Seifenkisten
Spektakel pur an den Europameisterschaften in Wittinsburg

An den 31. Europameisterschaften wächst der kleine Ort über sich hinaus – die Einwohnerzahl wird verdoppelt. 100 Tonnen mussten verbaut werden, um die Strecke für das Seifenkistenrennen sicher zu machen.

Hans Peter Schläfli
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Impressionen von den Seifenkisten-EM in Wittinsburg
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Andreas Lerf nahm die Kurve unter der Passarelle hart am Limit
Es geht auch auf drei Rädern um die Kurve, wie der Südtiroler Karlheinz Meraner beweist
So sieht es aus, wenn man in Wittinsburg die Kurve bei der Passerelle verpasst
Bruno Menzi war als Sechster in der Kategorie C4 der schnellste Schweizer

Impressionen von den Seifenkisten-EM in Wittinsburg

Hans Peter Schläfli

Speeddown heisst das Spektakel, das unter Seifenkistenrennsport geläufiger ist. Und mit den 31. Europameisterschaften wurde sogar der Megaevent durchgeführt. 250 Fahrer aus allen Herren Ländern und etwa 800 Besucher beherbergte Wittinsburg – es hatte also doppelt so viele Gäste wie Einwohner.

Wie in der Formel 1

Physik-Ikone Isaac Newton hätte am Speedown seine helle Freude gehabt. «Die einzig zulässige Energiequelle ist die Erdanziehung», heisst es im Raceguide. Was man sich unter dem Begriff «Seifenkiste» vorstellt, trifft noch am ehesten auf die Kategorie Carrioli zu, die aus Holz gebaut sein müssen und nur mit zwei Hebeln, die Gummiblöcke auf den Boden pressen, gebremst werden können.

In allen anderen Kategorien werden heute Einzelradaufhängung und Hightech-Elemente wie Scheibenbremsen mit hydraulischem Zweikreissystem eingebaut. Und mache Fahrer kühlen sogar wie in der Formel 1 vor dem Start sogar ihre Reifen, um mehr Grip zu erhalten.

Grosser Aufwand

Mit 100 Tonnen Verbauungsmaterial machten die Organisatoren die Piste sicher und auch die Schutzkleidung der Fahrer und Beifahrer kann es fast mit der Formel 1 aufnehmen. Das ist auch dringend nötig, beiSpitzengeschwindigkeiten von rund 100 Stundenkilometern. Bei der Kurve unter der eigens in der Dorfmitte aufgestellten Passerelle riskierten viele Rennfahrer zu viel, knallten in die Strohballen, leerten ihre Seifenkiste aus und kamen auf dem Hosenboden zum Stillstand.

Die absolut Schnellsten waren die Freiburger Stéphan Jerney und Melanie Riedo, die in der Kategorie C6 Europameister wurden. Weitere Schweizer Erfolge gab es in der Kategorie C7 mit Rolf Oswald und Matthias Bellaud aus Murten sowie in der Kategorie C3 mit Jan Schmid aus Schlatt TG. Am meisten Applaus erntete aber die Lokalmatadorin Franziska Zumbrunn, die in der «Aufwärmkategorie» C0 gewann.

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