Basketball
Rennen ist gut, denken aber besser

Im 1.-Liga-Derby gewann der CVJM Birsfelden gegen die Starwings U23 klar mit 64:46. «Cevi» ging mit einer klaren Struktur, Taktik und einer strikten Disziplin ins Spiel und kam so verdient zum Sieg gegen den vermeintlichen Favoriten.

Georges Küng
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Birsfeldens Nikola Zivkovic (l.) und Branislav Kostic nehmen Marco Mangold in die Zange.

Birsfeldens Nikola Zivkovic (l.) und Branislav Kostic nehmen Marco Mangold in die Zange.

Zinke/Sportives.ch

Nicht der vermeintliche Favorit, sondern der neu formierte «Cevi» unter Cheftrainer Pascal Donati dominierte das Orts-Derby. Und liess einige Fragen bezüglich der «jungen Wings» zurück. Man sagt, Basketball sei auch eine Art Denksport respektive Schach mit Ball. Falls dies der Fall ist, so dürfte bei der U23-Equipe der Starwings niemand das «Königliche Spiel» beherrschen. Denn auf dem Papier hätte man erwarten können, dass der «zweite Anzug» (oder Nachwuchs-Unterbau) des A-Ligisten gegen den Traditionsklub zu bestehen – und zu gewinnen – vermag.

Nur war es so, dass der «Cevi» mit einer klaren Struktur, Taktik und einer strikten Disziplin ins Spiel ging. Natürlich wollte Coach Pasal Donati (48), zugleich auch Starwings-Vizepräsident, diesen Erfolg. «Wir haben uns die ganze Woche über sehr gezielt auf das Derby vorbereitet. Jeder Spieler bekam eine klar definierte Aufgabe zugeteilt. Und ein jeder wusste über den Rivalen sehr genau Bescheid», so Donati.

Nur ein Feldkorb im ersten Viertel

War zuerst eine Manndeckung angesagt, so wechselte die Defensive danach in eine 2-1-2-Zone. Und zwang die Starwings zu forcierten oder unmotivierten Würfen, die allesamt maximal auf dem Korbring landeten. Wenn eine Mannschaft, in der zeitweise mit Severin Beltinger, Branislav Kostic, Boris Smiljic und Felix Stauch vier Nationalliga-A-Kaderspieler gemeinsam auf dem Feld standen, im ersten Viertel aus gefühlten 25 Wurfversuchen nur gerade einen Feldkorb (die restlichen fünf Punkte resultierten aus Freiwürfen) zustande bringt, dann muss man einiges hinterfragen. Und dies notabene gegen den vormaligen Tabellenletzten der 1. Liga.

Die U23 kann geltend machen, dass mit Alessandro Verga ihr U16-Nationalspieler bereits nach wenigen Minuten ausfiel. Und Akteuren wie Branislav Kostic (18) oder Nikola Zivkovic (16) gehört ohne Zweifel die Zukunft. Wenn sie richtig gefördert und vorallem ausgebildet werden.

Geschlossenes Team - trotz Start aus Retorte

Obwohl der CVJM im Sommer 2011 «aus der Retorte» geboren wurde, zeigte das Team eine geschlossene Leistung. Unter den Brettern waren der Arlesheimer Michael Bachmann (27, 197cm) und der Innerschweizer Luca Rizzo dominant, wobei Rizzo einst immerhin ein solider Nationalliga-B-Spieler bei Central Luzern gewesen war. Marco Mangold führte den Aufbau und wies – im Gegensatz zu seinen Antipoden – eine ordentliche Wurfquote aus. Und mit Fortdauer der Partie wurden die Angriffe der Starwings noch wirrer, die Bemühungen noch hektischer, so dass zu keinem Zeitpunkt eine Kehrtwende möglich war. Was auch für Birsfelden, primär aber gegen den Nachwuchs spricht.

Wie hatte doch einst der legendäre Leszek Marzec, der polnische Trainer und Ausbildner mit Birsfelder Vergangenheit, gesagt: «Im Basketball ist Rennen ist gut, Denken aber besser.» Und vielleicht wäre es gut, wenn sich die Starwings-Jungs zumindest die rudimentärsten Schach-Kenntnisse aneignen würden.

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