Basketball

Ein Duo allein kann keine Spiele gewinnen…

Die «Wings» zeigten gegen Boncourt alles andere als eine gute Leistung.

Die «Wings» zeigten gegen Boncourt alles andere als eine gute Leistung.

Die Starwings verlieren das Basketball-Derby gegen den BC Boncourt klar mit 54:80 (30:41). Die Niederlage im Jura hat sich schon früh abgezeichnet, die Unterschiede zwischen den Mannschaften waren schlichtweg zu gross.

Dass im Basketball der Heimvorteil eine grosse Rolle spielt, ist auf allen fünf Kontinenten eine Tatsache. Und dass Boncourt über eine legendäre Heimstärke in ihrer engen, kleinen und oftmals lärmigen Spielhalle verfügt, ist auch nichts Neues. Aber seit einigen Jahren sind die «Red Devils», wie sie im Volksmund genannt werden, nicht mehr jene Schweizer Top-Mannschaft, die um Titel mitspielt.

Am späten Freitagabend war jedoch der Unterschied zwischen Jurassiern und Unterbaselbietern gross. Erschrecklich gross. Wohl gingen die Gäste, dank Murphy Bur- natowski, mit 2:0 in Führung. Aber bereits nach drei Minuten, beim Stande von 8:2 für die Gastgeber, war zu spüren, dass an diesem Abend die Körbe für die Birstaler zu hoch hängen würden.  

Peinliche Dreipunkte-Quote

Am letzten Sonntag hatten die «Wings» mit einer Parforceleistung den Vize-Meister Lugano geschlagen. In Boncourt konnte man diesen Effort nicht einmal im Ansatz bestätigen. U20-Nationalspieler Alessandro Verga beging in den ersten vier Minuten drei Fouls – und damit nahm sich das Eigengewächs praktisch selber aus dem Spiel.

Der Kanadier Burnatowski übte sich im Dreipunkte-Werfen – es war ein sinnloses «Ballern», wobei er auch Unterstützung von Teamcaptain Joël Fuchs erhielt. Bis zur 36. Minute hatte die Equipe von Cheftrainer Roland Pavloski in total 14 Dreier geübt - nicht ein Versuch war im Korb gelandet.

Dann traf Burnatowski doch no, bevor die Dreier-Endbilanz das Desaster auch schriftlich dokumentierte: Ein Treffer aus 16 (!) Versuchen. Dies entspricht einer Trefferquote von sechs Prozent – ein Wert, der «unterirdisch» ist und nicht weiter kommentiert werden muss. Oder um es noch klarer zu sagen: Man muss schrecklich untalentiert oder gänzlich uninspiriert sein, um solch ein Fehlwurf-Festival zu produzieren. Aber auch einfachste Korbleger missrieten und die Freiwurf-Quote war ebenfalls bescheiden.

Nur Devonte Upson

Es scheint das Los der diesjährigen Starwings-Ausgabe zu sein, dass in den Partien (ausser in Genf und gegen Lugano) nur jeweils ein Spieler auf hohem Niveau spielt. In der Ajoie war dies Devonte Upson, was umso erstaunlicher ist, da der Center seit Wochen von einer hartnäckigen Erkältung, mit starkem Husten, geplagt wird.

Bis zur Halbzeit erzielte der 22-jährige Amerikaner den Grossteil der Starwings-Punkte. Danach erhielt er Support von seinem Landsmann Lorenza Ross, der gar spät mit dem Skoren anfing. Einen gepflegten, strukturierten Spielaufbau schaffte Ross hingegen nie, was sich aufs Kollektivspiel auswirkte.

Schweizer nur physisch anwesend

Die ersten Punkte eines Schweizer Spielers erzielte Fuchs nach 23 Minuten; und vergleicht man die Zähler der Boncourt-Schweizer mit den nationalen Akteuren auf der Gegenseite, so gewann der BCB diesen gar einseitigen Vergleich mit 36:6. Während bei den Romands gleich fünf Akteure zweistellig punkteten, erzielte das Starwings-Duo Upson/Ross gleich 41 von 54 Punkten. Das ist ein Rückfall in die nationale Basket-Steinzeit, als jeweils das ausländische Profi-Duo bis zu 90 Prozent der Körbe erzielte.

Upson spielte stark auf, Ross war korrekt. Der Rest war zu keinem Zeitpunkt auf Nationalliga-A-Niveau und erleichterte es dem Gastgeber, auf einfache Weise zu einem Kantersieg zu kommen. Das sind, zumindest für Auswärtspartien, keine guten Aussichten. 

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