten mit den Kräften.

FCB-Trainer Marcel Koller sagt: «Das ist intensiv, du kannst nicht mehr wirklich trainieren. Wenn du als Spieler einen Schlag bekommst oder leicht verletzt bist, ist es schwierig, innerhalb von drei Tagen wieder fit zu sein. Daher ist es gut, wenn man genug Kaderspieler hat und genug Möglichkeiten hat, zu wechseln.» Die Fifa erlaubt, für den Rest der Saison fünf Wechsel. Ein Vorteil für den FCB, der nach YB den qualitativ breitesten Kader hat. Gegenüber YB hat der FCB zudem das Plus der jüngeren Mannschaft. Wehwehchen nehmen mit dem Alter zu. Das könnte vor allem auch für die jungen St. Galler ein Vorteil sein.

Spiel- und Auswärtsstärke sind jetzt besonders wichtig

Nach den ersten vier Geisterspieltagen der deutschen Bundesliga wurden zwei Dinge deutlich. Zum einen ist der Heimvorteil weg. Nur 7 von 36 Spielen gewann das Heimteam. Wenn sich dieser Fakt auch in der Schweiz einstellt, profitieren auswärtsstarke Teams wie der FCB, der in der Auswärtstabelle hinter St. Gallen auf Rang 2 liegt.

Die zweite Erkenntnis aus der Bundesliga ist, dass spielstarke Teams ohne Fans öfter gewinnen. 18 Mal gewann das Team mit mehr Ballbesitz auch das Spiel. Nur 8 Mal gewann das Team mit weniger Spielanteilen. Auch der FCB hat gerne den Ball und dominiert so das Spiel. In der Ballbesitztabelle der Super League liegt Rotblau auf Rang 2.

In der aktuellen Situation könnten lediglich die sieben auslaufenden Spielerverträge ein Nachteil für den FCB sein. Ansonsten sind die Vorzeichen gut, dass Rotblau von der Geisterspielsituation profitiert.

Meistgesehen

Artboard 1