Super League

Nach dem Spiel gegen Krasnodar: Die Zutat des Erfolgsrezepts

Der FC Basel konnte im Spiel gegen Krasnodar viel Selbstvertrauen tanken.

Der FC Basel hat im Europa-League-Spiel gegen Krasnodar etwas wieder gefunden, was er verloren hatte: Selbstvertrauen. Genau zum richtigen Zeitpunkt – vor dem Spitzenkampf gegen die Young Boys.

Es ist ein kurzer Laut der Freude. Ein gedehntes «Aah», in dem so viel Wohltun, vielleicht auch ein bisschen Genugtuung mitschwingt. «Ja, es tut gut», soll es bedeuten, was Marcel Koller damit ausdrücken will. Ja, dieses 5:0 gegen Krasnodar, er geniesst es.

Eine Nacht hat er darüber schlafen können. Auch wenn sie kurz war. Aber die Freude übertüncht die Müdigkeit. Auch 17 Stunden nach Abpfiff an diesem Freitagmittag. Weil dieses 5:0 zum Auftakt der Gruppenphase der Europa League mehr gibt, als nur drei Punkte. Es gibt das, was man seit Kollers Amtsantritt im Spiel seiner Mannschaft viel zu oft vermisste hatte: Selbstvertrauen. «Ein Sieg ist das Entscheidende fürs Selbstvertrauen. Wenn du 1:0 gewinnst, tut es gut. Wenn es dann ein 5:0 ist, ist es natürlich noch viel besser.»

Es ist eigentlich eine banale Rechnung, aber eine, die in der Tiefe Sinn macht. Der FC Basel hat in einer Woche, in der er nicht nur endlich wieder europäisch spielt, sondern am Sonntag auch noch zu den Youngs Boys zum Spitzenspiel reist, gewonnen – und wie. Überzeugend, mit Spielfreude und -witz. «Es waren verschieden Spieler, die Tore schiessen konnten. Wir konnten Selbstvertrauen aufbauen. Für die Mannschaft. Für den Verein», sagt Koller. Und fügt dann etwas an, woran vielleicht das Problem in seinem ersten Jahr gründete: «Selbstvertrauen kann man mit nichts herbeireden. Das muss man erleben.»

Eine Demonstration der Macht europäischer Nächte

17 Stunden früher steht einer vor den Mikrofonen der Journalisten, der es hautnah erlebt hat: Jonas Omlin. Der FCB-Goalie glänzte erneut mit starken Parden. Jene in der 54. Minute gar war es, die seine Mannschaft im Spiel hielt und schliesslich die Schlüsselszene war. «Aber auch wenn wir heute ein Tor bekommen hätten, hätten wir gewonnen.»

Es ist eine Aussage, die selbst bei Omlin, dem es nie an Selbstvertrauen mangelt, in ihrer Deutlichkeit überrascht. Das Vertrauen in das eigene Können war in Basel lange nicht mehr so ausgeprägt wie noch in den Jahren unter Heusler und Heitz. Es ist nicht nur herbei geredet, es ist da. Endlich wieder. Lange wurde beim FCB danach gesucht. Es wurde herauf beschworen, in Form von Wechseln auf Trainer- und Spielerpositionen versucht herbeizuführen.

Aber nichts, auch nicht der gewonnene Cupfinal, brachte es in dieser Fülle und mit dieser Überzeugung zurück wie dieses 5:0 gegen den russischen Tabellenführer. Einmal mehr demonstrierte dieser Abend, welche Tragweite europäische Nächte in Basel haben. Man definiert sich nicht über Liga- und Cup-Erfolge beim FCB.

Sondern man definiert sich über europäische Exploits, aus denen man Kraft für den Alltag aus Meisterschaft und Cup ziehen kann. Es ist ein Effekt, den sonst nichts auf den FCB in diesem Ausmass zu haben scheint. Es wie eine wiedergewonnene, seltene Zutat für das Basler Erfolgsrezept. Und es hätte keinen besseren Zeitpunkt geben können.

Nun wartet der Spitzenkampf gegen YB

Am Sonntag fährt der FC Basel nach Bern zu den Young Boys. Als Tabellenführer. Erstmals seit zwei Jahren ist er in diesem Duell wieder Leader. Mit einem Sieg könnten die Basler auf vier Punkte wegziehen. Das Selbstvertrauen dazu, es ist da. Und gross. «Damit fahren wir nach Bern. Wir müssen das mitnehmen», sagt Omlin.

Aber auch das Bewusstsein, dass es nicht so einfach wird wie am Donnerstag, ist gross. Die Fehler in der Defensive, «müssen wir abstellen», sagt Omlin deutlich. «Denn YB wird das ausnutzen. Die machen die Tore.» Und dann kippt ein 2:0 schnell in ein 2:2. Oder Schlimmeres. Dann wird aus einem Laut der Freude schnell ein Laut des Frusts.

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