Challenge League
Krienser Fussballer suchen in Thun den Sieg und finden die Niederlage

Es wird immer enger im Challenge-League-Abstiegskampf: Der SC Kriens verliert auswärts beim FC Thun unglücklich mit 0:1 (0:0). Ein einziges SCK-Blackout in der Verteidigung genügte dem Heimteam zum Vollerfolg.

Turi Bucher
Merken
Drucken
Teilen
Thuns Nicola Sutter (rechts) im Duell mit Kriens' Burim Kukeli (links) und Patrick Luan.

Thuns Nicola Sutter (rechts) im Duell mit Kriens' Burim Kukeli (links) und Patrick Luan.

Bild: Peter Schneider / Keystone

Kriens war in der ersten Halbzeit gegen ein schwaches, verunsichertes, ohne Ideen agierendes Thun bemüht, nicht nur kämpferisch, sondern auch kreativ aufzutreten. Deshalb stand Neuzugang Helios Sessolo diesmal in der Krienser Startelf. Acht Krienser Schüsse auf das gegnerische Tor (im Vergleich mit drei Thuner Versuchen) waren Zeugnis der SCK-Bemühungen, die aber mit einer Ausnahme alle harmlos blieben: Nur Oan Djorkaeffs Chance in der 8. Minute war verheissungsvoll, der Sohn des ehemaligen französischen Weltmeisters Youri Djorkaeff war in dieser Szene aber zu wenig zielstrebig. Djorkaeffs Sturmpartner Patrick Luan war dafür ein Totalausfall, verlor jeden Zweikampf und jeden Ball.

Djorkaeff, der eine gute Partie spielte, sorgte auch nach dem Seitenwechsel für die erste aufregende Szene: In der 57. Minute sprintete er über den halben Platz, scheiterte aber – bei der Schussabgabe vom Japan-Holländer Nikki Havenaar gestört - an Thun-Torhüter Andreas Hirzel.

Ex-Dortmund-Junior trifft für Thun

Aber auch die Thuner, die zuletzt in der vorderen Tabellenregion taumelten, investierten nun mehr ins Offensivspiel. Es entstand ein offenes Duell, das auf die eine oder andere Seite kippen konnte. Und es kippte auf die Seite der Thuner. Verflixt: Kriens hatte doch bis zur 75. Minute alles im Griff, war weiterhin überlegen – ein einziges Blackout in der Abwehr reichte, und alles war futsch. Kriens hatte den Sieg gesucht und die Niederlage gefunden: Die Raumdeckung von David Mistrafovic und Marijan Urtic auf der rechten Abwehrseite war in der 76. Minute völlig ungenügend, die Hereingabe wurde nicht blockiert. Sie gelangte zum eingewechselten Deutsch-Ghanaer Gabriel Kyeremateng, der den Ball zum 1:0 ins Kriens-Tor ablenkte. Kyeremateng hatte einst die Juniorenabteilung von Borussia Dortmund durchlaufen.

Thun spielte nun die Zeit clever herunter, die Hoffnung auf einen Krienser Lucky Punch schwand. Der Schuss des eingewechselten Liridon Mulaj zischte in der 91. Minute noch am Thun-Tor vorbei.

Trainer Berner seufzend: «Wir erzielen keine Tore»

Kriens-Trainer Bruno Berner seufzte nach der Partie:

«Es ist immer wieder dasselbe: Wir schiessen keine Tore. Wir haben nun in 24 Spielen 18-mal kein Tor aus dem Spiel heraus erzielt.»

Tatsächlich: Auch gegen Thun hatte Kriens 17-mal aufs gegnerische Tor geschossen, der Gegner derweil 7-mal weniger. Berner weiter: «Für den Ligaerhalt braucht es Tore. Wenn wir uns die Challenge-League-Tauglichkeit verdienen wollen, braucht es … Tore.»

Dieser Aufwand, diese Leistung – Kriens sah wirklich nicht wie ein Absteiger aus. Der Ertrag, das Resultat – ein Trauerspiel, genauso unglücklich verlieren zukünftige Absteiger. Gewinner dieser Runde im Abstiegskampf zwischen Kriens, Xamax Neuchâtel und Chiasso sind eindeutig die Tessiner. Sie rückten mit ihrem Heimsieg gegen Aarau bis auf zwei Punkte an Kriens und Xamax heran. Zwei Drittel der Saison sind gespielt, jetzt folgt das letzte Drittel. Es wird in diesem Fussball-Frühling sehr schwierig, sehr, sehr ungemütlich für Kriens. Und eigentlich gibt es kein Wenn und Aber: Kriens muss am nächsten Freitag im Heimspiel gegen Tabellenführer und Aufstiegskandidat Nummer eins, gegen die Grasshoppers, dringend punkten.


Thun – Kriens 1:0 (0:0)

Stockhorn Arena. – 5 Zuschauer. – SR Thies.

Tor: 76. Kyeremateng 1:0.

Thun: Hirzel; Wetz, Sutter, Havenaar, Hefti; Fatkic, Hasler (46. Rüdlin); Joss (76. Fuhrer), Karlen, Schwizer (25. Salanovic/46. Dos Santos); Chihadeh (75. Kyeremateng).

Kriens: Brügger; Urtic, Alessandrini, Kryeziu, Costa; Sessolo (62. Mulaj), Bürgisser, Kukeli (79. Selasi), Aliu (62. Mistrafovic); Djorkaeff (83. Yesilçayir), Luan (79. Marleku).

Bemerkungen: Thun ohne Kablan, Dzonlagic, Castroman und Rodrigues (alle verletzt). Kriens ohne Berisha (gesperrt), Follonier und Busset (beide verletzt). Verwarnungen: 22. Aliu (Schwalbe), 38. Havenaar (Foul).