Schweizer Cup

«YB hat es uns sehr schwer gemacht und den Klassenunterschied sofort aufgezeigt»

OB-Spieler Pascal Rietmann (l.) streitet sich mit Gregory Wuehtric um den Ball.

OB-Spieler Pascal Rietmann (l.) streitet sich mit Gregory Wuehtric um den Ball.

Die Berner Young Boys gewinnen den Cup-Sechzehntelfinal gegen die Old Boys ungefährdet mit 4:0.

In jüngster Vergangenheit erwiesen sich die Basler Old Boys regelmässig als hohe Cup-Hürden für Vereine aus der Super League. In der Hoffnung, dass die Gelbschwarzen auch gegen ihre Berner Fast-Namensvetter mit den gleichen Vereinsfarben einmal mehr an der Sensation schnuppern könnten, fanden 2500 Zuschauer trotz miesem Wetter den Weg ins Stadion Schützenmatte.

Doch der Hauptstadtklub hatte keine Lust, seinen Teil zu einem spannenden Cup-Fight beizutragen und erstickte die Hoffnungen des Promotion-League-Vertreters im Keim. «Wir haben den Gegner ernst genommen, waren von der ersten Minute an konzentriert und fokussiert», konstatierte Trainer Adi Hütter zufrieden. Seine Elf monopolisierte von Beginn weg das Spielgerät und verlagerte das Geschehen in die OB-Platzhälfte.

Hütters Antipode Aziz Sayilir musste derweil zugestehen, «dass wir in der ersten Viertelstunde praktisch nie den Ball hatten». Dennoch liess das gut organisierte Heimteam zunächst nur wenige Grosschancen zu.

Dass es nach 28 Minuten dennoch 0:2 stand, war die Konsequenz zweier individueller Fehler: Anstatt einen harmlosen Schuss Thorsten Schicks zu klären, traf Abwehrchef Loic Limanaj den Ball nur marginal, lenkte ihn dadurch an den Pfosten und ermöglichte es Jean-Pierre Nsame, per Abstauber die YB-Führung zu erzielen (13.).

Und Christian Fassnachts herrlichem Schlenzer aus 20 Metern ging ein schlimmer Fehlpass Adrien Fleurys in der Vorwärtsbewegung voraus.

Beste Phase nach der Halbzeit

«YB hat es uns sehr schwer gemacht und den Klassenunterschied sofort aufgezeigt. Es ging viel zu lange, bis wir etwas nach vorne kreieren konnten. Bei unserer ersten guten Aktion, lagen wir bereits mit zwei Treffern im Rückstand», fasste OB-Verteidiger Vincent Leuthard die Probleme in der ersten Halbzeit zusammen. Die besagte Chance war ein Kopfball Pascal Rietmanns, der aber von Mitspieler Artan Shillova unfreiwillig vor der Torlinie entschärft wurde (33.).

Nach dem Seitenwechsel hatte das Heimteam seine beste Phase, doch der erste Angriff des Super-League-Leaders gipfelte im 0:3 von Roger Assalé (53.). In den folgenden Minuten kamen die Old Boys defensiv ins Schwimmen und hätten mehr als nur ein weiteres Tor des eingewechselten Ivorers (59.) kassieren können.

Doch Goalie Niklas Lindenthal war – wie davor und danach – ein starker Rückhalt und sorgte mit mehreren hervorragenden Interventionen dafür, dass die Begegnung mit einer 0:4-Niederlage einigermassen versöhnlich endete. «Er hat gezeigt, wieso er unsere Nummer 1 ist», lobte Trainer Aziz Sayilir.

Alles andere als versöhnlich hatte der Nachmittag dagegen begonnen. Die Fangruppierung BBN (Basel bei Nacht) hatte es vorgezogen, in der Schützenmatte die YB-Fans zu provozieren, anstatt den FC Basel nach Chiasso zu begleiten. Beim Einspielen der Teams gerieten die verfeindeten Lager auf der Tartanbahn aneinander und mussten von der Polizei mit Gummischrot getrennt werden.

«Diese Gruppierung hat mit OB nichts zu tun und wird auch vom FCB nicht akzeptiert», erklärte Jürg Pulver. Der Pressechef der Old Boys lobte die Polizei für ihr schnelles Eingreifen, merkte aber auch an, dass durch diese unschönen Szenen «ein ideeller Schaden» entstanden sei.

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