Rollhockey
Der RHC Basel scheitert bereits im Viertelfinal an Uttigen

Die Basler Rollhockeyaner verloren auch den zweiten Vergleich gegen die Berner Oberländer mit 4:6 und die Viertelfinalserie mit 0:2. Man hätte vom Aufsteiger mehr erwarten dürfen.

Georges Küng
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Basels Gegner Uttigen feiert den entscheidenden sechsten Treffer.
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Jubel auf Seiten der Berner, Ernüchterung bei den Baslern.
Das letzte Saisonspiel der Basler Rollhockeyaner
Sousa Rerreita stürmt gegen das Uttiger Abewehrbollwerk an.

Basels Gegner Uttigen feiert den entscheidenden sechsten Treffer.

Juri Junkov/Fotograf

Am Samstagnachmittag, genau um 16.54 Uhr, war es unweigerlich besiegelt. Nach der 2:4-Niederlage in Uttigen konnte der favorisierte RHC Basel, der die Qualifikationsphase als Vierter beendet hatte (Uttigen hatte Platz 5 belegt), auch die Heimpartie gegen die Berner nicht gewinnen, verlor einen animierten, rassigen, in den zweiten 25 Minuten gar hochklassigen Vergleich mit 4:6 und ist somit bereits im Playoff-Viertelfinal ausgeschieden.

Der Schiedsrichter war ein Thema

Nach Abpfiff herrschte bei den Akteuren des RHC Basel ein Mix aus Ernüchterung, Frust und Wut, teils aber auch Ratlosigkeit. «Wir haben uns selber geschlagen. Wenn man derart viele klare Torchancen vergibt, muss man sich nicht wundern, wenn man zuletzt verliert. Aber auch die beiden Unparteiischen, vor allem einer von ihnen, waren eine Zumutung», so Tobias Mohr, der Spielertrainer der «Basler». Er meinte damit Ernst Giesel, einen Weiler und zugleich den Onkel von Max Bross, dem ex-Spieler des RSV Weil am Rhein, der jedoch ein Comeback gegeben hat. Und wenn man die Animositäten und Dissonanzen zwischen gewissen Exponenten des RSV Weil am Rhein und Tobias Mohr, dem Ur-Weiler, kennt...

Vielmehr ging die Partie gegen Uttigen aber zwischen der 23. und 38. Minute verloren. Es war jene Phase, in welcher die Gastgeber druckvoll spielten, den Ball zirkulieren liessen und die Gäste kaum zum Atmen kamen. Doch das oft in der Luft liegende 4:2 wollte nicht fallen – es wäre wohl die Vorentscheidung gewesen und hätte zu einer dritten Partie (gestern Sonntag in Basel) geführt. Und als den Rot-Blauen doch das vermeintliche 4:2 gelang, entschied Ref Giesel – nach Zögern – auf Fusstor. Der Torschütze wäre Mohr gewesen.

Zwar beantwortete Jan Velte, die 37-jährige Ikone des deutschen Rollhockeys, den Berner 3:3-Ausgleich postwendend mit dem 4:3. Sein ansatzloser Schuss ins Eck war eine Augenweide, im Eishockey würde man von einem Slapshot sprechen. Doch in der 43. Minute passierten innert acht Sekunden zwei Dinge, welche für den RHC Basel zur Verlustpartie und dem vorzeitigen Ausscheiden aus den Playoffs führen sollten.

Zuerst gelang Patrick Saurer (32) der erneute Ausgleich, anschliessend verwandelte der Routinier einen Strafstoss zur 5:4-Führung. Von diesem Schock erholte sich der RHC Basel nicht mehr. Dem NLA-Aufsteiger lief die Zeit davon. Die Angriffsaktionen waren nicht mehr zielstrebig, sondern ein jeder versuchte auf eigene Faust, teils auch mit der Brechstange, zum Erfolg zu kommen. Und als 100 Sekunden vor Matchende Robin Schaffer mit seinem dritten persönlichen Treffer das 6:4 erzielte, war «der Mist geführt», wie ein Berner Anhänger verschmitzt meinte.

Wie weiter, RHC Basel?

Es wäre verfrüht, eine Saison-Bilanz des RHC Basel ziehen zu wollen. Die Equipe hat als Neuling die höchste Spielklasse bereichert. Und der Klub versucht, nach einer Abstinenz von gut 15 Jahren, dem Rollhockey-Sport in Basel wieder neues Leben einzuhauchen. Kein leichtes Unterfangen. Auch wenn auf den Zuschauerplätzen legendäre Koryphäen wie Fernando Da Silva (der langjährige Trainer des RS Basel) oder Spielergrössen wie Marcel Grether, Sascha Seglias, Christian Kern und Oliver Meier oft den Matches beiwohnten.

Aufgrund des Spielermaterials und der getätigten Aufwendungen hätte man vom RHC Basel die Halbfinal-Qualifikation sowie das Final Four im Schweizer Cup erwarten dürfen. Beide Male scheiterten die Basler knapp. Aber auch im Rollhockey gilt, dass gut Ding seine Weile braucht.

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