Wasserball
Der SV Basel wird von Frosch Aegeri kalt geduscht

Die Wasserballer des SV beider Basel verlieren gegen den SC Frosch Aegeri klar mit 7:14. Obwohl Aegeri vor der Partie hinter dem SV Basel klassiert war, wurde schnell klar, dass die Innerschweizer nicht ins «Joggeli» gekommen waren, um nur zu baden.

Georges Küng
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Die Wasserballer des SV beider Basel
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Basels Felipe Piringer trifft mit einem Weitschuss.
Basels Lika Damjanov (l.) steigt bei seinem Schuss kraftvoll aus dem Wasser.
Basels Ricardo Lucato versucht es mit einem Distanzschuss.
Basels Goalie Eric Dobkowski bei einer schönen Parade.
Nichts für wasserscheue Naturen: Basels Dani Tamas mitten in der Wasserschlacht.

Die Wasserballer des SV beider Basel

Uwe Zinke

Die Schweizer Wasserball-Szene ist beschaulich. Ein jeder kennt den anderen, man ist, aller sportlicher Rivalität zum Trotz, auch eine Art «grosse Familie». Und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass Tamas Dani, der Ungare in Basler Diensten, 20 Minuten vor Anpfiff mit Aegeri-Trainer Fülöp Gergely, ebenfalls Ungare, fachsimpelt. Und scherzt.

Am Samstagabend hatte Basel sein erstes Freibad-Heimspiel (die ersten acht Partien mussten, wegen fehlenden Hallenbades, das den Normen entspricht, allesamt auswärts ausgetragen werden) gegen Schaffhausen mit 12:7 gewonnen. «Und wir wollen da weiterfahren. Mein Ziel ist es, mit dem SV Basel eine Medaille zu gewinnen», so Dani, der vor 13 Jahren erstmals für den SVB gespielt hatte, danach zu Schaffhausen und später nach Genf zog, bevor er auf diese Saison hin wieder zur «alten Liebe» zurückgekehrt ist. Möglich hat es ein Stellenwechsel gemacht. Der Ungare ist nicht Profi, sondern arbeitet in Therwil zu 100 Prozent.

«Ein Kaltstart mit kalter Dusche»

Obwohl Aegeri vor der Partie am Dienstagabend (Spielbeginn war um 21 Uhr bei leichtem Regen) hinter dem SV Basel klassiert war, wurde schnell klar, dass die Innerschweizer nicht ins «Joggeli» gekommen waren, um nur zu baden. Nach vier Minuten führte der Gast mit 4:0 – «es war ein Kaltstart mit kalter Dusche», wie ex-Olympionike Roger Birrer trocken meinte.

Bei Aegeri sorgten vor allem der Italiener Diego Latini und Gabor Turzei für Akzente. Und Treffer. Der Ungare Turzei, ein Vollprofi, war bis vor zwei Jahren noch im Umfeld der Nationalmannschaft. Und erzielte fünf Tore. «Man hat seine Klasse gesehen», meinte Basel-Trainer Istvan Pinter (53), der seit 1992 beim SV beider Basel, als Spieler und Trainer, tätig ist, trocken. Latini reüssierte viermal – und nur gerade in der Mitte des zweiten Viertels, als die Gastgeber auf 3:5 verkürzen konnten, hatte man das Gefühl, dass die Partie kehren könnte. Doch statt des möglichen Anschlusstores zum 4:5 erfolgte ein Gegenstoss, der zum 6:3 führte. Und von diesem Moment an war die Frage nach dem Sieger geklärt.

Basler Einzelaktionen

«Heute haben wir nichts gezeigt. Wir waren chancenlos», zog Trainer Pinter, welcher in dieser Saison auch schon aktiv mitgespielt (und geskort) hat, Bilanz. Während Aegeri im Angriff den Ball zirkulieren liess und den bestpostiertesten Mann suchte, verkam das Basler Spiel zu Einzelaktionen. Zu oft suchte jener den Torschuss, der nicht in bester Abschlussposition war. Sicher, der SV Basel hatte auch mit vielen Aluminiumtreffern Pech, doch dies erklärt die ungenügend Leistung nicht.

Trotz der Niederlage, oder kalten Dusche, verlor Dani seinen Optimismus nicht. «Wir haben ein Spiel verloren. Doch die Meisterschaft ist lang. Und abgerechnet wird zuletzt. Mein Ziel bleibt es, mit dem SV beider Basel eine Medaille zu gewinnen. Dieses Ziel ist realistisch», so der Ungare.