Nachgefragt
Fabian Frei nach der Pleite gegen YB: «Ich habe mehr von uns erwartet»

Der Ersatzkapitän Fabian Frei spricht nach der Niederlage gegen YB über die Erwartungen an die Mannschaft, über die Nummer 1 der Schweiz und zieht einen Vergleich zu den letzten Spielen.

Esteban Waid
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Fabian Frei hat gegen YB die Kapitänsbinde übernommen.

Fabian Frei hat gegen YB die Kapitänsbinde übernommen.

Freshfocus

Fabian Frei, Ihr wart heute von Beginn an nicht bereit. Einverstanden?

Fabian Frei: Nein. Aber nicht so, wie der Gegner. Das war heute das Problem. Wir sind die ersten 30 Minuten ganz schlecht reingekommen.

Ihr habt vor allem hinten Fehler gemacht, die sonst nicht passieren.

Ja natürlich sind sie besser gewesen, vor allem die ersten 30 Minuten. Wenn man sich die Tore anschaut, die können wir besser verteidigen. Ich hatte aber nicht das Gefühl, dass wir vom Gegner an die Wand gespielt oder komplett dominiert wurden. Sie sind verdienter Sieger und waren einfach besser. Aber es ist jetzt nicht so, dass wir uns mit dieser Leistung schämen müssten. Wir sind einfach enttäuscht.

Aber mit der ersten Halbzeit könnt ihr nicht zufrieden sein oder?

Natürlich. Da müssen wir uns auch kritisch hinterfragen. Aber wir dürfen jetzt auch nicht in Hektik verfallen oder allzu frustriert sein. Jetzt haben wir drei oder vier Spiele guten Fussball gespielt und gute Resultate erzielt. Wir müssen jetzt nicht anfangen, nach einem Spiel alles zu hinterfragen.

Hätte man nach dem Aufwärtstrend heute nicht mehr von euch erwarten können?

Absolut. Ich habe heute auch mehr von uns erwartet. Die ganze Mannschaft wollte den Sprung an die Tabellenspitze schaffen. Aber so ist der Fussball, es ist kein Wunschkonzert. Der Gegner hat das gut gespielt und steht verdient dort, wo er ist.

Würden Sie sagen, dass YB aktuell die Nummer 1 in der Schweiz ist?

Ich bin kein Fan von solchen Zahlen. Aber sie sind Tabellenführer, also sind sie die Nummer 1 in der Schweiz. Ganz einfach.

Wo war der Unterschied zu den letzten drei Spielen?

Der Gegner (lacht). Nach 30 Minuten 2:0 im Rückstand zu sein ist gegen jeden Gegner schwierig und gegen diesen Gegner noch mal ein bisschen schwieriger. Im Moment muss gegen YB auch einfach sehr viel zusammenpassen, dass wir gegen sie als Sieger vom Platz gehen können. Und das hat es heute nicht. Und dann reicht es auch nicht.

War das der Plan, dass man sich am Anfang eher zurückzieht, wie auch schon gegen Vaduz?

Nein. Ich hatte nicht das Gefühl, dass wir uns gegen Vaduz zurückgezogen haben. Manchmal gibt es halt ein Geduldsspiel und man versucht herauszufinden, was das Mittel gegen den Gegner sein kann. Auf jeden Fall war das nicht der Plan. Gegen Vaduz hat es ja schlussendlich funktioniert. Also kann man nicht sagen, dass das immer schlecht ist. Aber wenn der Gegner mit so einer Wucht kommt, wie heute YB, in Führung geht und dadurch Auftrieb bekommt, dann ist das schwierig.