Old Boys Basel
Stuhl fliegt auf Tartanbahn: Platzverweis für den Sportchef von den Old Boys Basel

Ein heikler Schiedsrichterentscheid, ein fliegender Stuhl und schon sitzt Rafet Öztürk, Sportchef der Old Boys, auf der Tribüne. Bei OB liegen die Nerven blank.

Jeremy Weill
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Pascal Rietmann bleibt an Nyon-Verteidiger Azad Kevin Odabasi hängen.

Pascal Rietmann bleibt an Nyon-Verteidiger Azad Kevin Odabasi hängen.

Nicole Nars-Zimmer

Wenn es einer Mannschaft im Fussball nicht läuft, ist es sehr schwierig, aus einer sich entwickelnden Negativspirale herauszukommen. Die Old Boys, welche im Sommer einen massiven Umbruch im Team erlebt haben, müssen nun aufpassen, nicht in eine solche Negativspirale hineinzugeraten. Nach der verdienten 0:2-Niederlage im Auftaktspiel bei Kriens am Mittwoch setzte es gestern auf der Schützenmatte gegen Stade Nyonnais ein 0:1 ab.

Dieser «Nuller» war jedoch deutlich weniger verdient als jener während der Woche. Das junge Team mit einem Altersschnitt von gut 22 Jahren hielt gegen das routinierte Nyon gut mit. «Ich bin überzeugt, dass wir bald punkten werden», meinte ein trotz der Niederlage gelassener Serkan Sahin. Der Ex-FCB-Spieler ist mit seinen 29 Jahren der älteste Akteur im Kader der Gelbschwarzen, «auch wenn Nyon etwas mehr Ballbesitz hatte, wir waren präsent». Nyon hat den Ball besser laufen lassen, und in gewissen Aktionen, wie beim Spielaufbau, war den Waadtländern die Routine anzumerken. Dennoch war die Partie in der ersten Hälfte durchaus ausgeglichen.

Hitzige Atmosphäre auf dem Spielfeld

Einige heikle Entscheide des Schiedsrichters wurden von beiden Teams teilweise hitzig kommentiert, doch die Emotionen kochten noch nicht annähernd so hoch wie nach einer knappen Stunde. Serkan Sahin köpfte nach einer Eckballvariante von Akbulut und Blatter zum vermeintlichen 1:0 ein. Doch zwei Minuten (!) nach dem Jubel – die Spieler beider Teams waren längst zum Wiederanpfiff formiert – revidierte Schiedsrichter Michael Huber seine Meinung und annullierte den Treffer, da Akbulut beim Doppelpass mit Blatter im Abseits gestanden ist. So kurios wie bitter für die Old Boys.

Michael Huber, Schiedsrichter:

«Dem Linienrichter ist einige Momente nach
dem Treffer in den Sinn
gekommen, dass die Nyon-Verteidiger am Pfosten das Abseits nicht aufhoben.»

«Dem Linienrichter ist einige Momente nach dem Treffer in den Sinn gekommen, dass die Nyon-Verteidiger am Pfosten das Abseits nicht aufhoben, so dauerte es etwas länger», erklärte Huber die Verzögerung des Entscheids. Dieser war richtig und deswegen gebührt dem Schiedsrichter und seinem Assistenten ein grosses Kompliment. Dies, obwohl die Partie gegen Ende etwas unruhiger wurde, was viele Verwarnungen mit sich brachte.

Noch immer 0 Punkte

Bei den Gelbschwarzen lagen die Nerven nach der heiklen Schiedsrichterentscheidung blank und Sportchef Rafet Öztürk wurde kurz vor Schluss nach einer (tendenziell richtigen) Abseitsentscheidung gegen die Basler auf die Tribüne geschickt, nachdem er seinen Stuhl auf die Tartanbahn schmiss. Das Heimteam liess sich zwar nicht aus der Ruhe bringen, aber bei gewissen Konterchancen wäre deutlich mehr dringelegen. Schliesslich fehlte die Kraft – oder die Routine. Und dann kam es, wie es kommen musste und wie es in den letzten Jahren immer wieder geschah: Der Gegner erzielt kurz vor Schluss den Siegtreffer.

Der eingewechselte Gentian Bunjaku war es, der den Gästen mit einem platzierten Halbvolley die drei Punkte sicherte. Und deshalb gilt wieder einmal das Fazit: OB hat gut mitgespielt, Chancen kreiert und war dem Gegner ebenbürtig, doch am Schluss bleiben null Punkte.

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