Fussball

Den Rekord nur knapp verfehlt – trotzdem macht Michel Aebischer bei YB auf sich aufmerksam

Unerschrocken: Michel Aebischer im Schneegestöber gegen Sion.

Unerschrocken: Michel Aebischer im Schneegestöber gegen Sion.

Seit der 20-Jährige im letzten Sommer mit der ersten Mannschaft der Young Boys ins Trainingslager einrücken durfte, hat seine Laufbahn so richtig Fahrt aufgenommen. Das Fussball-Fieber kommt aber nicht von irgendwoher, seine ganze Familie hat in irgendeiner Weise mit dem Fussball zu tun.

Das Training ist absolviert, aber das Mittagessen muss noch warten. Michel Aebischer sitzt an einem Tisch im Bauch des Stade de Suisse in Bern und sagt: «Vielleicht kann ich noch gar nicht richtig einordnen, was im vergangenen halben Jahr alles passiert ist.»

Seit der 20-Jährige im letzten Sommer mit der ersten Mannschaft der Young Boys ins Trainingslager einrücken durfte, hat seine Laufbahn so richtig Fahrt aufgenommen.

«Er hat tolle Anlagen und wird seinen Weg machen», hat Trainer Adi Hütter erkannt und dem zentralen Aufbauer im September gegen Luzern nicht nur zum Debüt in der Super League verholfen, sondern ihn auch noch auf die lange Reise nach Astana in Kasachstan mitgenommen, wo er erstmals Europacup-Luft schnuppern durfte.

Im November folgte das Aufgebot für die U21-Nati mit zwei Einsätzen gegen Russland. Im Dezember stand Aebischer in der Super League das erste Mal während 90 Minuten auf dem Rasen; beim 3:1-Sieg über Basel.

Die «Berner Zeitung» gab ihm die Note 5 und schrieb: Erstmals in der Startformation. Liess Sékou Sanogo (gesperrt) und Denis Zakaria (verletzt) fast vergessen. Gefiel mit Disziplin, taktischem Geschick, Ballsicherheit.» Im Februar honorierte YB die guten Leistungen mit einem Profivertrag bis 2021. «Damit ist ein erster Traum in Erfüllung gegangen», sagt Aebischer.

Eine fussballverrückte Familie

Noch aber muss er sich bis im Juli gedulden, ehe er sich voll und ganz dem Fussball widmen kann. Aebischer steht im vierten und letzten Handelsschuljahr und absolviert ein Praktikum auf der YB-Geschäftsstelle. «Zuerst war ich bei der Marketingabteilung, jetzt bei der Buchhaltung», sagt Aebischer.

«Es ist spannend, Einblick in andere Bereiche des Klubs zu erhalten.» Nach Arbeitsschluss setzt er sich dann jeweils in den Zug, der eine halbe Stunde bis nach Heitenried braucht. Dort, in der ersten Freiburger Gemeinde nach der Berner Grenze, hat er einst bei den D-Junioren mit dem Fussball begonnen, und hier lebt er noch bei seinen Eltern.

Weil sein Vater ein früherer Zweitligafussballer war, die Mutter sehr interessiert am Fussball ist und die Schwester mit einem Fussballer geht, dreht sich im Hause Aebischer viel um Fussball. «Auch meine Freundin hat viel mit Fussball am Hut», lacht der Jungprofi.

Nachdem er im Team Fribourg auf sich aufmerksam gemacht hatte, holte ihn YB im August 2013 als 16-Jährigen nach Bern. «Weil noch einige anderer Fribourger dabei waren, fühlte ich mich hier sofort wohl», sagt Aebischer.

Später reifte er unter Trainer Joël Magninim 1.-Liga-Team zu einem äusserst passgenauen defensiven Aufbauer mit starker Übersicht und wurde dessen Captain. «Ich denke schon, dass ich ein Leader bin», sagt Aebischer, «aber nicht mit Worten, sondern mit Leistung.» Wie Toni Kroos, sein grosses Vorbild. «So wie er möchte ich auch einmal spielen können», sagt Aebischer und macht sich auf zum Mittagessen.

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