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Ein Trainer-Experiment ohne Not – wie YB in der Champions League gegen Villarreal untergeht

YB verliert sein drittes Gruppenspiel in der Champions League gegen Villarreal 1:4. Damit rücken die Achtelfinal-Träume in weite Ferne. Welchen Anteil trägt der Trainer an der Niederlage?

Etienne Wuillemin, Bern
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Die Young Boys erleiden gegen Villarreal eine bittere 1:4-Niederlage.

Die Young Boys erleiden gegen Villarreal eine bittere 1:4-Niederlage.

Urs Lindt / freshfocus

77 Minuten sind gespielt, als sich das ausverkaufte Berner Wankdorf plötzlich bebt. Endlich ist es da, das ersehnte Tor, Meschack Elia erzielt es nach einem seiner vielen Läufe. Es ist das 1:2, der Moment, der YB noch einmal Hoffnung beschert. Ist in diesem Spiel, das eigentlich bereits verloren war, doch noch eine ­furiose Wende möglich?

Unai Emery, der Trainer von Villarreal, zappelt jetzt noch wilder als sonst schon den ganzen Abend an der Linie herum. Sein Antipode David Wagner treibt das Publikum an. Der erste Schwung wird gebremst, weil Villarreals Captain Albiol verletzt ausgewechselt werden muss. YB glaubt ans späte Glück. Aber am Ende bleibt doch nur die Ernüchterung. In der 88. Minute entscheidet Moreno nach einem Konter der Gäste mit seinem Tor die Partie. Kurz vor Schluss folgt gar noch das 1:4.

Es ist die zweite Niederlage für YB im dritten Gruppenspiel dieser Champions League. Die Euphorie nach dem Sieg gegen Manchester United zu Beginn ist damit definitiv verflogen. Die Träume vom Achtelfinal rücken in weite Ferne. Es wäre nun sogar schon eine Überraschung, sollte YB den dritten Rang erringen und sich damit das Überwintern in der Europa League ­sichern.

«Ready», bereit, waren die YB-Fans auf jeden Fall...
15 Bilder
... und auch die YB-Spieler machen bei der Champions-League-Hymne einen konzentrierten Eindruck.
Beeindruckend, diese Choreografie der Fans.
Michel Aebischer (links) im Zweikampf mit Villareals Alfonso Pedraza
6. Minute, Kaltstart für die Young Boys: Yeremy Pino erzielt per Kopf das 0:1 für die Gäste.
Nicolas Ngamaleu (links) versucht sich gegen die beiden Villareal-Spieler Francis Coquelin und Alfonso Pedraza durchzusetzen.
Gerard Moreno Balaguero von Villareal (Mitte) trifft in der 16. Minute zum 2:0...
... und feiert seinen Treffer mit frechen Faxen.
Nicolas Ngamaleu von den Berner Young Boys im Zweikampf gegen Francis Coquelin und Alfonso Pedraza.
Immer wieder scheitert YB an Villareal-Goalie Geronimo Rulli: Hier Jordan Siebatcheu mit einem missglückten Abschluss.
Schliesslich erzielt Meschack Elia den Anschlusstreffer zum 1:2 für die Berner Young Boys.
Villareal-Spieler Raul Albiol muss verletzt vom Spielfeld transportiert werden.
Samu Chukwueze schiesst das Tor zum 1:4.
David von Ballmoos ist enttäuscht über die Niederlage.
Auch Ulisses Garcia, Felix Mambimbi und Trainer David Wagner grübeln.

«Ready», bereit, waren die YB-Fans auf jeden Fall...

Urs Lindt / Freshfocus

Das frühe Anschlusstor will YB nicht gelingen

Die grosse Frage nach diesem Abend ist, ob sich der YB-Untergang auch an Trainer ­David Wagner festmachen lässt. Erstmals überhaupt liess er sein Team in einer Dreierkette auflaufen. Es war ein Experiment. Doch schon nach einer Viertelstunde war klar: ein Experiment zur Unzeit. Bis sich die neu ­formierte Berner Verteidigung überhaupt aufeinander abstimmen konnte, waren bereits zwei Gegentore gefallen. Und auch danach folgten viele Momente der Unsicherheit. Sowohl Garcia auf der linken Seite als auch Ngamaleu rechts wurden immer wieder überlaufen. Dazu zog vor allem Lefort einen miserablen Abend ein. Man könnte den Plan von Wagner als mutig bezeichnen. Wahrscheinlich hat er aber seine Mannschaft mit dieser ungewohnten Ausrichtung eher verunsichert als inspiriert.

Nach fünf Minuten und einigen Sekunden war es das spanische Supertalent Yéremy Pino, das per Kopf den Führungstreffer für Villarreal erzielte. Von Pino, der gestern seinen 19. Geburtstag feierte, dürfte man auch auf grösster Bühne noch einiges hören.

Das Pech von Aebischer mit seinem Pfostenknaller

Dass YB fähig ist, einen Rückstand auszugleichen, hat das Team in der Partie gegen Manchester United eindrücklich gezeigt. Doch noch bevor sich YB so richtig vom Schock erholt hatte, lag es bereits um zwei Längen zurück. Camara beging ein unnötiges Foul, wieder Chaos, Lauper vermochte Gerard Moreno nicht am Kopfball hindern – 0:2 nach 15 Minuten.

Es war ein ziemlicher Dämpfer, die Stimmung kühlte ab. Nun war ein magischer Moment gefragt. Einer, der die Emotionen neu entfachen würde. YB kam nach zwanzig Minuten tatsächlich besser an im Spiel. Hatte nun mehr Präsenz vor dem gegnerischen Tor. Allein, es fehlte der Treffer. ­Aebischer kam ihm mit einem herrlichen Schuss an den Pfosten noch am nächsten. Am Schluss aber gilt: Es waren zu viele Fehler – auch des Trainers –, um sich mehr zu verdienen.

Die Stimmen zum Spiel

Michel Aebischer: Es fällt nach diesem Resultat schwer, zu sagen, dass wir gut gespielt haben. Bei den beiden Toren können wir nicht das System verantwortlich machen.

Nicolas Moumi Ngamaleu: Wir sind natürlich enttäuscht. Villarreal war technisch sehr stark und effizienter als wir. Wir hatten vielen Chancen, die wir nicht nutzen konnten.

Lesen Sie die Partie im Liveticker nach:

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