Basketball
Starwings schnappen sich mit A.J. Hess einen Rookie der sehr viel verspricht

Er ist 23 Jahre alt, 201 Zentimeter gross und war in der letzten Saison 2016/17 einer der wurfstärksten Flügelspieler der NCAA 1. Die Rede ist vom neuen Starwings-Profispieler A.J. Hess.

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A.J. Hess (Mitte) spielt künftig für die Starwings.

A.J. Hess (Mitte) spielt künftig für die Starwings.

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In der Regel ist es den Klubverantwortlichen um Cheftrainer Roland Pavloski und Vize-Präsident Pascal Donati in den letzten Jahren stets gelungen, eine Trouvaille, oft direkt aus einem der vielen US-Colleges, nach Birsfelden zu lotsen.

Die Liste der Basketball-Profis, welche im Unterbaselbiet starke Duftmarken gesetzt haben, ist lang. Man könnte hier einen Sheray Thomas (Kanada) oder die nicht zu stoppende «Wurfmaschine» namens Jared McCurry aus den Anfangszeiten der Nationalliga-A-Jahre erwähnen. Und in letzter Zeit bleiben A.J. Pacher und aus der letzten Spielzeit Chris Jones in Erinnerung.

Mit Schweizer Wurzeln

A.J. Hess, dessen Vorfahren wohl aus der Schweiz in die USA ausgewandert sein dürften, könnte eine dieser Trouvaillen sein. Diese «Glücksgriffe» (hinter denen in Tat und Wahrheit viel Fachwissen und eine gute Vernetzung stehen) helfen dem Birstaler Kombinat, trotz minimalem Etat, stets eine bessere Rangierung in der Landeselite zu erreichen als es die finanziellen Möglichkeiten eigentlich zulassen würden.

Die Kehrseite dieser Transferpolitik ist, dass besagte Spieler nach einer Saison den Klub und das Land verlassen, um in einer stärkeren Liga zu spielen. Und mehr, einiges mehr sogar, zu verdienen.

«Wir sind ein Klub, der sich durch Seriosität und Stabilität auszeichnet. Man weiss in der Zwischenzeit im hintersten Winkel der USA, dass bei uns gerade junge Spieler, die aus dem College kommen und erstmals als Profi in Europa spielen, ohne grossen Druck aufspielen und sich weiter entwickeln können», so Trainer Pavloski.

Dass die «Wings» weltweit der einzige Basketball-Verein sind, die noch nie einen Profi aus seinem Vertrag entlassen haben, hat sich bei den Agenten herumgesprochen. Und mancher rät seinem Schützling, vorerst in der «Swiss low league» seine Europa-Laufbahn zu beginnen. «Wir sind das Sprungbrett für den nächsten, grösseren Schritt», so Pavloski.

Nervenstark von der Freiwurflinie

A.J. Hess verspricht viel. Sehr viel sogar. Der in Phoenix (Arizona) geborene Zweimeter-Mann warf in seiner letzten Saison bei einem Top-College feine 9,5 Punkte und holte sich knapp vier Rebounds (bei einer Spielzeit von 25 Minuten). Gut ist seine Wurfquote bei den Dreiern (37 Prozent), überragend jene bei den Freiwürfen, wo er mit 85,4 (!) Prozent zu den allerbesten Freiwurfschützen von ganz Amerika gehörte.

«Er ist nicht nur wurfstark, sondern für seine Position gross, ist schnell auf den Beinen und kann auch zum Korb gehen. Ich denke, er ist ein Universalspieler, an dem wir viel Freude haben werden», erklärt Pavloski.

Armenischer Nationalspieler

A.J. Hess weilt bereits in Europa. Aber nicht etwa in der Schweiz, sondern in Armenien. Und das hat einen triftigen Grund, denn der Amerikaner hat kürzlich auch den armenischen Pass erhalten und wird mit Armenien (das in der Weltrangliste zwei Plätze hinter der Schweiz auf Rang 94 figuriert) in zwei Wochen die Ausscheidungspartien für die Europameisterschaft 2018 bestreiten.

Nationalcoach der Armenier ist übrigens ein gewisser Niksa Bavcevic. Der Kroate ist zu-gleich auch Trainer beim BBC Monthey und feierte mit den Wallisern heuer den Meistertitel. Und wie man aus dem Osten Europas gehört hat, sind in der Zwischenzeit einige Teams aus höheren Ligen (wie etwa aus der Bundesliga) auf diesen A.J. Hess aufmerksam geworden.

Wenn er die hohen Erwartungen zu erfüllen vermag, wird er im Sommer 2018 den nächsten, Schritt in Europa tun – und die Starwings zufrieden feststellen, dass sie wieder einmal einen Topmann «frisch ab Presse» verpflichten konnten.

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