FC Basel

Marek Suchy: Der tragende Pfeiler bröckelt

Marek Suchy wird gegen Paris gefordert sein.

Marek Suchy wird gegen Paris gefordert sein.

Marek Suchy soll am Mittwoch in Paris die Basler Abwehr dirigieren – doch der Tscheche ist vor allem mit sich selber beschäftigt.

Es läuft die 90. Minute im Spiel zwischen Basel und Luzern, als FCB-Vize-Captain Marek Suchy von Trainer Urs Fischer vom Feld genommen wird. Dieser warme Beifall der über 27'000 Fans im Stadion. Es ist ein Moment, der guttut. Erst sieht Fischers letzter Eingriff an diesem Abend konstruiert aus. Als ob der FCB-Coach alles unternehmen würde, um das Selbstvertrauen seines Verteidigungsministers im Hinblick auf die Champions-League-Partie in Paris weiter zu stärken.

Nach dem Spiel jedoch offenbart Fischer, dass sich Suchy am selben Morgen noch unwohl fühlte. Suchy gab zwar grünes Licht für einen Einsatz, Fischer plante aber, ihn rauszunehmen, sobald das Spiel entschieden scheint. Weil der FC Basel das 3:0 erst kurz vor Schluss erzielt, endet Suchys Arbeitstag spät. Der Abend verläuft zwar positiv, doch die Tage des Marek Suchys sind es gegenwärtig trotzdem nicht.

Vom Captain zum Ersatzspieler

Als Pfeiler der Basler Abwehr ist Suchy in die neue Saison gestartet. Er, der Vize-Captain, sollte dirigieren und Löcher kitten. Im Moment aber ist er vor allem mit sich selber beschäftigt. Oft wirkt der Tscheche in den letzten Wochen zu phlegmatisch, immer wieder lässt er seine Abgeklärtheit vermissen, zu oft war er zuletzt Durchschnitt. Der Pfeiler bröckelt. Das zieht sich auch durch die Nationalmannschaft. Im WM-Qualifikationsspiel gegen Deutschland führt er Tschechien als Captain aufs Feld. Suchy und seine Abwehrleute schwimmen.

Deutschland gewinnt 3:0. Wenige Tage später heisst der Gegner Aserbaidschan. Suchy sitzt nur auf der Bank und sieht wie sein Team nicht über ein Remis hinauskommt. «Die Situation sieht von aussen schlimmer aus als sie ist, ich gehe relaxed damit um», so Suchy. Deutschland sei nun mal ein Spitzenteam. «Und gegen Aserbaidschan rotierte der Trainer kräftig, setzte auf Junge.» Der 28-Jährige nimmt mit jener Ruhe Stellung, die er zuletzt auf dem Rasen vermissen liess. Ein gutes Gefühl sei es, gegen Luzern kein Gegentor erhalten zu haben. «Das gibt uns Mut für Paris.»

Die Systemfrage

Suchy nennt den Mann, den es zu stoppen gilt, gleich selbst: «Edinson Cavani.» Am Wochenende schlug PSG Nancy mit 2:1, Cavani erzielte in seinem achten Ligaspiel den neunten Treffer. Dynamische und kombinationsfreudige Franzosen erwartet Suchy. «Einfach wird das nicht.» Zumal die Abwehr im Vergleich zum Luzern-Spiel wieder umgestellt werden muss. Linksverteidiger Blas Riveros ist für die Champions League nicht spielberechtigt und ob Adama Traoré schon am Mittwoch keine Schmerzen mehr im Fuss verspürt, ist ungewiss. Im Moment spricht vieles für den Ägypter Omar Gaber. Und auch der Platz neben Suchy ist noch nicht vergeben.

Der leicht zu überfordernde Hoegh oder der gegen Luzern wegen Müdigkeit nicht eingesetzte Balanta stehen Fischer zur Verfügung. «Auf unserem Niveau müssen wir mit solchen Umstellungen umgehen können», fordert Suchy. Eine Frage aber bleibt: Setzt Fischer nach dem Arsenal-Spiel noch einmal auf die Fünfer-Abwehr? Suchy sagt dazu: «Spielt PSG am Mittwoch sein gewohntes 4-3-3-System, dann denke ich, sind wir mit unserer 4-2-3-1-Formation gut dabei.» Abhängen wird vieles auch ihm, dem Pfeiler.        

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