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Die Rückkehr des gescheiterten Delgado-Ersatzes: Samuele Campo trifft am Sonntag auf seinen Ex-Klub

Erstmals seit seinem Wechsel zum FC Luzern läuft Samuele Campo am Sonntag wieder im Joggeli auf. Persönliche Gefühle hält er zurück.

Daniel Wyrsch
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Seit Juli ist Samuele Campo Spieler des FC Luzern. Bei Basel hatte er keine Zukunft mehr.

Seit Juli ist Samuele Campo Spieler des FC Luzern. Bei Basel hatte er keine Zukunft mehr.

Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 22. Juli 2021)

Die Markierungen sind am Donnerstagvormittag auf den Rasen gestellt, die Trainingsutensilien vorbereitet. Doch vom FC Luzern ist nichts zu sehen. Trainer Fabio Celestini, Spieler und Staff verbringen die Zeit stattdessen im Aufenthaltsraum, die Übungseinheit fängt mit rund einer Stunde Verspätung an.

Natürlich wird unter den Zuschauern am Trainingsplatz von einer Krisensitzung gesprochen, die der FCL, der nach acht Spielen noch immer auf den ersten Saisonsieg wartet, gerade abgehalten habe. Samuele Campo erscheint schliesslich mit Verspätung zum Interview. Der 26-jährige Basler bestätigt:

«Wir haben uns intern unterhalten. Wir müssen uns austauschen, miteinander reden, damit wir im nächsten Match bereit sind. Am Wochenende ist es wichtig.»

Der punktgleich mit dem FC Lausanne-Sport am Tabellenende stehende FC Luzern muss am Sonntag zum Leader FC Basel. Die beiden Mannschaften trennen nach nur acht Spieltagen bereits 14 Punkte.

Mittelfeldspieler Campo sagt vor seiner Rückkehr in den St.-Jakob-Park, wo der Italo-Schweizer seine fussballerischen Ausbildungsjahre verbrachte und in 84 Pflichtspielen bei den Profis 19 Tore schoss und 25 Assists gab:

«Klar gibt es einen besseren Zeitpunkt, um wieder in Basel zu spielen. Doch primär geht es um die Mannschaft und nicht um mich persönlich.»

Trotz seiner Tore für den FCB, darunter prächtige Freistosstreffer wie jener im Viertelfinal der Europa League gegen Eintracht Frankfurt, und den Assists: Erfolgreich bleibt seine persönliche Zeit in Basel nicht in Erinnerung. Über eine längere Periode konstant Leistung zu zeigen, gelingt ihm nicht. «Mir fehlte die Kontinuität», bestätigt er. Er, der von Matías Delgado die Nummer 10 erbt, sein Nachfolger hätte werden sollen, scheitert daran.

In guten Phasen sei immer wieder etwas dazwischen gekommen. Einmal war’s eine mehrmonatige Verletzungspause (Aussenbandriss im Knie), dann ein Trainerwechsel (auf Marcel Koller folgte Ciriaco Sforza) und schliesslich der Corona-Unterbruch 2020. Die ständigen Unruhen in der Führungsetage beim FCB kamen erschwerend dazu.

Von Ciriaco Sforza erhält er keine Antworten

Schmerzhaft war für Campo, «wie ich von Ciri Sforza von einem Tag auf den anderen auf die Tribüne geschickt wurde, ohne von ihm eine Antwort auf meine Fragen zu bekommen». So machte er im ersten Halbjahr 2021 bei Darmstadt 98 leihweise seine erste Auslanderfahrung. Es war für die Katz, denn gespielt hat er nur 18 Minuten.

Seit Anfang Juli ist Samuele Campo in Luzern, gespielt hat er erst in vier Ligapartien. Im Cup und in der Conference-League-Qualifikation konnte er wegen Verletzungen gar nicht mittun. Zuerst erwischte es ihn als Einwechselspieler im ersten Saisonmatch gegen YB – der Rücken machte Probleme.

Für den Edeltechniker folgte nach einer mehrwöchigen Pause gegen Lausanne ein weiterer Teileinsatz. Eine Woche später gegen GC überdehnte er sich bei einer Rotation das linke Knie. Erstmals hatte er im FCL-Dress von Anfang an gespielt. Am Sonntag stand er nach 14 Tagen Pause bei der 2:3-Niederlage zu Hause gegen Lugano wieder in der Startelf. Nun stellt er fest: «Physisch fühle ich mich seit dem Lugano-Spiel viel besser.»

Ausgerechnet im Joggeli soll der FCL nun zum Siegen zurückkehren, dort hat er seit dem 26. April 2015 und einem 2:1-Erfolg nicht mehr gewonnen. «Sicher glauben wir daran, sonst müssten wir gar nicht antreten», betont Campo. Trotz der heiklen sportlichen Lage bei seinem neuen Arbeitgeber ist das Basler Eigengewächs gespannt auf die Rückkehr am Sonntag:

«Auf was ich mich freue? Auf alles, besonders die Fans wieder zu sehen und meine Kollegen.»

Den engsten Kontakt pflegt er beim FCB mit Eray Cömert, Raoul Petretta, Djordje Nikolic und Arthur Cabral. Campo betont, während dem Spiel würden die Freundschaften nicht zählen, und gibt sich selbstbewusst: «Basel hat eine gute Mannschaft, aber wir haben viel mehr Qualitäten, als wir in den letzten Wochen gezeigt haben.»

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