Rollhockey
Der RSV Weil dominierte, aber der RHC Basel siegte

Der Aufsteiger RHC Basel siegte beim RSV Weil am Rhein etwas überraschend mit 5:2. Das Resultat entspricht nicht dem Spielverlauf. Die beiden Teams stehen bereits morgen Samstag im Schweizer Cup im Einsatz.

Georges Küng
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Rollhockey NLA: RSV Weil am Rhein - RHC Basel
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Weils Enzo Lain (links) im Zweikampf mit Basels Sariego Jgnacio.
Basels Alberto Garcia (links) versucht den Ball gegenüber Weils Captain Marc Werner zu behaupten.
Weils Jorge Novoa Villamil (links) im Zweikampf mit Basels Sariego Jgnacio.
Weils Ferran Guimera (links) versucht Basels Jan Velke vom Ball zu trennen.
Weils Jorge Novoa Villamil (links) im Zweikampf mit Basels Sebastian Winkler.

Rollhockey NLA: RSV Weil am Rhein - RHC Basel

Uwe Zinke

«Das Resultat täuscht. Wir waren nicht die schlechtere Mannschaft. Doch die Basler waren uns bezüglich Effizienz und Erfahrung überlegen.»

Mit diesen Worten, unmittelbar nach Abpfiff, fasste Ferran Guimerà Ferrer (24) fünfzig spannende, emotionale und zuletzt sogar hektische Minuten (beim Weiler Jorge Villamil Novoa brach das spanische Temperament durch ...) zusammen. Der Katalane hatte, nicht unerwartet, beide Anschlusstore seiner Equipe erzielen können und war in der Offensive die treibende Kraft.

Weil mit mehr Substanz in diesem Jahr

«Wir profitierten sicher davon, dass wir vorlegen konnten und nie in Rücklage gerieten», so Marcel Behnke und der Aargauer Florian Kläui, der in zwei Wochen wieder einsatzfähig sein dürfte. Das frühe Tor von Jan Velte (37), dem «Oldie but Goldie», der das deutsche Rollhockey über Jahrzehnte mitgeprägt hatte, lenkte die Partie in eine Bahn, welche dem Gastgeber nicht unbedingt behagte.

Der RSV Weil ist für seine defensive, kompakte Spielweise bekannt und berüchtigt – und liebt es, mit Kontern zum Erfolg zu kommen. Heuer hat die Equipe von Spielertrainer Enzo Lain jedoch so viel Substanz erhalten (in Kürze Castro, Guimerà und der Schweizer Ex-Internationale Samuel Wenger, der ein Comeback gegeben hat), dass Weil nicht mehr auf Abwarten spielen muss, sondern selber das Spiel bestimmen kann.

Ausgeglichen aufgestelltes Basel

Das tut der RHC Basel, analog dem Vorgänger RHC Friedlingen, sowieso. Doch am Donnerstagabend sah man einen abwartenden Neuling. Das Anfangsquartett war nicht eine Ansammlung der vier besten Individualisten, sondern es spielten jene Akteure, die für eine ausgewogene Balance zwischen Defensive und Offensive garantierten. Und Spielertrainer Tobias Mohr (34) zog es vor – sicher auch durch die stete Führung bedingt – an der Bande zu stehen und das Team entschlossen zu dirigieren.

Erst nach 35 Minuten, als der Druck der Platzherren immer grösser wurde, griff Mohr aktiv ein. Und das Quartett Mohr, Paczia, Velte und Sariego (oder Lafourcade) hielt dem RSV-Druck und stetem «Schuss-Bombardement» stand. Dies war aber nur möglich, weil im Gehäuse der Basler mit Roberto Santero ein Mann stand, der wie ein Fels in der Brandung (fast) alles parierte. Es zeigte sich, dass auch im Rollhockey der Goalie eine Partie entscheiden kann.

Viel Zeit, um Wunden zu lecken (Weil) oder den Erfolg zu feiern (Basel), bleibt nicht. Bereits heute Nachmittag sind beide Mannschaften wieder im Einsatz. Im Viertelfinale des Schweizer Cups empfängt der RHC Basel in der Rollsporthalle an der Nidwaldnerstrasse (15.30) HC Montreux.

Der RSV Weil am Rhein gastiert beim Tabellenletzten RHC Wimmis. Beide Teams wollen gewinnen, um das Final Four zu erreichen. Es ist ein offenes Geheimnis, dass der Final des Cups – wenn es nach dem Wunsch von Roger Ehrler geht – im Mai 2014 dann in Basel stattfinden würde.