Sport

David Da Costa: «Hier herrscht der Ausnahmezustand. Solidarität ist gefragt»

Damit ist es vorläufig vorbei: David Da Costa in Action.

Damit ist es vorläufig vorbei: David Da Costa in Action.

David Da Costa ist als Goalie des FC Lugano durch die Massnahmen der Behörden im Kampf gegen das Corona-Virus zum Nichtstun verurteilt. Er schliesst nicht aus, dass die Meisterschaft in der Super League in ein paar Wochen abgebrochen wird.

David Da Costa ist mit dem Trottinett unterwegs zur Schule, um seine Kinder abzuholen. Die obligatorischen Schulen sind im Gegensatz zu den weiterführenden nicht geschlossen worden. Der 33-Jährige Goalie ist Profi beim FC Lugano und seit gestern und den im ganzen Tessin ergriffenen Massnahmen gegen das Corona-Virus beruflich zum Nichtstun verurteilt. Die Sportanlagen sind geschlossen, die Trainings abgesagt.

«Am Mittwoch haben wir noch am Morgen und am Nachmittag trainiert», sagt Da Costa. «Wie es konkret weitergeht, werden wir am Freitagmorgen erfahren. Von Präsident Angelo Renzetti hat er bis jetzt noch nichts gehört. Da Costa denkt aber eher nicht, dass der FC Lugano nun vorderhand seine Zelte in der Deutschschweiz aufschlagen könnte, um hier zu trainieren und abzuwarten, wie es in der Super League weitergeht. Er vermutet ohnehin, dass bald auch nördlich des Gotthards Zustände wie im Tessin herrschen werden. Sodass eine Dislozierung wenig Sinn ergäbe.

Dass auch die Fussballsaison wie jene im Eishockey abgebrochen werden könnte, schliesst Da Costa nicht aus. Doch der Familienvater macht deutlich, dass die Gesundheit wichtiger ist als die Super-League-Meisterschaft und das Geld. «Wir müssen nun zusammenhalten und die Anweisungen der Behörden so gut wie möglich umsetzen», sagt Da Costa. «Für ihn ist zentral, dass die Kinder nicht mit älteren Menschen, zum Beispiel den Grosseltern, in Kontakt kommen, um diese nicht anzustecken. «Jetzt ist Solidarität gefragt», sagt Da Costa. Und geht mit gutem Beispiel voran. Einige Kinder, die sonst vielleicht bei den Grosseltern zu Mittag essen würden, werden bei den Da Costas verpflegt. «Es geht um Eigenverantwortung und dass alle ihren Teil dazu beitragen, dass sich die Situation verbessert», sagt Da Costa.

Autor

Markus Brütsch

Meistgesehen

Artboard 1