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Der Stecker ist gezogen: Der FC Basel lagert seine E-Sports-Abteilung aus

Der FC Basel lagert seine E-Sports-Abteilung aus. Übernommen wird sie von einer Firma, in der FCB-Mitbseitzer David Degen Minderheitsaktionär ist.

Céline Feller
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Die Kurve fordert: «ESports dr Stegger zieh».

Die Kurve fordert: «ESports dr Stegger zieh».

Es ist nicht übertrieben, wenn man sagt, dass die neue Führung des FC Basel um David Degen und Dani Büchi jeden Stein einmal umdreht. Ausnahmslos. Seit der Übernahme im Mai prüfen Degen, Büchi und Co alle Abteilungen bis ins kleinste Detail. Dabei wird niemand und nichts verschont, auch von heiligen Kühen, wie Büchi es mal nannte, wagt man sich zu trennen. Denn mit einem prognostizierten Defizit von 28 Millionen Franken ist klar: Jeder Ausgabenpunkt muss angeschaut werden.

In diesem Kontext wurden bereits diverse klare Entscheide gefällt. Seien es nicht verlängerte Verträge mit Spielern, Trennungen von langjährigen Mitarbeitern oder der Suche nach Lösungen wie beim Indien-Engagement. Die jüngste Baustelle hiess E-Sports. Wie der Verein am Freitag mitteilt, wird der Bereich «in der bisherigen Form nicht mehr weitergeführt».

Stattdessen werden die E-Sports-Aktivitäten des FCB an die eStudios AG ausgelagert und dort neu lanciert. Es ist die Beendigung eines Engagements in einem Bereich, der dem früheren Besitzer wichtig war. Auch hier werden also wieder alte Zöpfe abgeschnitten. Oder Entscheide des Vorgängers revidiert.

Wirtschaftlich nicht rentabel

Grund für diesen jüngsten Schritt sind wie so oft bei den Entscheiden von Degen, Büchi und Co die Finanzen. Obschon der FCB in seinem vierjährigen Engagement im E-Sports diverse nationale sowie internationale Titel gewinnen konnte, sich als Klub in der Szene etabliert hat und mit dem Argentinier Gonzalo Nicolas Villalba einen der besten Zocker überhaupt in seinen Reihen wusste, spiegelte sich all dies nicht in einem wirtschaftlichen Erfolg wider.

«Der FCB hat mit seiner E-Sports-Strategie zuletzt einen Verlust in mittlerer sechsstelliger Höhe geschrieben», schreibt der Verein selbst sehr transparent in seiner Mitteilung. Zu hören ist, dass es sich bei diesem Betrag in mittlerer sechsstelliger Höhe um zirka eine halbe Million handeln soll. Viel Geld, wenn man dabei ist, überall so viel wie möglich zu sparen.

Es ist dies aber nicht nur ein wirtschaftlich sinnvoller Schritt. Sondern auch einer, der bei den Fans auf offene Ohren und Freude stossen wird. Denn die wurden nicht müde, mit Transparenten ihren Unmut über das Engagement in E-Sports kundzutun. «E-Sports dr Stegger zieh» stand da mal drauf, oder auch, dass die Führung einen Knall habe. Die Fans werden mit der jetzigen Auslagerung auch einen Erfolg in ihren Protesten sehen.

Weg vom FCB, hin zu Degens E-Sports-Engagement

Doch ganz wird die Verbindung zwischen dem FCB und E-Sports nicht gekappt. Einerseits, weil Luca «Lubo» Boller von der eStudios AG übernommen wird uns so ein Berührungspunkt zwischen dem FCB und dem neuen E-Sports-Kompetenzzentrum bleiben wird. Andererseits aber vor allem in Person von David Degen. Denn der Mann, der im Mai den FCB von Bernhard Burgener übernahm, mittlerweile noch 40 Prozent der Aktien an der FC Basel 1893 AG hält und selbstredend Verwaltungsrat ist, ist Letzteres auch in eben dieser eStudios AG.

Und nicht nur das, Degen ist bei diesem Kompetenzzentrum, über das der FCB schreibt, dass es «mit Expertise und Knowhow verschiedene Dienstleistungen auf diesem Gebiet» anbiete, auch Minderheitsaktionär. Somit ist er auch dort Mitentscheider und hat als solcher entschieden, «Lubo» zu übernehmen, Davide «DayDinho» lo Pumo und Mario «eMamijunior» Mihalj diese Option anzubieten und das Engagement der Spieler Gonzalo Nicolás «nicolas99fc» Villalba und Leandro «Dufty» Curty per sofort zu beenden.

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