FC Basel
Pajtim Kasami fühlt sich von Patrick Rahmen falsch eingesetzt und sagt: «Es ist die Aufgabe des Trainers, mich richtig aufzustellen»

Pajtim Kasami spielt in Sion im Sturm. Doch das ist nicht der Hauptgrund für dessen Unmut gegenüber dem Trainer.

Jakob Weber
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Pajtim Kasami sagt nach dem Spiel in Sion: «Es ist die Aufgabe des Trainers, mich richtig aufzustellen»

Pajtim Kasami sagt nach dem Spiel in Sion: «Es ist die Aufgabe des Trainers, mich richtig aufzustellen»

Urs Lindt / freshfocus

Im TV-Interview hat Pajtim Kasami sich noch im Griff. «Es war schwierig in der Spitze. Jeder weiss, dass das nicht meine Position ist. Ich habe mein Bestes gegeben. Wichtig ist aber, dass wir gewonnen haben. Der Rest ist Nebensache», sagt er nach dem Abpfiff im Tourbillon bei «Blue».

Doch eine Nebensache scheint seine Positionierung doch nicht zu sein. Denn als die Nummer 7 des FCB bei den Printjournalisten ankommt, verzichtet er auf weitere Floskeln. «Die aktuelle Saison ist schwierig», sagt er. Kasami missfällt es, dass er nicht mehr wie in der vergangenen Saison als Zehner oder Achter, sondern vermehrt als Sechser oder jetzt sogar als Stürmer eingesetzt wird. «Ich bin ein Spieler, der seine Freiheiten braucht, um in den Angriff und in den Abschluss zu gehen. So habe ich in den letzten Jahren immer mehr als zehn Tore geschossen. Es ist die Aufgabe des Trainers, mich richtig aufzustellen», sagt Kasami, der in dieser Saison erst einmal getroffen hat.

Doch was sich wie ein Angriff auf die Arbeit von Patrick Rahmen anhört, ist wohl hauptsächlich Frust. Kurzfristiger, über Kasamis bescheidenen Auftritt in der Sturmspitze in Sion. Und langfristiger über die seiner Meinung nach falsche Aufstellungen von Rahmen. «Die Zehn oder die Acht ist meine Position. Aber am Schluss muss der Trainer entscheiden, wie er die Spieler aufstellen will», so Kasami weiter. Auch mit der Rotation kann sich der 29-Jährige nicht richtig anfreunden: «Das ist nicht einfach zu akzeptieren, aber am Ende ist der Trainer der Chef und du musst das Beste für die Mannschaft machen.»

Males' Ausfall spült Kasami nach vorne

Dass Kasami in der Startaufstellung gegen Sion plötzlich in vorderster Front auftaucht, hat auch den Spieler selber überrascht: «Ich war wohl der einzige, der diese Position spielen konnte», sagt Kasami. Rahmen liefert die Begründung: «Darian Males ist leider mit einer Muskelverhärtung kurzfristig ausgefallen und Pajtims Trainingseindrücke auf dieser Position waren gut.» Den erst am Samstag aus Brasilien zurückgekehrten Arthur Cabral wollte Rahmen nicht von Beginn an bringen, und so landet Kasami, der in Sion bereits ein paar Mal im Zweiersturm gespielt hatte, am Sonntag auch im FCB-Sturm.

Doch obwohl er in diesem Spiel offensive Freiheiten geniesst, hat Kasami in der kompakten Sion-Defensive einen schweren Stand. Erst in der 52. Minute kommt er zu seinem ersten Abschluss und hat nur eine gefährliche Aktion, die Sion-Goalie Fickentscher pariert. Und so bleiben nach diesem Spiel vor allem Kasamis Worte. Und die deuten auf Abschied hin, wenn sich an seiner Situation nichts ändert. Denn Kasamis Vertrag läuft im Sommer aus.

Die Bilder zum Spiel:

Wer darf heute Jubelschreie von sich geben? FCB-Trainer Patrick Rahmen oder Sion-Präsident Christian Constantin?
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Die FCB-Fans kommen aus dem selbsterzeugten Rauch und nähren sich dem Tourbillon. Zum ersten Mal in dieser Saison ist der Gästesektor im Wallis wieder offen. Weil auch die personalisierten Tickets nicht mehr personalisiert sind, kommen heute auch die zuletzt durch Abwesenheit protestierenden Heimfans zurück ins Stadion. Es ist also alles angerichtet.
Auch im Stadion wird weiter kräftig gezündet.
Paolo Tramezzani ist zum dritten Mal Sion-Trainer. Zuletzt rettete er die Walliser 2020 vor dem Abstieg, forderte dann aber zu viel Geld. Ein gutes Jahr später peitscht der Italiener seine Mannen trotzdem an.
Pajtim Kasami spielt heute in vorderster Front, weil Arthur Cabral erst am Samstagmittag von der Länderspielreise zurückgekehrt ist.
Filip Stojilkovic hat die einzige und demzufolge auch die beste Chance im ersten Durchgang. Doch Heinz Lindner stellt sich ihm in den Weg. Und weil der FCB offeniv blass bleibt, steht im Tourbillon auf beiden Seiten die Null.
Valentin Stocker und Luca Zuffi schenken sich nichts. Es ist aber auch zu Beginn der zweiten Halbzeit viel Krampf im Spiel.
Auch Taulant Xhaka und Anto Grgic schenken sich im Luftduell nichts.
Eray Cömert kann sich gegen Filip Sojilkovic nur mit einem Foul helfen und weil der VAR sieht, dass Cömert letzter Mann ist, muss er mit Rot in die Kabine. Zu diesem Zeitpunkt sind 88. Minuten gespielt.
Edon Zhegrova diskutiert nur kurz mit Schiedsrichter Luca Cibelli über diesen Entscheid.
Denn er hat noch etwas anderes vor. Aus 18 Metern schlenzt Zhegrova den Ball vom Strafraumeck in den Winkel.
Kurz nach dem vorherigen Bild ist der Ball im Tor und Arthur Cabral jubelt mit dem Tourbillon im Hintergrund.
Ein spezielles Küsschen für den Torschützen gibts von Assistgeber Matias Palacios.
Edon Zhegrova zeigt es an: Drei Punkte hat der FC Basel heute dank ihm gewonnen.
Das hat ein spontanes kleines Siegesfest zur Folge, dem auch Patrick Rahmen beiwohnt.

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