Volleyball
Wieder bleibt nur der Vizetitel für Sm'Aesch Pfeffingen

Sm’Aesch Pfeffingen verliert zu Hause das vierte Spiel mit 1:3 und damit die Serie und den Meistertitel gegen Neuchâtel.

Isabel Langer
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Die Enttäuschung ist den Sm'Aesch-Spielerinnen trotz Silbermedaille deutlich anzusehen.

Die Enttäuschung ist den Sm'Aesch-Spielerinnen trotz Silbermedaille deutlich anzusehen.

Bild: KEYSTONE/ Georgios Kefalas

Matchball Neuchâtel UC (NUC). Diese Ausgangslage war nach der Qualifikationsrunde im Vorfeld der Serie schon zu erwarten gewesen. Doch nach der starken Leistung zu Hause im zweiten Spiel könnte es an Spiel vier wieder zu einem heissen Kampf zwischen den beiden Teams kommen. Die Voraussetzungen sind nahezu die gleichen: Sm’Aesch liegt in der Serie mit einem Spiel hinten, die Löhrenackerhalle ist bis auf den letzten Platz besetzt und die Stimmung erneut gigantisch.

Die Startphase des Spiels gestaltet sich, wie über weite Strecken des gesamten Spiels, spannend. Sm’Aesch wirkt konzentrierter als noch im letzten Spiel in Neuenburg und die Blockarbeit ist wieder besser geworden. Auch das Service-Problem konnte erfolgreich behoben werden, sodass NUC nicht problemlos ihr starkes Angriffsspiel aufziehen kann. Doch die Neuenburgerinnen wären nicht umsonst die Favoritinnen, wenn ihnen dagegen kein Mittel einfallen würde. Sie schaffen es immer wieder, den Ball im gegnerischen Feld unterzubringen, auch weil bei Sm’Aesch das Timing oft nicht passt.

Trainer Andi Vollmer reagiert mit einem Zustellerwechsel und bringt Vilma Andersson für Méline Pierret. «Wir haben anfangs keine gute Connection hinbekommen, auch weil NUC Méline gut lesen konnte. Deswegen mussten wir reagieren und wechseln.» Auch die Schweizer Angreiferin Sarah van Rooij betritt gegen Ende des ersten Satzes das Feld, auch wenn man ihr ihre Verletzung über das ganze Spiel anmerkt. Zumal NUC sich die Aussenangreiferin oft bei den Aufschlägen ausguckt und sie sichtlich Probleme damit hat. Kurz vor Ende des ersten Satzes kommt Sm’Aesch zwar bis auf zwei Punkte heran, verliert den Satz dann aber mit 20:25.

Zweiter starker Satz wie beim letzten Heimspiel

Der zweite Satz erinnert stark an das letzte Heimspiel. Zwar schenken sich hier beide Team nichts, doch kurzzeitig gelingt es Sm’Aesch, sich in den bekannten Flow zu spielen. Sie schaffen es, sich einige Punkte abzusetzen, und erspielen sich beim Stand von 24:19 den Satzball, der von Topskorerin Madison Duello verwandelt wird. Bei einem Satzstand von 1:1 zeigt sich dann aber NUCs Übermacht wieder deutlich. Damit versetzen sie die vielen mitgereisten Neuenburger-Fans in Euphorie, von der sich die Spielerinnen zum deutlichen 16:25-Satzsieg tragen lassen.

Nun wird es spannend. Sm’Aesch muss den nächsten Satz gewinnen, ansonsten ist die Meisterschaft gelaufen. Kann NUC an ihre Leistungen aus Satz eins und drei anknüpfen, wird es hier ganz eng für das Heimteam. Zu Beginn zeigt sich aber das gleiche ausgeglichene Bild wie die Sätze zuvor. Sm’Aeschs nachgelassene Blockarbeit kann gegen die kraftvollen Angriffe der Neuenburgerinnen aber kaum noch etwas ausrichten.

Und auch NUCs Abwehrarbeit ist ein essenzieller Part, dass die Baselbieterinnen hier wieder in den Rückstand geraten, den sie nicht mehr aufholen können. Das Spiel endet nach hoch spannenden Schlussminuten, als NUC den Satz mit 23:25 und damit die Meisterschaft für sich entscheidet.

Tränen beim Heimteam, Jubel bei den Gästen

Die Enttäuschung ist dem Heimteam nach dem Spiel deutlich anzusehen. Noch minutenlang nach Abpfiff sind auf vielen Gesichtern Tränen zu sehen. Auf der anderen Seite wird NUC verdient unter grossem Jubel der Pokal überreicht.

Tia Scambray stemmt vor ihren jubelnden Teamkolleginnen den Meisterpokal in die Höhe.

Tia Scambray stemmt vor ihren jubelnden Teamkolleginnen den Meisterpokal in die Höhe.

Bild: KEYSTONE/ Georgios Kefalas

Für Trainer Vollmer ist es das letzte Spiel für Sm’Aesch gewesen. Auch wenn es am Ende wieder nur für die Vizemeisterschaft reicht, gibt er sich nach dem Spiel zufrieden:

«Wir mussten heute alles aufs Feld werfen. Unser Herz, aber auch unsere Körper und unsere Einstellung. Und das haben wir geschafft. Ich bin zufrieden mit unserer Teamleistung. NUC war in allen Elementen einfach etwas besser und konstanter.»