FCB-Zahl der Woche
Direkt nach der Pause pennt Basel, doch in Minute 61 beginnt die «FCB-Viertelstund»

Der FC Basel schiesst die meisten Tore zwischen der 61. und der 75. Minute. Bereits 15 Mal trafen sie in dieser Zeitspanne. Müssen sie auch, denn in der Viertelstunde direkt nach der Pause ist der FCB besonders anfällig.

Jakob Weber
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Unsere Empfehlung, ein Extra-Eckballtraining zu absolvieren, hat sich gelohnt. Ajeti traf in der Nachspielzeit gegen Lausanne nach einer Bua-Ecke zum Sieg.

Unsere Empfehlung, ein Extra-Eckballtraining zu absolvieren, hat sich gelohnt. Ajeti traf in der Nachspielzeit gegen Lausanne nach einer Bua-Ecke zum Sieg.

Giuseppe Esposito

Der Appell hat gefruchtet. Vergangenen Donnerstag verschrieben wir dem FC Basel an selber Stelle eine Extra-Einheit Eckballtraining. Vor allem einer hat sich das offenbar zu Herzen genommen: Kevin Bua. Er trat gegen Lausanne die beiden Ecken von der linken Seite. Jedes Mal kam der Corner scharf in den Strafraum und jedes Mal wurde es brandgefährlich. Schon nach dem ersten Bua-Corner kam Michael Lang zum Abschluss, verfehlte aber knapp das Tor.

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Tore hat der FC Basel in dieser Saison bereits nach Ende der regulären Spielzeit gemacht. Ajetis 2:1 gegen Lausanne war aber der einzige Nachspielzeit-Treffer, der auch mehr Punkte brachte.

In der 91. Minute fand Bua dann erneut den Blondschopf, der zum Siegtreffer von Albian Ajeti auflegte. Das bringt uns zum nächsten Thema. Wann erzielt der FC Basel seine Tore? Wann kassiert er sie?

Nach Oberlin in der 96. Minute zum 3:0 in Thun, Bua in der 92. zum 5:1 gegen Sion und Lang in der 92. zum 4:1 in Luzern ist Ajeti nun der vierte Basler, der in dieser Saison nach Ende der regulären Spielzeit trifft. Alle vier Spiele wurden gewonnen. Das Tor in der Nachspielzeit war aber nun erstmals matchentscheidend. Ein Gegentor musste der FCB nach der 90. Minute in allen drei Wettbewerben der Saison 17/18 noch nicht hinnehmen.

FCB trifft gerne in Halbzeit 2

Beim Blick auf die Statistik (siehe Tabelle rechts) fällt auf, dass der FCB gerne in der zweiten Hälfte trifft. Gäbe es in Basel analog zu YB eine «FCB-Viertelstund» beginnt diese in der 61. Minute. 15 Tore schoss der FCB in diesem Zeitraum, während der Gegner nur viermal jubeln durfte. Auch in diesem Jahr sind Mitte der beiden Halbzeiten je drei und damit die meisten FCB-Tore gefallen.

bz

Die Statistik zeigt ausserdem, dass Basel in Halbzeit 1 defensiv deutlich besser ist als nach dem Seitenwechsel. 13 Gegentore vor der Pause stehen 25 Gegentoren nach der Pause gegenüber. Besonders stark ist die FCB-Verteidigung zwischen der 31. und 45. Minute. In diesem Zeitraum kassierte man nur zwei Gegentore. Und die Tendenz zeigt nach oben. Die FCB-Verteidigung wird vor dem Pausentee immer sattelfester. 2018 gelang es bislang nur zwei kommenden Meistern, Basel in der ersten Halbzeit Tore einzuschenken: Manchester City (4×) und YB (1×).

Die übrigen neun Gegentore fielen alle später. Doch so gut Suchy und Co vor der Pause sind, so schlecht ist die Bilanz direkt nach dem Wiederanpfiff. Die Viertelstunde nach der Halbzeit ist die einzige, in der die Gegner öfter treffen als der FCB. Ein Problem, das auch im neuen Jahr mit teilweise neuem Personal nicht gelöst wurde. Wir empfehlen daher, in der Pause kurz kalt zu duschen. Vielleicht hilft es ja wieder.