Volleyball
Mit Traktor-Jungs und Partyvolk zum 2:2: So soll der Sieg für Sm'Aesch gegen die Favoritinnen aus NUC gelingen

Nach dem schwachen Auftritt in Spiel 3 sinnt Sm’Aesch Pfeffingen am Ostermontag nach Revanche und hat sich einen Plan zurecht gelegt.

Isabel Langer und Jakob Weber Jetzt kommentieren
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So hatte man sich das bei Sm’Aesch Pfeffingen definitiv nicht vorgestellt. Die deutliche Niederlage am Mittwochabend in Neuchâtel ist nach dem Spektakel in Aesch im zweiten Spiel schmerzhaft. Vor allem die Art und Weise, wie die Baselbieterinnen verloren haben, ist nach dem letzten Sieg in Aesch kaum nachvollziehbar. Beide Mannschaften standen mit der gleichen Besetzung wie zuvor auf dem Feld und doch zeigte sich NUCs Überlegenheit deutlich.

Die Enttäuschung nach der Niederlage in NUC war den Sm'Aesch-Spielerinnen nach dem Spiel deutlich anzusehen.

Die Enttäuschung nach der Niederlage in NUC war den Sm'Aesch-Spielerinnen nach dem Spiel deutlich anzusehen.

Bild: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott

«Wir sind nie ins Spiel gekommen, haben keinen Druck beim Service gemacht und schwach angegriffen. Es gab wirklich keinen Punkt, der uns Hoffnung gemacht hat. Aber solche Spiele gibt es. Jetzt müssen wir das vergessen und nach vorne blicken», sagt Sm’Aesch Passeuse Méline Pierret.

Kampf um das beste Publikum der Schweiz

Bei den Neuenburgerinnen klappte dagegen alles. Sie spielten sich – getragen von den 1550 Heimfans – in einen regelrechten Rausch. «Wir haben das beste Publikum der Schweiz», sagt NUC-Mittelblockerin Alix de Micheli und ergänzt: «Die guten Starts in die Sätze haben uns Selbstvertrauen gegeben und mit Selbstvertrauen sind wir nur schwer zu stoppen.»

Das Publikum ist in einer Finalserie, bei denen sich beide Teams sportlich nicht viel nehmen, ein nicht zu unterschätzender Punkt. Das hat sich auch am Freitag vor einer Woche gezeigt, als Sm’Aesch dank Zusatztribüne und Rekordkulisse in heimischer Halle zum Sieg getragen wurde. Am Mittwoch war es genau umgekehrt. «Alles was sie gemacht haben, hat funktioniert,» sagt Sm’Aesch-Trainer Andi Vollmer einen Tag nach der Niederlage und ergänzt:

«Das Publikum hat die NUC-Spielerinnen stark gemacht.»
Die NUC-Spielerinnen spielten sich in einen regelrechten Rausch.

Die NUC-Spielerinnen spielten sich in einen regelrechten Rausch.

Bild: KEYSTONE/Jean-Christophe Bot

Auch für Sm’Aesch-Geschäftsführer Fabio Back ist das Umfeld einer der Hauptgründe für die Leistungsschwankungen: «Wenn da 1600 Fans in der Halle sind und das andere Team unterstützen, hat das einen Einfluss. Das Heimteam kommt durch die Stimmung in einen Flow. Das Auswärtsteam wird dagegen gehemmt und kann nicht wie gewünscht aufspielen.» Doch wenn Sm’Aesch Meister werden will, muss es die kommenden beiden Spiele (Ostermontag 16 Uhr in Aesch, Freitag 20 Uhr in Neuchâtel) und damit auch einmal auswärts gewinnen.

Doch nicht nur das Publikum, auch sportlich findet Vollmer zahlreiche Gründe: «Der zentrale Punkt war unser Service. Am Anfang haben wir ihn mit zu viel Risiko ins Aus geschlagen. Das brachte eine gewisse Verunsicherung und Druck ins Spiel. Dadurch wurde er dann zu harmlos.» Ohne Druck in der Annahme konnte NUC sein starkes Angriffsspiel ohne Probleme aufziehen. Und Sm’Aesch in der Abwehr und im Block nicht dagegen halten, wie Vollmer zugibt.

Freche Worte aus Neuenburg

Durch das schwache Spiel und die deutliche Niederlage hat Sm’Aesch gleichzeitig auch den Gegner wieder aufgebaut. NUC-Libera Fabiana Mottis sagt:

«In Aesch waren wir mental nicht bereit. Aber in Spiel 3 haben wir sie von A bis Z dominiert. Am Montag werden wir zeigen, dass wir besser sind als Aesch und die Serie gewinnen.»

Das will Aesch natürlich verhindern und Vollmer und Back haben auch schon Pläne, wie das gelingen soll. Der Trainer erklärt: «Wir müssen mehr Bälle berühren und NUC in ihren Offensivbemühungen öfter stoppen, damit da ein bisschen mehr Frust reinkommt.» Um die Energie und Power von NUC zu simulieren, hat Vollmer mit Marco Geiger und Lorin Rehn zwei NLB-Spieler von Traktor Basel ins Training bestellt.

Ausserdem will der Trainer seine Spielerinnen erinnern, dass es in Spiel 2 vor heimischem Publikum bereits gelungen ist, NUC grosse Probleme zu bereiten. «Dieses Bewusstsein und die Überzeugung, dass wir es schaffen können, muss wieder her. Deswegen werden wir von Anfang an voll dagegen halten», sagt Vollmer. Er will sein Team im möglicherweise letzten Spiel als Sm’Aesch-Trainer in einer aktiven Rolle sehen.

Sm'Aesch Pfeffingen will nach dem Spiel am Montag wieder vor vollen Kulissen jubeln.

Sm'Aesch Pfeffingen will nach dem Spiel am Montag wieder vor vollen Kulissen jubeln.

Bild: KEYSTONE/ Georgios Kefalas

Auch Back gibt alles, damit die Spielerinnen wieder in den berühmten Flow kommen. Mit Volksfeststimmung, Bier, kulinarischem Angebot und Spezialgästen will er «für eine Partystimmung sorgen, die wie schon in Spiel 2 auf das Feld überschwappen soll, damit sich auch die Spielerinnen in einen Rausch spielen können.» Und die Serie wieder ausgleichen.

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