Champions League

«Hoffentlich wird das Spiel jetzt nicht abgesagt» Raphael Wicky setzt für heute auf kleine Ziele

Nach oben: Dort will FCB-Trainer Raphael Wicky auch mit seiner Mannschaft langsam wieder hinkommen.

Nach oben: Dort will FCB-Trainer Raphael Wicky auch mit seiner Mannschaft langsam wieder hinkommen.

Der FCB will gegen Man City den Tritt und das Selbstvertrauen wieder finden. Dabei sieht Trainer Raphael Wicky das Rückspiel für einmal nicht als Ganzes, sondern als zwei Teile, in denen man seine Ziele umsetzen will.

«Ich habe gehört, es regnet in Manchester. Hoffentlich wird das Spiel jetzt nicht abgesagt», sagt Raphael Wicky und lacht. Er könnte die momentane Situation auch schwerer nehmen nach dem Aus im Schweizer Cup gegen YB und zwei Spielabsagen in Folge in der Liga. Aber der Trainer des FC Basel hat seinen Humor nicht verloren.

Ohnehin will Wicky das wenige Positive herausziehen, das es zurzeit im Dunstkreis des FC Basel gibt. So sieht er auch in der Reise nach Manchester nicht nur eine mühsame Pflichtaufgabe oder einen ungebetenen Unterbruch in einer Trainingswoche, die man gut hätte nutzen können. Zum einen, «weil es unglaublich speziell» sei, dass der FC Basel Anfang März noch europäisch vertreten ist.

«Wir haben im Herbst hart dafür gearbeitet, um heute hier sein zu können. Daher sollten wir dieses Spiel, auch wenn die Ausgangslage nach dem 0:4 im Hinspiel schlecht ist, geniessen.»

Erhoffte Lehren

Zum anderen aber auch, weil Wicky in diesem Spiel ähnliche Möglichkeiten sieht wie im Spiel gegen den Stadtrivalen Citys, Manchester United, im Herbst. Denn auch wenn man erneut mit einer Niederlage aus dem Nordwesten Englands abreisen sollte, was die wahrscheinlichste Möglichkeit ist, dann könne man sehr viel lernen aus einem Duell wie diesem.

«In solchen Spielen kann man als Team wachsen und als Team einen Schritt nach vorne machen.» Genau das braucht der FCB nämlich. Er muss den Tritt wieder finden. Und das Selbstvertrauen. In sich, die Spielsysteme des Trainers und ganz allgemein in die Welt.

Bewusst kleine Ziele

Beim Gastspiel bei United gelang genau das, trotz 0:3-Pleite. Man lernte, in die Dreierkette zu vertrauen. Dass auch eine Niederlage etwas bringen kann in einem Prozess des Lernens, in dem sich dieser Kader damals wie heute bewegt. Um wieder dort hinzukommen, wo Wicky mit seinem Team hinwill, setzt er bewusst auf kleine Ziele.

«Ich kann nicht als Ziel ausgeben, dass wir die Qualifikation gegen City schaffen. Wenn ich vor das Team stehen und sagen würde, dass sie aber genau daran glauben sollen, weil im Fussball alles möglich ist, dann würden die mich anschauen und denken: ‹Was erzählt der uns da?›»

Wenig Ballbesitz

Deshalb hat der Walliser andere Ziele formuliert. Er betrachtet das Rückspiel für einmal nicht als Ganzes, sondern als zwei Teile. Und für jeden dieser Teile – sprich Halbzeiten – will man Dinge anvisieren, die umzusetzen sein könnten. In der ersten Halbzeit wäre dies das Erreichen eines Unentschiedens. Oder gar des Gewinns der ersten 45 Minuten.

Darüber hinaus mag Wicky nicht gross denken. Weil er genau weiss, was er von diesem scheinbar übermächtigen Gegner zu erwarten hat: wenig Ballbesitz für sein Team und Angriffschancen nur dann, wenn Ballgewinne in schnelles Umschalten münden und dieses auch perfekt funktioniert.

Erwartete Dreierkette

Durch das zu erwartende Tempo-Spiel kann der FCB auch wieder etwas mehr in diesen Rhythmus kommen, den er zuletzt so sehr vermisst hatte. Jenen, den es in der Liga braucht, um noch einmal einen Angriff auf YB starten zu können. Rücksicht auf die Meisterschaft wolle Wicky aber dennoch nicht nehmen. «Es wird niemand geschont für die Meisterschaft und es wird auch niemand nur spielen, um Spielpraxis sammeln zu können.»

Vielmehr suche er nach der perfekten Lösung für dieses eine Spiel. Das letzte auf der ganz grossen Bühne, die es vielleicht so schnell nicht mehr geben wird. Damit nährt Wicky auch die Annahmen, dass er erneut auf die in der Champions League bewährte Dreierkette setzen wird.

Mit Fabian Frei im Zentrum dieser Kette, weil Eder Balanta verletzt und Taulant Xhaka gesperrt passen müssen. Ob dies aufgeht, wird sich zeigen. Ebenso wie die Frage, ob Wicky auch nach dem Achtelfinal-Rückspiel der Humor noch nicht abhandengekommen ist.

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