Handball-WM
Chaos-Reise und zu wenig Zeit: Die Schweizer Handball-Nati ist in Kairo gelandet und fährt direkt zum Spiel

Am Donnerstag, kurz vor 13.30 Uhr, setzt die Chartermaschine mit den Schweizer Handballer an Bord auf dem Flughafen von Kairo auf. Doch die Weiterreise verzögert sich. Erst müssen alle Mitglieder der Delegation getestet werden. Das dauert noch mal eine Stunde. Deshalb fährt die Mannschaft direkt zum Spiel gegen Österreich.

François Schmid-Bechtel
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Torhüter Leo Grazioli wird unmittelbar nach der Ankunft in Kairo getestet.

Torhüter Leo Grazioli wird unmittelbar nach der Ankunft in Kairo getestet.

zvg

Welch turbulenter Tag. Erst kommt in der Nacht auf Donnerstag die Kunde, dass die Kadetten-Spieler Jonas Schelker und Luka Maros positiv auf Corona getestet wurden. Was zur Folge hat, dass Nationaltrainer Michael Suter auf die beiden Spieler verzichten muss.

Danach verzögert sich der für 8 Uhr geplante Flug nach Agypten wegen des starken Schneefalls in Zürich um fast zwei Stunden. Kurz vor 13.30 Uhr landen die Schweizer tatsächlich in Kairo, wo noch auf dem Rollfeld Corona-Schnelltests vorgenommen werden. Doch damit nicht genug des nervenaufreibenden Prozederes. Der Bus darf est losfahren, wenn alle Tests negativ sind. Obwohl das schnell abgeschlossen ist, verzögert sich die Weiterreise. Denn die ägyptischen Behörden verlangen nun auch noch von jedem Mitglied der Delegation einen Abstrich für den PCR-Test. Es ist 14.30 Uhr, ehe der Bus losfährt.

Der Bus steht bereits auf dem Rollfeld bereit.

Der Bus steht bereits auf dem Rollfeld bereit.

zvg

Die Zeit drängt: Allein der Transfer ins Teamhotel Marriott Mena House in Gizeh würde etwa eine Stunde. Eigentlich war geplant, dass die Spieler im Hotel einchecken, ihre Einzelzimmer beziehen, etwas essen und danach in die nach Hassan Moustafa, dem Präsidenten des Internationalen Handballverbandes, benannte Halle fahren. Denn um 18 Uhr ist Anpfiff zum Spiel gegen Österreich, das wegweisend ist im Kampf um den Einzug in die Hauptrunde. Denn die drei Ersten jeder Vierergruppe ziehen in die nächste Runde ein. Sprich: Ein Sieg gegen Österreich würde mit grosser Wahrscheinlichkeit bereits reichen.

Lenny Rubin wird im Bus getestet.

Lenny Rubin wird im Bus getestet.

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Doch die Zeit, um vor dem Spiel im Hotel einzuchecken, ist zu knapp. Also fährt die Schweizer Nati direkt vom Rollfeld in die Hassan Moustafa Halle, wo sie sich verpflegen und auf die Partie gegen Österreich vorbereiten.

"Bis jetzt ist alles eine Parodie und Wilder Westen." Norwegen-Superstar Sagosen über das im Teamhotel, wo auch die Schweizer untergebracht sind

Im Teamhotel Mariott Mena House in Gizeh sind nicht nur die Schweizer, sondern alle ihre Gegner und auch die Teams der Gruppe A mit Deutschland, Kapverden, Ungarn und Uruguay untergebracht. Sander Sagosen, der Superstar der Norweger, kritisierte kürzlich die Verhätlnisse im Hotel: «Bis jetzt ist das alles eine Parodie und Wilder Westen.» Er meint damit die Situation während der Mahlzeiten, wo sich alle Mannschaften begegnen würden, was jedem Schutzkonzept spottet. Aber auch das Verhalten des Hotelpersonals soll punkto Masken-Tragen sehr lasch sein, wie vom deutschen Team zu vernehmen ist.