Wollten Herr und Frau Basler in den vergangenen Tagen Strand-Feeling erleben, so mussten sie dafür nicht einmal in den Flieger Richtung Süden steigen: Im Herzen Basels wurde der Barfüsserplatz im Rahmen der Coop Beach Tour übers Wochenende zur Beachvolleyball-Arena umfunktioniert. Nationale Top-Teams sowie je ein Gastteam aus Australien und Schweden sorgten auf dem Sand für Spannung, zahlreiche Verpflegungs- und Unterhaltungsstände um die Arena herum rundeten den Event ab.

Pro Tag lockte das Turnier mit freiem Eintritt im Schnitt über 3000 Zuschauer auf den Barfi. Zu Beginn hatte man noch mit Wind und Wetter zu kämpfen: Die Gewitter vom Wochenende sorgten für einige Spielverschiebungen und ein paar leere Ränge. Pünktlich zum Finaltag am Dienstag outete sich Petrus aber doch noch als Beachvolleyball-Fan und lieferte schönstes Sommerwetter. Perfekt für einen Nachmittag voll Copacabana-Feeling in der Basler Innenstadt.

Aussenseiter-Märchen beim Damenturnier

Doch nicht nur des Wetters wegen lohnte sich der Besuch für das Publikum: Beide Tableaus entpuppten sich als wahrhaftige Strand-Krimis. Im Damen-Turnier duellierten sich die an Nummer drei gesetzten Ines Egger und Nicole Eiholzer mit dem schweizerisch-brasilianischen Duo aus Selina Marolf und Vanessa Bieli Jorge um die Krone. Letztere behielten in einem Herzschlag-Duell über die volle Dauer von drei Sätzen das bessere Ende für sich und schrieben so das perfekte Happy End ihrer persönlichen Cinderella-Story.

Aus der Qualifikation kommend, kämpften sich Marolf und ihre 39-jährige Partnerin über das Loser-Tableau in den Final – und in die Herzen der Fans. Entsprechend lautstark wurden die beiden nach ihrem Sensationserfolg gefeiert. Ermöglicht wurde das Strand-Märchen unter anderem auch durch das Verletzung-Aus der Topfavoritinnen Esmée Böbner und Zoé Vergé-Dépré, die nach ihrem Startsieg Forfait geben mussten.

Basler Lokalmatadoren triumphieren am Ende

Und auch das Männer-Turnier schrieb eine besondere Geschichte. Hier standen die topgesetzten Basler Lokalmatadoren Florian Breer und Yves Haussener im Fokus. Auf der World Tour bilden die beiden kein Team, für ihr Heimturnier tun sie sich aber jeweils zusammen. Mit Edelmetall auf dem Barfi wollte es aber bisher nie klappen – zwei bittere vierte Ränge wollte man in diesem Jahr mit einem Turniersieg vergessen machen.

Im Final gegen den ebenfalls aus Basel stammenden Youngster Jonathan Jordan und seinen Zürcher Kollegen Alexei Strasser sah es lange so aus, als bliebe dem Duo der ersehnte Triumph erneut verwehrt. Zu frech, zu präzise und zu zielstrebig erspielten sich ihre Widersacher in der Startphase Punkt um Punkt.

Mit dem Rücken zur Wand stehend, retteten sich Breer und Haussener letztlich doch noch in den Entscheidungssatz. Und auch dieser hätte kaum knapper ausfallen können – wie schon im Damen-Final hielt es niemanden mehr auf seinem Sitz, als sich das Basler Duo im Entscheidungssatz mit 15:13 hauchdünn durchsetzte und das Strand-Wochenende für Herr und Frau Basler perfekt abrundete.