Fussball WM-Qualifikation
Brasilien qualifiziert sich für WM-Endrunde – Argentinien blamiert sich in Bolivien

Brasilien steht vier Runden vor Schluss der südamerikanischen Qualifikation als erster Teilnehmer der WM 2018 neben Gastgeber Russland fest. Bei Erzrivale Argentinien hat das Muffensausen eingesetzt.

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Brasilien qualifiziert sich – so früh wie noch keine Mannschaft zuvor – für die WM 2018 in Russland.

Brasilien qualifiziert sich – so früh wie noch keine Mannschaft zuvor – für die WM 2018 in Russland.

Keystone

Seit Tite den glücklosen Chefcoach Dunga abgelöst hat, scheint Brasilien nicht zu stoppen sein. Das 3:0 gegen Paraguay war der achte Sieg der Seleção in Serie in der kontinentalen Vorausscheidung, bei nur zwei Gegentoren. Weil Peru mit dem überraschenden 2:1 gegen Uruguay Schützenhilfe leistete und Uruguay noch gegen Argentinien spielt, kann Brasilien in den verbleibenden vier Spielen nicht mehr aus den Top 4 verdrängt werden.

Neymar: «Sie können mich treffen, so oft sie wollen. Wenn dies der einzige Weg ist, wie sie mich stoppen können.»

Neymar: «Sie können mich treffen, so oft sie wollen. Wenn dies der einzige Weg ist, wie sie mich stoppen können.»

Keystone

Unwiderstehlich präsentierte sich bei Brasiliens Sieg Neymar, der Captain. Diverse sehr grenzwertige Attacken der Uruguayer, ein wegen Offsides aberkanntes Tor und ein abgewehrter Foulpenalty hinderten den Star des FC Barcelona nicht daran, seine ausgezeichnete Leistung zu krönen.

Neymar traf nach einem herrlichen Lauf zum 2:0 (64.), das Publikum in São Paulo bedachte ihn mit einer Ovation. «Ich wurde sehr oft gefoult», sagte Neymar. «Aber es ist mir egal. Sie können mich treffen, so oft sie wollen. Wenn dies der einzige Weg ist, wie sie mich stoppen können.»

Ohne Messi, ohne Ideen

Während Brasilien mit Neymar einen Leader hatte, wäre Argentinien in Bolivien um eine führende Hand froh gewesen. Mit den gesperrten Lionel Messi, Gonzalo Higuain, Nicolas Otamendi, Javier Mascherano und Lucas Biglia und dem angeschlagenen Paulo Dybala fehlte dem WM-Finalisten von 2014 ein Sextett. Das 0:2 auf 3600 Metern über Meer beim bereits chancenlosen Bolivien bringt den zweiten Grossen aus Südamerika in die Bredouille.

Messi sah auf einem TV-Schirm in der Garderobe, wie die Kollegen nach Luft schnappten - und einen recht ideenlosen Auftritt gegen spielerisch limitierte, aber leidenschaftlich kämpfende Bolivianer hinlegten. Der erste Sieg seit 2005 wäre in der aktuellen Situation eine grosse Hilfe gewesen. Stattdessen belegt Argentinien nicht mehr den 3., sondern den 5. Rang, der noch zur Barrage-Teilnahme berechtigen würde.

Ohne Lionel Messi ist Argentinien zum Verlieren verdammt.

Ohne Lionel Messi ist Argentinien zum Verlieren verdammt.

Keystone

Vor allem das Fehlen von Messi – wegen einer Beleidigung des Linienrichters in der vorhergehenden Partie gegen Chile wurde er wenige Stunden vor dem Anpfiff in La Paz für vier Partien gesperrt – wiegt für das Restprogramm schwer. Der Superstar dürfte erst im Oktober gegen Ecuador wieder einsatzberechtigt sein. Davor spielt Argentinien noch gegen Venezuela und Peru sowie in Uruguay. Ohne den vierfachen Weltfussballer holte die «Albiceleste» in acht Partien nur sieben Punkte, mit ihm in sechs Spielen 15 Zähler.

Der Druck nimmt zu

In der Heimat wird der Druck auf Trainer Edgardo Bauza immer grösser. Doch der ist von der Qualifikation überzeugt: «Wir leben noch», betonte er. «Der Kampf geht weiter.» Da bis zum nächsten Spiel fünf Monate Zeit sind, wäre ein Wechsel jetzt wohl sinnvoll - wenn überhaupt.

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