Super League

Die Barrage droht: Der serbelnde FC Sion unter Druck

Fallen Bastien Toma (vorne) und der FC Sion in die Barrage?

In der drittletzten Runde der Super League steht das Westschweizer Duell zwischen dem FC Sion und Xamax im Mittelpunkt. Bei einer Niederlage landen die Sittener auf dem Barrage-Platz

Schadenfreude ist die schönste Freude. 720 000 Mal wurde bis am Montagmorgen im Internet ein Filmchen angeklickt, das den jungen Flügel Kenan Samardzic zeigt, dem eine Freistossflanke so sehr missglückt, dass man glaubt, er wolle den in der Ferne vorbeibrausenden Schnellzug abschiessen. Doch der 19-Jährige, der mit dem FC Sierre in der 2. Liga interregional spielt, braucht sich nicht zu schämen.

15 Kilometer weiter talabwärts machen es nämlich die gut bezahlen Profis des FC Sion nicht besser. Gerade einmal ein Törchen haben die Spieler des Super-League-Klubs in den letzten vier Partien zustandegebracht und sind nach vier Niederlagen in Folge und sechs Partien ohne Sieg auf dem Weg in die Barrage.

Inkonstanz allenthalben

Doch diese Prognose war vor der letzten Runde bereits dem formschwachen FC Zürich mit auf den Weg nach Neuenburg gegeben worden, wo sich die Gäste aber mit einem 2:1-Sieg schadlos hielten. Es ist eben auch verflixt schwer, in diesem Feld so inkonstanter Mannschaften einen seriösen Tipp abzugeben, wer denn wohl den Schwarzen Peter zieht und am 30. Mai (Auffahrt) und 2. Juni die Barrage gegen den FC Aarau oder Lausanne-Sport bestreitet.

Stand jetzt würde man meinen, es treffe den FC Sion oder Xamax. Die Neuenburger, weil sie mit einem Punkt Rückstand auf die Walliser noch immer auf Rang neun liegen und am letzten Spieltag noch in Basel antreten müssen. Die Sittener, die schon 2012 nach einem Abzug von 36 Punkten gegen Aarau (3:0, 0:1) in die Barrage mussten, wegen ihrer Probleme vor und nach der Entlassung von Trainer Murat Yakin.

So rückt das direkte Aufeinandertreffen dieser beiden Mannschaften aus der Westschweiz in den Blickpunkt der 34. Runde, die heute Mittwoch und am Donnerstag ausgetragen wird. Im Tourbillon kann der Aufsteiger wieder auf seinen besten Torschützen Raphaël Nuzzolo zählen und wird der unterschätzte, aber eminent wichtige Verteidiger Igor Djuric ins Team zurückkehren. Beide waren gegen den FCZ gesperrt. Dass die Neuenburger auch in der Fremde gewinnen können, haben sie unter Trainer Stéphane Henchoz immerhin schon dreimal bewiesen.

Tourbillon keine Festung mehr

In früheren Jahren wären sie gleichwohl mit zittrigen Beinen ins Spiel gegangen. In Zeiten, als das Tourbillon noch eine Festung war und das heissblütige Publikum den Schiedsrichter immer mal wieder zugunsten der Heimmannschaft beeinflusste. Tempi passati. Kein Gegner fürchtet sich mehr vor der Reise ins Wallis, ist der FC Sion doch in dieser Saison die Mannschaft mit der viertschlechtesten Heimbilanz. Gegen Xamax muss Interimstrainer Christian Constantin, pardon: Christian Zermatten, neu auf den gesperrten Birama Ndoye und den wichtigen Aufbauer Anto Grgic (verletzt) verzichten.

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