Super League
Der verdiente Ritterschlag für den König

Als erster FCB-Spieler überhaupt wird Arthur Cabral für die A-Nationalmannschaft Brasiliens aufgeboten.

Céline Feller
Drucken
Teilen
Arthur Cabral bejubelt eines seiner vielen Tore.

Arthur Cabral bejubelt eines seiner vielen Tore.

Marc Schumacher / freshfocus

Die Nachricht, die am späten Freitagabend publik wird, schlägt ein wie eine Bombe. Auf den sozialen Medien wird er gefeiert, alle wollen sie ihm gratulieren. Weil er es sich so sehr verdient hat – und weil es die Erfüllung seines grössten aller Träume ist. Arthur Cabral ist zum ersten Mal in seinem Leben für die A-Nationalmannschaft aufgeboten.

Und weil Cabral nicht aus irgendeinem Land kommt, sondern aus Brasilien, ist das eine Sensation. Denn die Seleção ist so etwas wie das Nonplusultra der Landesauswahlen. Wer es in diese hineinschafft – der hat es geschafft.

Wie er sich dafür empfohlen hat, ist bestens bekannt. 20 Tore hat der 23-Jährige bislang in dieser Saison erzielt. Und es ist gerade einmal Oktober. 18 Partien hat der FC Basel bislang absolviert, Cabral in 16 davon gespielt. Er schiesst damit im Schnitt mehr als einen Treffer pro Spiel.

Dazu kommen sechs Assists. Diese Quote hat jetzt auch in der Heimat Eindruck hinterlassen. Noch im September sprach Cabral in einem Interview mit dieser Zeitung davon, dass ihm ein Titel in der Conference League dereinst helfen könnte, aufgeboten zu werden. Jetzt ist es schneller gegangen, als er dachte.

Auf seinem Instagram-Kanal schreibt er von seinem Kindheitstraum, der in Erfüllung gehe. Auf dem dazugehörigen Bild ist Cabral zwei Mal zu sehen: einmal als der 23-jährige Mann, den man heute kennt. Und einmal als Kind. Beide Male trägt er das gelbe Trikot der brasilianischen Nationalmannschaft. Er sagt zu seiner Nomination:

«Ich kann die Gefühle nicht beschreiben, die ich und meine Familie in diesem Moment spüren. Das Trikot der Seleção tragen zu dürfen, wird die grösste Ehre meines Lebens sein. Der kleine Arthur, der in Campina Grande gegen den Ball kickte, wäre mit Sicherheit sehr stolz auf das, wohin ich es heute gebracht habe.»

Für Cabral ist es nicht nur die Erfüllung des grössten aller Träume, es ist sein ganz persönlicher Ritterschlag. Der Ritterschlag für König Arthur.

Die Wertsteigerung und das wegweisende Aufgebot

Und dieser wird ihm nicht zuletzt auch für seine Karriere weitere Möglichkeiten eröffnen. Denn auf die Seleção schaut die ganze Welt. Kommt er gegen Venezuela, Kolumbien oder Uruguay zum Einsatz, kennt die Fussballwelt seinen Namen. Am Sonntag sagt Cabral:

«Auch wenn ich nicht spielen sollte, werde ich jede Sekunde geniessen und einfach glücklich sein, dabei zu sein.»

Sowieso wird mit diesem Aufgebot plötzlich auch ein Transfer in eine grosse Liga realistischer. Denn ein Brasilianer aus der Super League ist für Teams aus der Premier League nur halbwegs interessant. Ein brasilianischer Nationalspieler aber ist sehr interessant. Es ist also gut möglich, dass dieses Aufgebot Cabrals Karriere nachhaltig beeinflussen wird. Und dem FCB womöglich auch die Summe einbringen wird, die er sich bei einem Transfer von Cabral erhofft: eine um die 20 Millionen. Teams aus England könnten diesen Preis bezahlen.

Es ist ein Preis, der dem FCB Gewinn bringen würde. Denn die Basler halten nur 50 Prozent an Cabral und bezahlten damals stolze 4,5 Millionen Franken an Palmeiras. Durch seine Nomination für die Nationalmannschaft erfährt er eine solche Wertsteigerung, dass der FCB doch noch ein sehr gutes finanzielles Geschäft mit ihm machen könnte. Etwas, was gerade auch mit dem strukturellen Defizit im Hinterkopf immens wichtig wäre.

Aktuelle Nachrichten