Fussball
Roman Krattiger kehrt dem Fussball vorerst seinen Rücken zu

Das Oberdorfer Urgestein Ramon Krattiger beendete seine Karriere mit Ablauf der Saison. Der 30-Jährige will sich in Zukunft an den Wochenenden auch einmal mit etwas Anderem, als Fussball befassen, wie er seinen Rücktritt begründet.

Patrik Bieli
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Ramon Krattiger schnürt die Fussballschuhe nicht mehr.

Ramon Krattiger schnürt die Fussballschuhe nicht mehr.

Mit Ramon Krattiger, Silvan Schafroth und Daniel Imhof verabschiedete der FC Oberdorf vor dem letzten Meisterschaftsspiel gegen den FC Gelterkinden gleich drei verdiente Akteure, die seit ihrer Juniorenzeit die Schuhe für den Dorfklub aus dem Bezirk Waldenburg schnürten.

Von diesem Trio hinterlässt vor allem der Abgang von Krattiger eine nur schwer zu schliessende Lücke in der Offensive. Der Gewinner der bz-Trophy der Saison 2006/07 hat sich schon seit einigen Monaten dazu entschlossen, seine Karriere zu beenden.

Definitiv kommuniziert hat er seinen Entscheid den Vereinsverantwortlichen allerdings erst kürzlich. «Spass am Fussball habe ich immer noch», sagt der 30-Jährige, um danach die Begründung für seinen Rücktrittsentscheid nachzuschieben: «Allerdings würde ich die Wochenenden gerne auch mal mit etwas anderem als immer nur mit Fussball füllen.»

Kürzertreten wäre möglich gewesen

Die sportliche Führung des FC Oberdorf habe ihm zwar die Möglichkeit eingeräumt, lediglich etwas kürzerzutreten und ab und zu mal ein Spiel auszulassen, statt ganz aufzuhören. Darauf wollte sich Krattiger aber nicht einlassen. «Ich möchte keine halben Sachen machen. Es ist ein Entscheid, den ich zusammen mit meiner Frau gefällt hatte und von dem wir auch nicht mehr abweichen wollten.»

Dass er keine halben Sachen macht, bewies Krattiger bereits vor etwas mehr als zehn Jahren. Damals wurde der FC Basel auf die Leistungen des damals 20-Jährigen aufmerksam und verpflichtete ihn für die U21. Nach der Saisonvorbereitung merkte er dann aber, dass das Leben eines Fussballprofis wohl doch nicht das ist, was er wirklich anstreben wollte. Und so entschied er sich, wieder zu seinem Stammverein zurückzukehren.

Dies, obwohl die Rot-Blauen ihn eigentlich gerne behalten hätten. «Wäre das Angebot des FCB drei oder vier Jahre früher gekommen, hätte die Situation möglicherweise etwas anders ausgesehen», erklärt Krattiger seine damaligen Beweggründe.

Eine Auszeit vom Fussball

Die Frage nach seiner sportlichen Zukunft, ob er in nächster Zeit vielleicht mal einen Trainer- oder Funktionärsposten bekleiden wird, kann Krattiger noch nicht beantworten. «Der Fussball hat mir viel gegeben und meine Verbundenheit zum FC Oberdorf, wo ich gute Freunde gefunden habe, ist natürlich sehr gross. Allerdings möchte ich im Moment einfach nur eine Auszeit nehmen. Wo es mich in Zukunft hintreibt, kann ich nicht sagen.»